Der deutsche E-Commerce-Markt wird enger

Von: | 23. Mai 2013
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Wir hatten ja kürzlich bereits darüber berichtet, dass internationale Versender in den deutschen Markt drängen. Nun hat ibusiness.de das Thema aufgegriffen und die Situation in einem sehr ausführlichen Artikel (nur heute kostenlos) nochmals von verschiedenen Seiten durchleuchtet.

Im Rahmen unserer monatlichen, kostenlosen internationalen Preisindizes vergleichen wir ja für jeweils sechs unterschiedliche Artikel und Produktgruppen, die aktuelle Marktsituation, hinsichtlich Verkaufspreise, Marketingkosten und Absatzchancen in zehn  europäischen Ländern. Dabei zeigt sich regelmäßig folgendes Bild für den deutschen Markt:

  • ist gemeinsam mit UK der größte Absatzmarkt
  • hat die niedrigsten Verkaufspreise
  • hat die höchsten Marketingkosten (und Wettbewerb)

Die Kombination der hochen Marketingkosten und niedrigen Verkaufspreise, taugt durchaus dazu einen Teil des ausländischen Wettbewerbs vom Einstieg in den deutschen Markt abzuhalten.

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Wie auch Henning Heesen, von Salesupply, im ibusiness-Interview bestätigt: „Wir hatten tatsächlich einige Kunden, die eigentlich nach Deutschland expandieren wollten, sich aber nach unserer Analyse dagegen entschieden haben, weil es sich für sie einfach nicht lohnte.

Dennoch, wagen es mittlerweile immer mehr. Auch im erwähnten Artikel, werden neben Asos.com und Marks & Spencer, weitere große Händler mit internationaler Erfahrung aufgezählt. So könnten diese mit ihrem Marketingbudget vor allem kleineren Shops, die dem marketingtechnisch weniger entgegenzusetzen haben, so manchen Kunden streitig machen.

Wachstum schwer gemacht

Aber was einerseits, zur Abschreckung vor allem kleinerer ausländischer Händler taugt, wirkt sich natürlich auch auf den deutschen Online-Händler aus.

Der schlechten Bedingungen im heimischen Markt wegen, wird es immer schwerer sein Unternehmen auf Wachstum zu bringen.

Oder wie Heesen, es skizzierte: „Kleinere Shops werden sich die vordersten Plätze in den Google-Adwords-Rankings nicht mehr leisten können, wie die kleinen Geschäfte die Ladenflächen in den Fußgängerzonen nicht mehr zahlen können.“

Einen Ausweg aus dem Dilemma, haben wir heute bereits in unserem Artikel „Raus aus der Wachstumsfalle“ aufgezeigt. Die andere Möglichkeit ist, selbst ins Ausland zu expandieren.

Flucht nach Vorne

Denn, wie von uns auch in den bereits erwähnten Preisvergleichen bereits oft nachgewiesen, sind die Rahmenbedingungen in den europäischen Ländern meist deutlich besser, was Verkaufspreise und Marketingkosten betrifft.

So ergaben die Recherchen unseres Partners Salesupply, für einen untersuchten Tennisschläger im Ausland beispielsweise bis zu 20% höhere Verkaufspreise, bei gleichzeitig 20% niedrigeren Marketingkosten. Sogar bei  einem Multifunktionsdrucker lag die KUR (Kosten-Umsatz-Relation) im Ausland um 50% niedriger. Produktbeispiele für die Attraktivität der internationalen Expansion gibt es genug.

Beste Chancen für deutsche Händler

Last, but not least – gerade deutsche Internethändler haben beste Chancen im Ausland. Der harte Wettbewerb, die niedrigen Preise, gute Versandkostenbedingungen und eine große Produktvielfalt macht deutsche Verkäufer im Vergleich mit ausländischen Wettbewerbern oft überlegen. Umso erstaunlicher, dass die überwiegende Zahl der deutschen Onlinehändler nur im Inland verkauft und nicht auch im Ausland präsent ist, wo das Verkaufen oft leichter fällt.

Prozesse in den Griff bekommen, dann ins Ausland expandieren

Bereits Anfang des Jahres, hatte ich ja folgende Strategie als E-Commerce-Trend des Jahres bei Shopware skizziert:

Ich erwarte in den nächsten Jahren in vielen Produktsegmenten eine Marktbereinigung. Denn auch wenn wir im E-Commerce den (Umsatz-) Gipfel noch lange nicht sehen, wird die Luft für bestehende Händler schon jetzt immer dünner.

Die sog. Big Player werden in Zukunft ein immer größer werdendes Stück vom Kuchen abbekommen. Dazu kommen die Marktplätze und auch ausländische Anbieter, die in den deutschen Markt drängen. Kurze Randnotiz: Auch deshalb sollte sich jeder Shop-Betreiber regelmäßig fragen, warum sein heutiger Kunde auch morgen noch bei ihm einkaufen sollte.

Nur wer seine internen Abläufe im Griff hat und beispielsweise auch weiß, welche Marketingkanäle welchen Erfolg und welche Kosten (auch Kosten wie Abwicklung, Payment oder Retouren) mit sich bringen, kann dieser Marktbereinigung einigermaßen gelassen entgegensehen.

Und wer nicht nur bewahren, sondern auch wachsen möchte, sollte in 2013 die Chancen und Risiken der Internationalisierung genauestens für sich prüfen. Sofern das Kerngeschäft und die Prozesse auf gesunden Beinen stehen, kann dies in vielen Fällen der richtige Schritt für die Expansion sein. Immerhin können beispielsweise im europäischen Ausland teilweise deutlich höhere Verkaufserlöse erzielt werden.

Weiterführende Links

Internationaler Marktcheck und Nachrichten
Raus aus der Wachstumsfalle
Artikel bei ibusiness.de


Internationaler Preisindex

Internationaler Preisindex

Gerade deutsche Internethändler haben beste Chancen im Ausland. Der harte Wettbewerb, gute Versandkostenbedingungen und eine große Produktvielfalt macht deutsche Verkäufer im Vergleich mit ausländischen Wettbewerbern oft überlegen.

Ein aktueller Preisvergleich für verschiedene Produkte in zehn europäischen Ländern zeigt nicht nur deutliche Unterschiede im erzielbaren Verkaufspreis, sondern auch bei den Marketingkosten. [weiterlesen]

 

Autorenfoto bewegt sich seit 1997 beruflich im Internethandel, gilt als E-Commerce Experte und verfügt über große gelebte Praxiserfahrung. Er ist Autor mehrerer Fachbücher und einer Vielzahl von Fachartikeln zu allen Aspekten des Onlinegeschäfts. Heute berät und begleitet er vor allem mittelständische Unternehmen im E-Commerce.
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3 Comments

  1. […] Der deutsche E-Commerce-Markt wird enger […]

    Pingback by Neue Kampagne: PayPal geht bei Verbrauchern in die Offensive [5 Lesetipps] | Handelskraft – Das E-Commerce und Social-Commerce-Blog — 27. Mai 2013 @ 13:15

  2. —–Zitat—–
    „Umso erstaunlicher, dass die überwiegende Zahl der deutschen Onlinehändler nur im Inland verkauft und nicht auch im Ausland präsent ist, wo das Verkaufen oft leichter fällt.“
    —–Zitat Ende—–

    Das wird sich auch erst dann ändern, wenn die Gesetze in allen EU-Ländern endlich angepasst sind.
    Beispielhaft für unbekannte Gesetze sei genannt, dass in Frankreich im Impressum der Provider mit Namen und Adresse/Telefon genannt werden muss.
    Das hat einen deutschen Shop-Betreiber vor einem französischen Gericht 75.000 Euro Strafe gekostet.
    So ein Risiko geht doch keiner ein bzw. kann keiner eingehen!
    Und bezahlbare Anwälte die sich mit allen EU-Gesetzen auskennen, sind sogar noch teurer als die Strafzahlungen!

    Das „Erstaunen“ kann ich darum nicht nachvollziehen!

    Die Überschrift:
    „Beste Chancen für deutsche Händler“
    möchte ich ändern in:
    „Beste Konkurs-Chancen für deutsche Händler“.

    Kommentar by cucinate — 28. Mai 2013 @ 07:41

  3. […] Perspektive – Wettbewerber wie Alibaba und Rakuten treten in den deutschen Markt ein und verschärfen den Wettbewerb noch weiter. Andererseits internationalisieren schon Startups immer […]

    Pingback by Internationalisierung im E-Commerce – Gründe um Deutschland den Rücken zu kehren | Handelskraft – Das E-Commerce und Social-Commerce-Blog — 4. Juni 2013 @ 15:00

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