loading...
Seit letzter Woche steht Bezahlen über Amazon Payment nun auch in Deutschland zur Verfügung. Erwartungsgemäß schlug diese Nachricht nicht nur im Payment-Markt hohe Wellen. Ist es für Shop-Betreiber nun gut, da Amazon bei den Endkunden über einen hervorragenden Ruf verfügt und so die Konversionsrate ansteigen lässt? Oder wird die Integration in den eigenen Onlineshop eher schaden, da Amazon auf diese Weise noch mehr Daten zu Verkäufen und Kunden erhält und diese für seinen Eigenhandel weidlich nutzen wird?
Wir wollten hierzu die Meinung der E-Commerce-Gemeinschaft hierzu wissen und haben unsere Leser in einer Blitzumfrage gefragt, was sie von Amazon Payment halten.
Kunden lieben Amazon Payment, Händler Finger weg!
Letztlich lassen sich die vielzähligen Antworten auf eine klare Meinung bringen.
- Die Marke Amazon und der damit verbundene Vertrauensvorschuss wird auf Onlineshops ausstrahlen und so die Konversionsrate steigern können.
- Amazon ist in erster Linie Händler und wird die Daten, wie schon bei Marketplace zu beobachten, für das originäre Geschäft nutzen und so den Händler mittelfristig aus dem Markt drängen.
Oder mit den Worten eines Kommentators: “… PayPal als auch Amazon Payments sind sicherlich Umsatzbringer für die Händler, allerdings glaube ich dass am Ende des Tages die Händler die Verlierer sein werden. Wer keine Nische besetzt oder stark genug ist, wird früher oder später verschwinden.”
AuctionBytes.com befragte übrigens erst kürzlich knapp 1.000 US-Onlinehändler (vornehmlich eBay) und wollte deren Meinung zu den verschiedensten E-Paymentanbietern hören. Diese schätzten die Popularität von Amazon Payment unter Konsumenten als sehr hoch ein. Man kann/mag also unterstellen, dass Amazon Payment von US-Käufern gerne und oft genutzt wird. Bei der Einschätzung zur Gebührenstruktur oder Service liegt Amazon Payment deutlich vor Paypal, geschlagen jedoch von Google Checkout.
Nun noch ein paar repräsentative Kommentare aus unserer Blitzumfrage: Was sagen Sie zu Amazon Payment?
Ich sehe das ganze extrem kritisch. Die Behandlung der Marketplace-Anbieter in der Vergangenheit zeigt deutlich, was Amazons (verständliches und gerechtfertigtes) Ziel ist: Profit. Die Marketplace-Verkäufer stellen ihre Angebote bei amazon ein, pflegen Texte und Bilder und verkaufen im besten Fall eine Menge ihrer Angebote. Amazon verdient zwar bei jedem Verkauf mit, jedoch scheint die quasi kostenlose Umsatzbeteiligung nicht auszureichen – amazon verleibt sich gut laufende Produkte ein, “übernimmt” Artikelbeschreibung und Bilder vom Marketplace-Verkäufer, der seine Recht stillschweigend durch Akzeptanz der AGB an amazon übertragen hat und unterbietet den Preis der Marktplatz-Anbieter.
Mit der Nutzung von Amazon Payments stellen die Shopbetreiber Amazon alle verkaufsrelevanten Daten zur Verfügung. Amazon wird die bundes-, europa- oder weltweit am besten laufenden Produktgruppen, die noch nicht bei Amazon angeboten werden unter den Nagel reißen und in direkter Konkurrenz zu den Shops stehen, die gutgläubig Amazon Payments einsetzen.
Ich bin mir sicher, dass aus Kundensicht Amazon Payments eine echte Bereicherung darstellt, die sich auch auf den Umsatz positiv auswirken wird, ich bin mir allerdings ebenso sicher, dass sich der beschriebene Kannibalisierungseffekt einstellen wird… – Sai
Mit Amazon als Zahlungsanbieter bringt man die Konkurrenz mit ins Haus. Wir verkaufen unsere Produkte ebenfalls über Amazon. Dort sind es teilweise Tagespreise die die Kunden bezahlen. Die Preise kennen nur den Weg nach unten und diese Spirale lässt sich leider nicht umkehren.
Über unsere Webseite erzielen wir wenigstens noch gute Margen, mit denen wir unsere Mitarbeiter bezahlen können. Bringt man Amazon mit in den Shop, dann könnten die Kunden denken, doch noch einmal bei Amazon nach den Preisen zu schauen. Und somit kassiert Amazon doppelt ab. Kunde ist weg und kauft schlimmstenfalls bei der Konkurrenz… – Steffen
Wie einer meiner “Vorkommentatoren” bereits sagte “eine riesige Krake” und man darf nicht ergessen, daß Amazon selbst einer der größten Online Händler ist. Mit den Artikeln die der “normale” Händler einstellt betreit Amazon Marktforschung und läßt sich das auch noch bezahlen – vom Händler – jetzt zieht Amazon noch mehr Kundendaten um den Enderbraucher der nicht im Ebay-Billig-Segment angesiedelt ist noch mehr an sich zu binden. … – s.t.



Themenverwandte Artikel











Skepsis ist absolut angesagt. Wir haben bei uns es ausdiskutiert und entschieden, das wir diesen Bezahldienst nicht mit aufnehmen.
Des Weiteren halten wir es auch rechtlich unsicher zum Beispiel das Script für den 1-Click-Checkout einzubauen. Damit kann/wird ein Onlineshop zum absoluten Glaskasten. Einfacher wäre nur die Artikelumsatzliste+Besucherstatistiken an Amazon zu faxen.
Das Thema wird sicherlich noch genug dikustiert und stark beobachten.
Kommentar von Tim Ehling — 5. Mai 2011 @ 13:08
Ich habe Bezahlen-über-Amazon seit einigen Tagen eingebunden und es geht deutlich zu Lasten von PayPal. Hätte nicht erwartet, dass der Amazon-Button so gut angenommen wird.
Peter Antwort vom Mai 5th, 2011 18:59:
Hallo Steffen,
auch wenn es sicherlich noch zu früh ist – sind Auswirkungen auf die Konversionsrate und/oder Warenkorbwert festzustellen?
Ich und die Leser freuen uns aber natürlich zu einen späteren Zeitpunkt über ersten Erfahrungsbericht. – Danke.
Kommentar von Steffen — 5. Mai 2011 @ 18:32
[...] Marktdaten frei Haus? Erste Reaktionen fallen eher skeptisch aus, wie auch das Internetportal shopanbieter.de [...]
Pingback von Amazon-Bezahldienst stößt auf Skepsis « « mein-biz.de mein-biz.de — 5. Mai 2011 @ 23:06
never ever werden wir Amazon Payments einbinden! Wir haben als Marketplace Händler schon soviele schlechte Erfahrungen mit Amazon machen müssen (hauptsächlich, dass gut laufende Artikel von Amazon irgendwann selbst verkauft werden), dass wir niemals unsere Daten Amazon überlassen werden und dafür auch noch Gebühren zahlen sollen. Ich erhoffe mir eine breite Ablehnung dieser Zahlungsweise in Deutschland!
Kommentar von Carsten — 13. Mai 2011 @ 11:45
[...] Bisher noch kein Durchbruch – Amazon Payment [...]
Pingback von Links der letzten Tage – 6.6.2011 « ambajorats subjektive linklisten — 6. Juni 2011 @ 21:46
Wir werden als Kunde die Bezahlung über Amazon Payments (AP) zukünftig tunlichst vermeiden. Man wird sein Geld sehr schnell los, bekommt es aber im Fall einer Gutschrift über Wochen nicht zurück – obwohl der Lieferant an AP zurück überwiesen hat. Zudem ist nahezu niemand bei AP erreichbar – nur Internetseiten, keine Ansprechpartner. Auf dort ausgefüllte “email-Felder”, man hat also keine Kopie der email, wird nicht geantwortet. Amazon Deutschland verweigert sich als Ansprechpartner. Da haben wir was tolles aus USA übernommen!!!
ZURÜCK ZU PAYPAL kann ich da nur sagen. DANKE Amazon!!
Kommentar von Hygienika GmbH — 5. Juli 2011 @ 13:21
[...] eine sinnvolle Ergänzung zu den angebotenen Zahlungsarten darstellt. In einer Blitzumfrage von Shopanbieter.de finden sich zahlreiche Kommentare wieder, „dass am Ende des Tages die Händler die Verlieren sein [...]
Pingback von Bezahlen mit Amazon – Ein Erfahrungsbericht über den neuen Bezahldienst | Henryk Lippert — 29. September 2011 @ 20:59