Rakuten Deutschland (Tradoria) – so war das letzte Jahr und so geht es weiter

Von: | 8. Februar 2012
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Vorvergangenen Samstag lud Tradoria bzw. seit kurzem ja Rakuten Deutschland wie sie seit der Übernahme durch den japanischen E-Commerce Big Player richtigerweise heißen muss zum mittlerweile vierten Mal nach Bamberg.

Bestachen die Veranstaltungen in den Jahren zuvor durch ihre Praxisvorträge, mussten diese in 2012 verständlicherweise etwas zurückstehen. Stattdessen, gab es sehr viele Informationen rund um Rakuten und deren Ziele, gemeinsam mit den Händlern. Dennoch sollte sich der Besuch für alle bestehenden Rakuten-Händler und solche die es werden möchten, gelohnt haben.

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Im Vorfeld gab es ja durchaus einige Vorbehalte und Befürchtungen, dass sich der Besitzerwechsel nachteilig auf die mittelweile über 6.000 Händler auswirken könnte. Wie von verschiedenen Teilnehmern jedoch zu hören war, wurde die Antrittsrede von Rakuten-Gründer und CEO Hiroshi Mikitani und dessen Zukunftsvisionen dann umso positiver aufgenommen.

Erklärtes Ziel ist dabei, die weltweit die Nummer 1 als Internet-Dienstleister zu werden. Unser Redakteur Matthias Hell führte kürzlich ein ausführliches Interview mit Gründer und CEO von Rakuten Inc., Hiroshi Mikitani. In diesem erläuterte er ausführlich seine Ziele und Pläne. Eine ausführliche Übersicht zum Unternehmen und Plänen gibt es auch in unserem Artikel Rakuten – der unbekannte Riese aus Fernost.

Rakuten Eco-System

Dreh- und Angelpunkt bei der Realisierung der durchaus ambitionierten Ziele soll dabei das sog. Rakuten Eco-System bilden. In Japan beispielsweise gelingt es offensichtlich durch die Vernetzung der vielfältig angebotenen Dienstleistungen eine sehr hohe Kundenbindung zu erreichen. So können beispielsweise durch die Reservierung eines Golfplatzes oder Buchung einer Reise sog. Rakuten Superpunkte gesammelt werden, welche später im Marktplatz und bei anderen Dienstleistungen eingelöst werden können. Ähnliches ist auch in Europa geplant bzw. hat das ehemalige Tradoria dieses Bonussystem bereits übernommen. Ob sich dieses, in Japan offensichtlich sehr akzeptiertes, Bonussystem auch in Deutschland zur Marketingmaschine durchsetzen wird, bleibt selbstverständlich abzuwarten.

Auch den stationären Handel möchte Mikitani künftig einbinden. So gäbe es in Japan bereits konkrete Überlegungen diese beispielsweise über mobile Affiliate-Programme einzubinden. Auch hierzu äußerte sich der 47jährige im geführten Interview ausführlich.

Zahlen, Daten und Fakten zu Rakuten (Tradoria) Deutschland

Aber es ging ja nicht nur um die zukünftigen Aussichten mit und durch Rakuten. So wurde erfreulicherweise auch dieses Jahr wieder das Format „Zahlen zu Rakuten“ beibehalten und so ein Rückblick auf das Jahr 2011 gehalten.

  • 50.000.000 Besucher
  • Umsatzverteilung: 55% Händler-Shops und 45% Rakuten-Marktplatz
  • über 6.000 Händler
  • 8.700.000 Produkte
  • 1.945.035 verkaufte Produkte
  • 23.330.649 Risiko- und Bonitätsabfragen im Bestellvorgang
  • 35.250 postalische Mahnungen
  • Durchschnittliche Retourenquote: 4,8%
  • 156.938 geführte Telefonate im Kundenservice
  • Höchster Warenkorb: 10.210 Euro
  • Teuerstes verkauftes Produkt im Wert von 7.170 Euro
  • 197.711 Euro wurden mit dem umsatzstärksten Produkt erzielt
  • Größtes verkauftes Produkt: 6 x 9 Meter großes Carport

Top5-Kategorien (nach Umsatz)

  1. Möbel, Wohnen & Lifestyle
  2. Haus & Garten
  3. Beauty & Wellness
  4. Baby & Kind
  5. Mode & Accessoires

Rakuten Universität

Im Anschluss daran erfuhren die Teilnehmer was Rakuten im neuen Jahr für ihre Händler plant. Besonders interessant fand ich die Ausführungen zur Weiterentwicklung der einzelnen Händler in Zusammenarbeit mit diesen.

Interessant deswegen, da dies m.E. alleine schon frei nach dem Pareto-Prinzip (20% der Händler machen 80% des Umsatzes) ein wichtiger Schritt und m.E. zukunftsweisend ist. Diese starken Händler gilt es unbedingt weiter zu entwickeln. Gleichzeitig, können die umsatzschwächeren Händler unterstützt und je nach Potential gezielt gestärkt werden.

So wird es wie bei Rakuten in Japan auch in Deutschland künftig eine Universität zur Unterstützung und Weiterbildung ihrer Händler geben.In dieser Rakuten Universität bietet das Rakuten Deutschland Team Präsenzschulungen, Webseminare und Workshops für Einsteiger und Fortgeschrittene. Der Start ist für Sommer 2012 geplant, wobei die Angebote teilweise kostenpflichtig sein werden.

Inhaltlich sind die Angebote modular aufgebaut in drei Phasen:

  1. Start mit Themen wie Planung, Shoperöffnung, Neukunden gewinnen, Onlineshop verbessern
  2. Wachstum mit Themen wie Entscheidungen, Ziele setzen, Marketing, Ressourcenplanung
  3. Etablierung mit Themen wie Unternehmensführung, Management, Sortimentsgestaltung

ECC

Flankiert werden die Seminare und Workshops von E-Commerce Consultants (ECC). Die Rakuten-Consultants werden strategische Themen im persönlichen Gespräch oder telefonisch mit den Händlern besprechen. Unterstützt von aussagekräftigem Zahlenmaterial, werden in diesen – sicherlich regelmäßigen – Gesprächen Möglichkeiten zur Umsatzsteigerung über Sortimentssteuerung und Marketing aufgezeigt.

Die zum Start sechs Consultantswerden dabei nach Sortimentsgruppen aufgeteilt. Ich bin gespannt, ob dies die richtige Entscheidung ist oder ob es besser gewesen wäre, nach Betriebstyp (Versender, Einzelhändler) oder Betriebsgröße zu unterscheiden.

Wie ich aus eigener Erfahrung weiß, ist dies eine sehr wichtige und gleichzeitig erfolgreiche Maßnahme. Einerseits, kann man in diesen Gesprächen auf Optimierungsmöglichkeiten seitens des Händlers aufmerksam machen. Dies betrifft in der Regel vor allem die Produktdatenqualität, Bestandsdaten oder Lieferzeiten und Servicequalität.

Andererseits schafft man es in diesen persönlichen Gesprächen die Händler stärker an sich zu binden und für sich zu begeistern. Und kann dabei auch gemeinsame Marketingkampagnen oder Werbeplätze im eigenen Marktplatz verkaufen.

Ich hoffe sehr, dass sich auch andere E-Commerce-Anbieter und Dienstleister ein Beispiel nehmen werden und ihre Händler künftig mit KnowHow unterstützen. Insbesondere für transaktionsabhängige Geschäftsmodelle zahlt sich dieses direkt in den eigenen Umsatz aus und ist zusätzlich ein starkes Kundenbindungsinstrument.

Autorenfoto bewegt sich seit 1997 beruflich im Internethandel, gilt als E-Commerce Experte und verfügt über große gelebte Praxiserfahrung. Er ist Autor mehrerer Fachbücher und einer Vielzahl von Fachartikeln zu allen Aspekten des Onlinegeschäfts. Heute berät und begleitet er vor allem mittelständische Unternehmen im E-Commerce.
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1 Kommentar

  1. […] Speziell Tradoria hat unter Rakuten nun, einen entsprechend langen Atem vorausgesetzt, die besten Karten zu einer ernsthaften Alternative zu Amazonheranzureifen. Peter Höschl hat im Shopanbieter-Blog nochmals die spannendsten Entwicklungen und Initiativen zusammengefasst. […]

    Pingback by Jochen Krisch: Warum wir Alternativen zu Amazon und Ebay brauchen « buchreport.blog — 15. Februar 2012 @ 09:26

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