Amazon macht ernst: Widerrufsbelehrungen von Händlern werden ausgetauscht

Von: | 8. November 2012
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Amazon hatte ja bereits angekündigt, dass man Händler zwingen wolle, ein freiwilliges 30-tägiges Rückgaberecht einzuführen. Nun macht die Plattform Ernst mit der „erzwungenen Freiwilligkeit“: Wie die IT-Recht-Kanzlei berichtet, wurden bei Händlern die händlereigenen Widerrufsbelehrungen ohne Rücksprache dahingehend verändert, dass die Widerrufsfrist von den (gesetzlich geforderten) 14 auf („freiwillige“) 30 Tage angehoben wurde.

Dabei ging Amazon so vor, dass die Händler-AGB gespiegelt (kopiert) wurden, wobei in der Kopie die Zahl 14 durch 30 ersetzt wurde. Hierdurch waren zeitweise in den Händlerinfos auf Amazon zwei Versionen von AGB zu sehen, eben mit dem einen Unterschied in der Fristangabe. Überflüssig zu erwähnen, dass eine solche widersprüchliche Doppelbelehrung aus rechtlicher Sicht geradezu kreischend irreführend ist – und damit eine hohe Abmahngefahr birgt.

Händler, die auf Amazon verkaufen, sollten darum schnellstmöglich ihre Texte überprüfen und doppelt vorhandenen AGB oder Widerrufsbelehrungen löschen. Allerdings: Löschen oder Ändern kann man nach Amazon-Angaben nur noch die Widerrufsbelehrung (unter Einstellungen — Ihre Informationen und Richtlinien — Benutzerdefinierte Hilfeseiten), der Amazon-Infotext mit dem 30 Tage- Hinweis unter „Widerrufsrecht“ kann nicht meh reditiert werden, „weil Amazon dieses festgelegt hat“ (O-Ton Amazon).

Herzlich aus Hürth
Nicola Straub

Autorenfoto widmet sich 1998 beruflich dem E-Commerce. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für Webkonzepte und Onlinemarketing sowie Autorin für Artikel und Ratgeber (auch Ghostwriting) und Pressetexte. Besonders gern betreut sie Websites ganzheitlich von der Planung über die Realisierung bis zur fortlaufenden Content-Pflege und gibt Ihre Erfahrung in regelmäßigen Workshops zu Marketingthemen weiter.
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3 Comments

  1. […] Händler bei Amazon müssen ihren Kunden nun ein 30tägiges Rückgaberecht einräumen. Beim Shopanbieter ist von “erzwungener Freiwilligkeit” die Rede. Die Länge der Widerrufsfrist ist normalerweise […]

    Pingback by Kurz vor 9: Amazon, Hood, Kartellamt, Zalando, Starbucks, Groupon, Yoox, Macy`s, eBay, Urbanara, Mobile Payment | etailment — 9. November 2012 @ 08:07

  2. Ist ja unglaublich – die totale Entmündigung – erinnert mich ein wenig an ebay – nur mit noch dreisterer Vorgehensweise. Ja ja der Markt regelt alles….

    Kommentar by Indien-Schmuckkunst — 13. November 2012 @ 19:40

  3. […] Amazon bei seinen Marketplace-Händler in einer “Nacht- und-Nebel-Aktion” ebenfalls ein 30-tägiges Rückgaberecht durchsetzte, mag aus Sicht des Kunden nur […]

    Pingback by Die kleinen Tricks im Retourenmanagement » Blog für den Onlinehandel — 7. Dezember 2012 @ 08:19

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