Aktuelle News

Marktplatzreport: Anspruch und Wirklichkeit bei real.de

Von: | 24. August 2017 | Marktplatzreport
GD Star Rating
loading...

real.de feiert seine ersten 100 Tage – aber was ist wirklich dran an den Jubelmeldungen? Ein genauer Blick in die Umsatzverteilung der plentymarkets-Händler gibt Hinweise. So erzielen teilnehmende plenty-Händler bisher noch nicht einmal drei Prozent ihres Umsatzes über real.de.

Im Mai hatten wir uns schon einmal real.de vorgenommen und drei Monate nach der Fusion mit Hitmeister, die Mitte Februar nach einer fast einjährigen Vorbereitungszeit umgesetzt wurde, eine erste Bilanz des neuen Marktplatz-Players gewagt. Jetzt hat die Supermarktkette, (fast) pünktlich 190 Tage nach der Fusion, seine eigene 100-Tage-Bilanz vorgelegt und dazu die Händler, die auf dem Markt aktiv sind, nach ihrem Fazit befragt.

Rund ein Viertel der 4.500 Händler haben mitgemacht; und auf den ersten Blick liest sich das Ergebnis der Umfrage sehr positiv: So steigerten 80 Prozent der Umfrageteilnehmer ihren Umsatz „teilweise signifikant“. Fast ein Viertel kann seit dem Zusammenschluss einen Zuwachs auf 150 Prozent verzeichnen. Rund 15 Prozent der Onlinehändler auf real.de haben ihren Umsatz im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt.

Damit erfüllt der Marktplatz offenbar die Erwartungen der Händler: Beim Umsatz ergab sich ein Zuwachs der Zufriedenheit von 60 Prozent, bei der Warenkorbgröße von 37 Prozent und bei der Marketingreichweite von 83 Prozent. Besonders sticht dabei die Zufriedenheit der real,- Onlineshop Partner in den Kategorien: Garten & Baumarkt, Küche & Haushalt, Elektronik, Wohnen, Sport & Outdoor heraus.

Klingt alles gut und schön und scheint sich durchaus mit einigen Kommentaren in den Händlergruppen auf Facebook oder den Kommentarspalten zu decken: Dort berichten Händler immer wieder mal, dass auf real,- erstaunlich viel geht – oft scheinen sie selbst am meisten davon überrascht zu sein.

Andererseits: Wer mit kaum existenten Erwartungen in ein Projekt startet, der wird leicht positiv überrascht. Kein Wunder, dass in der Umfrage von real konkrete Umsatzzahlen fehlen. Deshalb lässt der meinungsstarke Kollege Mark Steier gegenüber der Internetworld auch kein gutes Haar an der Jubel-Meldung des Konzerns:

„Ich halte die Meldung und Umfrage für Augenwischerei. Hier wird ein Einmaleffekt, nämlich die Zusammenlegung beider Plattformen, als Wachstumserfolg gefeiert. Nach wie vor wird auf dem gesamten real.de-Auftritt weniger Umsatz (GMV) gemacht, als der größte Händler auf ebay allein erzielt. real.- mag ja der Beste der Schlechtesten sein, von den Volumina, die Händler bei eBay oder Amazon erwirtschaften können, ist diese Plattform aber noch Universen entfernt.“

 

Exklusiv: Wie die Geschäfte der plentymarkets-Händler auf real.de aussehen

Versuchen wir also mal die eher vagen Angaben zur Wachstumsentwicklung aus der real-Umfrage etwas konkreter zu kriegen. Einen Einblick bietet beispielsweise ein Blick in die Zahlen des ERP-Anbieters plentymarkets, der die Umsatz-Entwicklung seiner Händler in Bezug auf real.de für uns unter die Lupe genommen hat.

Diese bestätigen Steiers Aussagen, dass sich der Außenumsatz von real.de, im Vergleich zu Amazon und eBay, nach wie vor in einer sehr homöopathischen Größenordnung bewegt.

 

1708-real-umsatz-plenty-1

Auf Amazon machen demnach die plenty-Händler ein Drittel ihres Umsatzes, auf eBay in guten Zeiten auch mal ein Fünftel, während es bei real.de nach wie vor weniger als ein Prozent sind. Gleichwohl ist das dennoch knapp doppelt soviel, wie noch zu Hitmeisters Zeiten, wie das folgende Chart belegt.

(Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Amazons Marketplace-Händler verkaufen häufig mit Verlust

GD Star Rating
loading...

Auf Amazons Marktplatz tobt der Preiskampf. Die Händler versuchen mit aller Macht, in die berüchtigte Buybox zu kommen. Nur das sorgt in der Regel für Umsatz. Die Folge: Viele Händler verkaufen ihre Produkte mit Verlust, wie der Repricer SellerLogic nun herausgefunden hat.

Die letzten Jahre hat Amazons Marktplatzgeschäft noch mal deutlich zugelegt. Immer mehr Händler entdecken Amazon als starken Umsatzbringer. Etablierte genauso wie Neueinsteiger. Abhängig vom Produkt kann es daher mitunter zig Anbieter geben. Den Umsatz heimst meist jedoch nur derjenige Händler ein, der in der berühmt-berüchtigten Buybox steht. Dies führt zu einem Hauen und Stechen unter den mitbietenden Händlern. Entscheidend dafür, wer den Platz an der Sonne ergattert, ist neben Faktoren wie Lieferzuverlässigkeit und Händlerbewertung, vor allem der Preis. Nicht verwunderlich daher, dass die Händler vor allem über den Preis versuchen, sich bei Amazon zu differenzieren.

Jedes fünfte Produkt spielt nicht einmal die Fixkosten ein

Unglücklich nur, dass dies stets zulasten der Marge geht. Der Repricer SellerLogic hat nun herausgefunden, dass sogar etwa jedes fünfte Produkt auf Amazons Marketplace mit Verlust verkauft wird. Auf Basis von knapp 584.000 Produkten untersuchte SellerLogic die Margensituation bei seinen Händlern und brachte erstaunliches zutage, wie das folgende Chart belegt.

Erläuterung zum Chart: Händler haben in SellerLogic die Möglichkeit, ihre Einkaufspreise und Kosten zu hinterlegen. Anhand dieser Angaben kann SellerLogic die Marge nach Abzug aller Amazon-Gebühren, Versandkosten und sonstigen unmittelbar mit dem Verkauf entstehenden Kosten ermitteln. Zu beachten ist ggf. noch, dass SellerLogic die Marge als Aufschlag auf den Einkaufspreis ermittelt. Bei der üblichen Vorgehensweise, die Marge auf den Verkaufspreis zu ermitteln, würde der prozentuale Wert noch deutlich niedriger liegen.

sellerlogic-auswertung_bearbeitet-1

(Weiterlesen…)

 

Online-Marktplätze: Welche Plattformen lohnen sich für Shopbetreiber noch?

Von: | 23. März 2017 | Vertrieb
GD Star Rating
loading...

EBay, Otto.de, Home24, Real – Marktplätze jenseits von Amazon gibt es viele. Ob sie sich als Plattform zur Präsentation der eigenen Produkte eignen, müssen Online-Händler von Fall zu Fall entscheiden.

Die erdrückende Übermacht von Amazon auf dem deutschen E-Commerce-Markt ist hinreichend bekannt; rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes laufen über den Tisch des US-amerikanischen Retail-Riesen. Etwa die Hälfte davon dürften schätzungsweise Marktplatz-Umsätze sein. Damit ist der Amazon Marketplace ein Traffic- und Umsatzbringer, an dem kein Online-Händler in Deutschland vorbeikommt. Soweit die Fakten.

Aber was ist mit den Dutzenden von größeren und kleineren Marktplätzen, die sich hinter dem Platzhirschen einreihen? Da gibt es ja noch die Generalisten-Marktplätze, wie eBay, Real.de (ehemals Hitmeister), Idealo, Plus.de oder Otto.de. Außerdem nimmt die Zahl der großen und kleinen Online-Shops, die sich mit der Anbindung externer Handelspartner zu vertikalen Marktplätzen aufbohren, beinahe täglich zu – einige Beispiele wären Zalando, Home24, GartenXXL, Hess Natur oder Mirapodo.

Für Shop-Betreiber stellt sich also die Frage: Welche Marktplätze – abgesehen von Amazon – können mein Geschäft voranbringen? Diese Frage stand auch im Zentrum einer intensiven Podiumsdiskussion auf der Internet World mit Vertretern von eBay (Denis Burger, Senior Director Seller Growth), Real (Gerald Schönbucher, Geschäftsführer von real Digital Services), Idealo (Geschäftsführer Jörn Rehse) und Etsy Deutschland (Arne Erichsen, Country Manager DACH).

Mit dem eigenen USP im Kampf gegen Amazon

Alle Diskutanten versuchten auf die teils harten Fragen von Moderator und Wortfilter.de-Betreiber Mark Steier (Originalzitat: „Butter bei die Fische, Leute, welche Daseinsberechtigung haben Eure Plattformen angesichts der Übermacht von Amazon überhaupt noch?“) mit den jeweils eigenen Alleinstellungsmerkmalen ihrer Plattformen zu argumentieren.

So präsentierte Denis Burger präsentierte eBay als Plattform mit hoher Reichweite, die im Gegensatz zu Amazon nicht mit seinen Händlern konkurriere, sondern ihnen bestmögliche Bedingungen für den Verkauf bereitstellen wollte. Gerald Schönbucher argumentierte mit der starken Marke von Real, von der die ehemaligen Hitmeister-Händler im Zuge der Fusion noch deutlich profitieren würden.

Arne Erichsen wiederum verwies auf die hohe Emotionalität seiner Plattform, mit der sie sich vom Vintage-Bereich von eBay deutlich abgrenzen würde. Etsy setze auf Stärke in der Nische, so der Country Manager DACH. (Weiterlesen…)

 

Amazons Händler laufen eBays Powersellern im Wachstum davon

GD Star Rating
loading...

Auswertungen der Multichannel-Lösungsanbieter Afterbuy und plentymarkets belegen eindrucksvoll, dass sich Marktplatz-Händler bei Amazon die letzten beiden Jahre über deutlich höheren Wachstum freuen konnten, als bei eBay.

Kürzlich haben wir ja Amazons Geschäftsbericht 2016 aufgeschlüsselt. Dabei bestätigte sich die Entwicklung der letzten Jahre, dass Amazons Retailgeschäft mit 10,8% (2015) bzw. 12,4% (2016) „lediglich branchenüblich“ wächst. Was aber auf diesem Umsatzniveau schon bemerkenswert genug ist.

Da jedoch Amazons Marktplatz-Händler, wie auch schon die Jahre zuvor, in beiden Jahren mit 22,5% (2015) bzw. 24,2% (2016) stark überproportional zugelegt haben, werden mittlerweile schon etwa 17,25 Mrd. Euro Außenumsatz über Amazons Webseite erzielt.

e-commerce-markt-amazon-2014-2016

Die Praxiszahlen der beiden mächtigen E-Commerce-Lösungsanbieter Afterbuy und plentymarkets bestätigen unsere Berechnungen. So wuchs der Außenumsatz deren Online-Händler bei Amazon insgesamt ebenfalls in dieser Größenordnung.

Amazon-Marketplace-Händler wuchsen bis zu dreimal so stark wie eBay-Powerseller

Interessant sind deren Auswertungen aber auch im Vergleich zwischen Amazon und eBay. Hier hatten Amazons Marketplace-Händler die beiden letzten Jahre die Nase deutlich vorn. EBay-Powerseller konnten da nur hinterherhecheln, wie das folgende Chart eindrucksvoll belegt.

amazon-ebay-wachstum-2015-2016

Um möglichst aussagekräftige Zahlen zu erhalten, wurden nur Umsätze von Händlern berücksichtigt die jeweils die gesamte Betrachtungszeit (01.01.14 – 31.12.15 bzw. 01.01.15 – 31.12.16) auf dem jeweiligen Marktplatz aktiv waren. Das Vorgehen sollte somit sehr sicher sein. Hinweis: Es handelt sich um eine kumulierte Darstellung der Datenquellen. (Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Amazon verdoppelt sein Sortiment in nur zwei Jahren auf 280 Mio. Artikel

GD Star Rating
loading...

Wie Marketplace Analytics heute berichtet, hat sich das Sortiment von Amazon in Deutschland in nur etwas mehr als zwei Jahren glatt auf 280 Mio. Produkte verdoppelt. Interessanter als diese Zahl ist für Händler jedoch sicherlich, wie viele es in den einzelnen Kategorien sind.

Marketplace Analytics, Analyseplattform für Hersteller und Händler, um erfolgreicher auf Amazon zu verkaufen, ermittelte die aktuelle Sortimentsgröße bei Amazon Deutschland und kommt dabei auf 280 Mio. verschiedene Artikel. Dies entspricht beinahe einer Verdoppelung im Vergleich zum Artikelbestand von 2014. Bestätigt wird diese Entwicklung durch das neuseeländische Software-Unternehmen ExportX. Diese kamen im Dezember 2014 auf 141 Mio. Artikel, ein Jahr später waren es dann schon 237 Mio. Produkte. Im Dezember 2016 waren es, wiederum laut Marketplace Analytics, ca. 279 Mio. Artikel.

 

1701-amazon-sortiment

 

Unser eigenen Recherchen ergeben – Stand heute – einen aktuellen Bestand von etwas über 271 Mio. Produkten bei Amazon in Deutschland. Die Differenz zu Marketplace Analytics von unter drei Prozent (8 Mio.) sind vernachlässigbar, zumal wir diesen Wert auch zu einem anderen Zeitpunkt ermittelten.

 

Stärkstes Wachstum in 2015

Interessanter sind ja sowieso andere Dinge. Beispielsweise die Erkenntnis, dass der stärkste Sprung 2015 geschah. Nämlich um knappe 70%, von 141 auf 237 Mio. Artikel. Amazons Retailabteilung kann diese Steigerungsrate kaum geschafft haben. Also müssten sich doch die Marketplace-Händler dafür verantwortlich zeichnen. Leider haben wir keine Zahlen von 2014 gefunden, aber laut Wortfilter.de waren es Ende 2016 etwa 45% mehr Verkäufer, als im Vorjahr. Dies spricht für ein sehr dynamisches Wachstum, erklärt jedoch noch immer nicht den Artikelsprung 2015.

Wenn alle Zahlen einigermaßen stimmen, was der Fall sein dürfte, hätte es 2016 also zwar etwa anderthalb mal soviel  Marketplace-Händler gegeben, aber nur knapp 18% mehr Artikel. Scheint also, nicht so recht zusammen zu passen.

Franz Jordan von Marketplace Analytics, sieht denn auch verschiedene Gründe für das starke Wachstum, der letzten beiden Jahre:

  • Strategischer Ausbau durch Amazon
  • Amazon Marketplace zieht mehr Händler an
  • Vereinfachter europaweiter und internationaler Verkauf
  • Private Labeling mit FBA

Jede einzelne dieser Annahmen wird im Artikel von Marketplace Analytics natürlich ausführlich besprochen. (Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Der große Umsatzvergleich zwischen Amazon und eBay

GD Star Rating
loading...

Eine Auswertung der Umsatz-Zahlen von Amazon und eBay zeigt, dass Marktplatz-Händler bei Amazon jährlich im Durchschnitt einen Nettoumsatz von 115.711 € erzielen. Dieser liegt damit 2,6 mal so hoch, wie bei eBay.

ama-ebay-fotolia-ddgrigg-2

Der Traffic-Vergleich zwischen Amazon und eBay brachte im letzten Marktplatzreport ein überraschendes Ergebnis zutage. So stellte sich heraus, dass sich die beiden Marktplätze ein Rennen auf Augenhöhe liefern, wenn es um die Interessengewinnung für die jeweils angeschlossenen Händler geht. Dieses Mal möchten wir wissen, wie die Situation beim Umsatz aussieht. Liegen die beiden Marktplatzgiganten hier auch so nah beieinander oder kann einer der beiden gegenüber den Händlern klar punkten?

Zu diesem Zweck müssen wir neben dem GMV (Außenumsatz) auch wissen, auf wie viele Händler sich dieser Umsatz verteilt und wie hoch deren Anteil am gesamten Kuchen, sprich Umsatz, denn überhaupt ist.

Anzahl Händler je Marktplatz

Bei den Händlerzahlen bedienen wir uns der Erhebungen von Wortfilter. Mark Steier ermittelte im März diesen Jahres 135.000 registrierte Marktplatzhändler bei Amazon, die auf deren DE-Marktplatz handeln. Davon waren jedoch lediglich 55.310 (53,2% aus D) aktiv. Bestätigt werden diese Zahlen durch eine Analyse von Sistrix. Diese kamen im selben Erhebungsmonat auf 57.306 (50% aus D) Händler, die in den vorhergehenden vier Wochen bei Amazon Deutschland aktiv waren.

Für eBay Deutschland kommt Wortfilter auf 125.732 (70,3% aus D) Händler. Als aktive Händler zählen diejenigen, die innerhalb der letzten 30 Tage einen bewerteten Verkauf hatten.  Da Wortfilters Zahlen für Amazon durch die Auswertung Sistrix bestätigt wurden, dürfen wir davon ausgehen, dass auch die Zahlen zu eBay passen.

Nur kurz am Rand notiert: Laut Wortfilter kamen lediglich 53,2% aller aktiven Marketplace-Händler aus Deutschland. Bei eBay sind es immerhin 70,2% deutsche Händler.

 

 AmazoneBay
Händler in Deutschland55.310125.732
davon deutsche Händler53,2%70,3%
29.42488.390

 

Momentan ist es für unsere Berechnungen aber noch gar nicht so wichtig, wie viele Händler aus DE nun bei Amazon und eBay verkaufen. Kommt aber noch. Vorläufig können Sie diese Zahlen aber wieder vergessen. (Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Überraschendes Ergebnis beim Traffic-Vergleich Amazon und eBay

Von: | 24. Oktober 2016 | Marktplatzreport,Vertrieb
GD Star Rating
loading...

Eine Auswertung der geschätzten Traffic-Zahlen von Amazon und eBay zeigen ein überraschend enges Rennen, wenn es um die Interessengewinnung für die jeweils angeschlossenen Händler geht.

ama-ebay-fotolia-ddgrigg-2

Da weder Amazon noch eBay konkrete Zahlen veröffentlichen, greifen wir für einen Traffic-Vergleich auf die mittlerweile meist erstaunlich treffsicheren Zahlen von Similarweb zurück.

Auf dem ersten Blick scheint es eine klare Sache zu sein. Amazon.de (408,3 Mio.) erzielt monatlich 70% mehr Traffic für seine Seiten als Gegenspieler eBay.de (240,1 Mio.).

amazon-ebay-similarweb

Auffallend noch, dass die beiden Marktplätze wiederum bei den Page Views je Visit und der Bounce Rate nah zusammen liegen, während bei der durchschnittlichen Verweildauer eBay die Nase vorne hat.

Dies wiederum, kann mehrere Gründe haben. Aber bevor wir hier zu sehr mutmaßen, lassen wir es lieber. Interessanter ist sowieso eine andere Betrachtung.

Nicht jeder Kunde kommt beim Händler an

Denn der bisherige Vergleich hilft Händlern zur Potenzialeinschätzung ja nur bedingt weiter. So betreibt Amazon einerseits ja auch selbst Handel und andererseits tummeln sich bei eBay auch private Verkäufer und Angebote. Diese Anteile müssen also rausgerechnet werden, da sie den am jeweiligen Marktplatz angebundenen Händlern keinen Umsatz bringen.

eBay spricht im aktuellen Handels-Update davon, dass 87% des Handelsvolumens weltweit über Festpreisangebote erwirtschaftet wird und dass 81% der bei eBay weltweit verkauften Produkte Neuware ist.

Wikipedia geht davon aus, dass jeder zweite Verkauf von gewerblichen Verkäufern getätigt wurde. Diese Aussage ist aber Stand 2010 oder sogar älter.

Daher gehe ich mal ganz nonchalant davon aus, dass dreiviertel der eBay-Verkäufe von gewerblichen Verkäufern abgewickelt werden. Das mag jetzt richtig sein oder auch nicht. Unsere Schätzung wird der Realität jedoch zumindest sehr nahekommen. Denn natürlich werden Neuware und Festpreisartikel überproportional häufig von gewerblichen Verkäufern angeboten.

Für Amazon schätzt man übrigens, dass 45% des Umsatzes Marketplace-Händlern zu Gute kommt. Diese Zahl können wir als einigermaßen gesichert annehmen. (Weiterlesen…)

 

Einspruch: Vergesst eBay nicht!

Von: | 17. Oktober 2016 | Einspruch
GD Star Rating
loading...

eBays Kampf gegen Amazon schien für manche verloren. Doch das Blatt könnte sich wenden, bzw. war nie so, meinen einige Marktplatz-Experten.

In den vergangenen Jahren hat eBay ordentlich auf die Mütze bekommen, bzw. musste scheinbar tatenlos zusehen, wie Amazon mit neuen Innovationen scheinbar immer müheloser davonzog. Die ganze Branche spricht scheinbar nur noch davon, wie man auf Amazon am erfolgreichsten verkaufen kann. Oder was man Amazons Dominanz entgegensetzen kann. Sogar auf der letztwöchigen Neocom 2016 gab es kaum einen Vortrag, der sich nicht mit Amazon beschäftigte. 

Selbst schuld, meinen einige. Schließlich hieß es bei eBay jahrelang nur: „Rein in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln“. Mal waren sie Flohmarkt, dann wollten sie gewerblichen Verkäufern und Marken eine professionelle Plattform bieten, nur um etwas später wieder den Flohmarkt-Charakter zu betonen. Alles was angepackt wurde schien nur halbherzig oder gar nicht zu Ende gebracht zu werden. Und die Liste der Punkte auf der Unzufriedenheits-Skala von eBay-Händlern schien ständig  länger zu werden.

Soweit zumindest die Außenwahrnehmung. Das ist ja aber immer so eine Sache. Insgesamt konnte man aber durchaus den Eindruck gewinnen, dass sich Amazons volle Konzentration auf den Kunden in überdurchschnittlich hohe Wachstumszahlen auszahlt, während sich eBay selbstzufrieden vor allem mit sich selbst beschäftigt.  Als mache Amazon alles richtig und eBay alles falsch.

ebay-fotolia-ddgriggDie letzten Tage und Wochen lassen nun jedoch auch den Außenstehenden aufhorchen. Einerseits kündigt eBay selbst einige Neuerungen an, die in die richtige Richtung zu mehr Kundenkonzentration und Händlerunterstützung gehen. Andererseits springen einige Marktplatz-Experten dem Marktplatz-Pionier verbal massiv zur Seite.

eBays Weg zu mehr Kundennutzen und Händlerunterstützung

Bereits vor drei Monaten wurde bekannt, dass eBay mit seinem Top Pick ein Pendant zu Amazons Buy Box startet. Einhergehend mit der Ankündigung die Strukturierung seiner Produktdaten zu verbessern. Zumindest Zweiteres ist ein wichtiger Schritt zu mehr Kundennutzen. Auch wenn Händler damals monierten, dies führe nur dazu, dass eBay zur Amazon-Kopie verkomme, darf man Eines nicht vergessen: Alles was Umsatz bringt, ist schön. Für das Einkaufserlebnis der Kunden sind strukturierte Daten nun mal wichtig. Immerhin geht eBay ja einen etwas anderen Weg bei der Darstellung, wie nun bekannt wurde.

So bietet eBay dem Besucher verschiedene Einstiegsmöglichkeiten in ihre Produktwelt, siehe auch das Beispiel http://www.ebay.de/sch/Nikon-Digitalkameras/31388/bn_1383/i.html. EBay möchte nämlich erkannt haben, dass Konsumenten nicht ausschließlich nach den günstigsten Preisen suchen, sondern auch andere Kriterien bei der Produktsuche haben. Dies würde ich an dieser Stelle mal so unterschreiben.

Gleichzeitig erlauben es strukturierte Daten, eBay passgenauere Marketing-Maßnahmen und die Möglichkeiten zum Cross- und Upselling zu verbessern.

Außerdem hat eBay vor einigen Wochen damit begonnen, Produktbewertungen einzuführen. Auch dies ein wichtiger Punkt zu mehr Kundennutzen, sind diese doch ein wichtiger Anhaltspunkt zur Kaufentscheidung. Heute gibt es bereits mehr als 500.000 Produktbewertungen auf dem deutschen eBay-Marktplatz. Auch hier werden Kritiker bemängeln, dass dies nur von Amazon abgekupfert sei. Aber lieber gut kopiert als schlecht selbst gemacht. (Weiterlesen…)