Neukunden gewinnen mit Preissuchmaschinen

Von: | 13. Oktober 2014
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Für Online-Shops stellen Preissuchmaschinen eine wichtige Traffic- und Umsatzquelle dar. Allerdings nur dann, wenn Shop-Betreiber einige wichtige Regeln beherzigen. Nicht jede Preissuchmaschine passt zu jedem Shop. Außerdem entscheidet die Qualität und die Aktualität der Produktdaten darüber, ob Sie tatsächlich Neukunden gewinnen, oder die Portale nur einen hohen Aufwand und Kosten verursachen.

Über zehn Millionen(*) Online-Shopper nutzen jeden Monat Deutschlands größte Preissuchmaschine Idealo.de auf, um dort nach den günstigen Anbietern zu ihren Wunschprodukten zu suchen. Dort finden die Nutzer über 170 Mio. Angebote von über 36.000 Shops. Viele Online-Shopper rufen vor einer Kaufentscheidung Preissuchmaschinen wie Idealo.de, Guenstiger.de oder Billiger.de auf, um dort die Preise der Anbieter zu vergleichen. In einer W3B-Umfrage wurde ermittelt, dass 15,6 Prozent aller Online-Käufer Preisvergleichsseiten als Informationsquelle nutzen.

Preissuchmaschinen weisen hohe Conversion Rate auf

Die hohe Reichweite der General Interest – Preissuchmaschinen macht die Portale für Online-Shops als Marketing-Werkzeug unverzichtbar. Dabei sind die nötigen finanziellen Investitionen überschaubar. In der Regel verlangen die Anbieter weder eine Aufnahme-, noch eine monatliche Grundgebühr. Abgerechnet wird stattdessen über Cost-per-Click (CPC)- Modelle. So zahlen Shop-Betreiber für jeden Klick eines Nutzers auf eines ihrer Angebote einen festen Betrag. Bei Billiger.de etwa werden aktuell mindestens 0,28 Euro fällig, bei Guenstiger.de 0,27 Euro.

Da viele Angebotssucher auf den Portalen mit einer festen Kaufabsicht die Preise der Shops vergleichen, ist die Conversion Rate nach einem Klick in der Regel relativ hoch. Verlässliche Zahlen für die gesamte E-Commerce-Branche hierzu liegen zwar nicht vor, da nur wenige Online-Shops solche Informationen veröffentlichen, doch ein Richtwert lässt sich trotzdem bestimmen. Für shopanbieter to go hat ChannelPilot über einen Zeitraum von sieben Wochen mehrere Millionen Klicks bei Preissuchmaschinen auf die angeschlossenen Händler ausgewertet.

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Branchenübergreifend war eine  durchschnittliche Conversion Rate von über 3 Prozent nicht unüblich. Auch eine ältere Studie von Tradoria (heute Rakuten Deutschland) aus dem Jahr 2010 bestätigt die teilweise sehr hohen Conversions bei Preissuchmaschinen. Hier wurden die Konvertierungen der größten Preisportale miteinander verglichen. Auf Platz 1 landete damals Preissuchmaschine.de mit 6,11 Prozent vor Idealo.de mit 4,47 Prozent. Von solchen Conversion Rates ist man bei vielen anderen Traffic-Quellen weit entfernt!

Welche Preissuchmaschinen lohnen sich für Sie?

Wer mit seinem Online-Shop die Reichweite von Preissuchmaschinen für sich nutzen will, steht zunächst vor der Frage, für welches Portal er sich entscheidet. Neben den zahlreichen General Interest – Preissuchmaschinen, die Produkte aller Art abdecken, haben sich in vielen Branchen zusätzlich Special-Interest-Portale etabliert, die sich nur auf den Vergleich bestimmter Produktgruppen konzentrieren.  Sich gemäß dem Gießkannenprinzip einfach mit dem kompletten Sortiment bei allen Preisportalen anzumelden, ist keine gute Idee, denn jede Listung verursacht einen zusätzlichen Arbeitsaufwand und natürlich auch Kosten. Deshalb sollte Ihr Sortiment unbedingt auch zur Zielgruppe der Preissuchmaschine passen und der Traffic des Portals ausreichend hoch sein, dass sich eine Zusammenarbeit überhaupt lohnt.

Produktdaten sind für den Erfolg entscheidend

Damit die Preisportale Ihre Angebote überhaupt listen können, müssen Sie ihnen Ihre Produktdaten zur Verfügung stellen. Und zwar exakt in der Form, die die Anbieter vorgeben und natürlich regelmäßig aktualisiert. Jonas Eisenhut,  seit 2010 bei SoQuero im Bereich Produktdatenmarketing tätig, empfiehlt deshalb, vor der Zusammenarbeit mit einer Preissuchmaschine folgende Kriterien zu überprüfen:

  • Welche Daten werden benötigt?
  • Welche Datenquellen sind zu berücksichtigen?
  • Wie sind die Prozesse der Datenverarbeitung in verschiedenen Systemen zu gestalten?
  • Welche Schnittstellen können genutzt werden bzw. müssen noch geschaffen werden?

Die Aktualität und die Qualität der Produktdaten entscheiden anschließend darüber, wie erfolgreich sich eine Zusammenarbeit mit einem Preisportal gestaltet. Sind beispielsweise Produkte, die laut Datenfeed im Preisportal als „sofort lieferbar“ angegeben sind, gar nicht vorrätig, verursachen Klicks auf solche Angebote nur Kosten, anstatt einem Shop neue Kunden zu bescheren. Mangelhaft oder gar nicht ausgefüllte Felder im Feed können dafür sorgen, dass Ihr Shop bei eigentlich passenden Suchanfragen nicht berücksichtigt wird oder USPs wie ein kostenloser Versand nicht angezeigt werden. Um Preisportale für die Kundengewinnung optimal zu nutzen, sollten Sie deshalb die folgenden Produktdaten-Tipps unbedingt beachten.

  1. Füllen Sie alle Felder des Daten-Feeds mit den entsprechenden Inhalten und sorgen Sie dafür, dass sämtliche Informationen immer aktuell sind.
  2. Betiteln Sie Ihre Produkte aussagekräftig mit möglichst allen relevanten Suchbegriffen.
  3. Texten Sie ausführliche Produktbeschreibungen, in denen Sie alle wichtigen Eigenschaften des Produkts aufführen.
  4. Achten Sie darauf, dass die im Feed angegebenen Preise immer den aktuellen Shop-Preisen entsprechen.
  5. Betten Sie professionelle Produktbilder ein. Eine hohe Qualität kann die Klickrate deutlich erhöhen.
  6. Ordnen Sie alle Produkten im Feed passenden Kategorien zu. So kann die Preissuchmaschine Ihre Produkte leichter zuordnen.
  7. Beachten Sie gesetzliche Vorgaben, falls nötig. Etwa Grundpreis- oder Energieeffizienzangaben.
  8. Bieten Sie Ihren Kunden kurze Lieferzeiten an. Dies ist ein wichtiger Faktor bei der Klick- und Kaufentscheidung.
  9. Stellen Sie Ihren Online-Shop so ausführlich wie möglich vor. Nutzen Sie alle Möglichkeiten, die Ihnen vom Preisportal angeboten werden.
  10. Werben Sie mit Gütesiegeln, falls Sie mit Anbietern wie „Trusted Shops“ oder „EHI geprüfter Shop“  zusammenarbeiten.

Klickverhalten permanent überprüfen

Da jede Preissuchmaschine eigene Vorgaben in Bezug auf die Produktdaten hat, ist die Ersteinrichtung mit einem hohen Aufwand verbunden. Zumindest dann, wenn man eine sehr hohe

Produktdatenqualität sicherstellen will. Nachdem man Preissuchmaschine und Shop-Software erfolgreich verknüpft hat, ist es mit der Arbeit aber noch längst nicht getan. Ähnlich wie bei Google Shopping- und AdWords-Anzeigen gilt es, ständig die Klicks auf Ihre Angebote im Auge zu behalten und mit den Konversionen und den Warenkorbwerten zu überprüfen.  Die Qualität des Traffics kann nämlich von Preissuchmaschine zu Preissuchmaschine sehr unterschiedlich ausfallen.

Doch das ist nicht der einzige Grund. Ebenso lassen sich auf diese Weise mögliche Schwachstellen im Feed aufdecken. Ist beispielsweise die Conversion Rate bei einem Produkt signifikant schlechter als bei anderen, kann dies darauf hindeuten, dass die Preisvergleich-Nutzer nicht das Angebot in Ihrem Shop vorfinden, das Sie erwartet haben.

Viele weitere Informationen dazu, wie Sie Preisportale effektiv für sich nutzen können und worauf Sie beim Produktdaten-Marketing achten sollten, erfahren Sie im Themen-Special „Umsatzbooster Preisportale“ in der aktuellen Ausgabe von shopanbieter to go.

Außerdem, wird ausführlich beschrieben, wie es Online-Händlern gelingt, mit Bordmitteln ein aussagekräftiges Marketing-Controlling aufzubauen und so die Rendite nachhaltig zu verbessern. – Weitere Schwerpunkte bilden die Themen AdWords Qualitätsfaktor, Google Shopping für Einsteiger und Experten. Abgerundet, werden die Inhalte von weiteren Praxistipps und ausführlichen Interviews mit Marktteilnehmern und etablierten Online-Händlern.

Alle Ausgaben des wertigen und sehr praxisnahen Online-Händlermagazins, stehen kostenlos unter https://www.shopanbieter.de/to-go zum PDF-Download bereit.

(*) Anm. d. Red.: Wir berichteten ursprünglich von 16 Mio. Besucher monatlich bei idealo. Wir möchten Sie bitten, das Versehen zu entschuldigen.

Autorenfoto bewegt sich seit 1997 beruflich im Internethandel, gilt als E-Commerce Experte und verfügt über große gelebte Praxiserfahrung. Er ist Autor mehrerer Fachbücher und einer Vielzahl von Fachartikeln zu allen Aspekten des Onlinegeschäfts. Heute berät und begleitet er vor allem mittelständische Unternehmen im E-Commerce.
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3 Comments

  1. Ich würde diese Analyse so nicht unterschreiben.

    Wenn Verbraucher wüssten, dass auf Preisportalen nur selten die günstigsten Artikel zu finden sind, sondern nur die Händler, die bereit sind entsprechend zu zahlen, würden sich Akzeptanz und Stellenwert der Preisportale unter den Verbrauchern entsprechend rasch ändern.

    Auch aus Händlersicht sind Preisportale alles andere als das Non-Plus-Ultra.

    Jeder Klick kostet. Kunden vergleichen über das Preisportal gern mehrere Produkte des gleichen Händlers mal so ganz auf die Schnelle miteinander weil es ja so bequem ist. Die Folge: Selbst bei fester Kaufabsicht erhöhen sich die Konversionskosten dramatisch!

    Bei Preisvergleich.de hatten wir Kosten von 21,82 EUR / Konversion bei einem durchschnittlichen Bestellwert von 60,32 EUR.

    Bei Billiger.de war das Verhältnis noch dramatischer. Zwar lagen die Kosten pro Konversion mit 19,67 EUR etwas niedriger, jedoch betrug der durchschnittliche Bestellwert nur 38,62 EUR.

    Fazit: Beide Preisportale eignen sich vielleicht für hochpreisige Produkte. Für niedrigpreise Artikel sind diese Preisportale völlig ungeeignet, weil viel zu teuer, denn bei derartigen Konversionskosten ist kein Plus zu erwirtschaften.

    Kommentar by Ralph P. Görlach — 14. Oktober 2014 @ 10:59

  2. Ja, Preisportale können zum Eurograb für Händler werden. Siehe auch unser kürzlicher Artikel „Praxisbeispiel: Wie ein Umsatzturbo beinahe in die Insolvenz führte“.

    Aber, es kann auch genau andersrum sein. Es gibt Händler die mit einzelnen Preisportalen (nicht mit allen) eine zweistellige Konversion machen. Es gibt aber auch Händler die quasi keine Konversion haben.

    Kann also so oder so laufen. Nur eines ist sicher: Das Thema ist kein Selbstläufer und es genügt nicht die Werbung einfach nur laufen zu lassen. Wie immer steckt etwas Arbeit dahinter, sollte sie Aussicht auf Erfolg haben.

    Ich kann wirklich nur jedem Online-Händler nahelegen sich die aktuelle Ausgabe unseres Magazins zu dem Thema durchzulesen!

    Vermutlich gibt es im Netz kein kompakteres Werk dazu.

    Kommentar by Peter Höschl — 14. Oktober 2014 @ 11:27

  3. Ich hätte da eine Optimierungsmöglichkeit für Ralph: Wenn möglich, würde ich beispielsweise einen Feed mit eher höherpreisigen Produkten an Billiger.de schicken. So kannst du sicherstellen, dass die Warenkörbe nicht zu klein sind..

    Kommentar by Sascha — 8. Dezember 2014 @ 17:09

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