Magento Upgrade – Lohnt der Aufwand?

Von: | 9. September 2011
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[Gastartikel von Maren Schuster, bloopark.de] Seit Februar 2011 steht die letzte stabile Version der Community-Edition von Magento bereit. Die Version hört auf den Namen 1.5“. Da der erste Release 1.5. noch einen Sicherheitsmangel enthielt, wurde schnell die Version 1.5.0.1 nachgeschoben. Vor kurzem hat Magento auch eine stabile Version 1.6. veröffentlicht, die mit einem Browser und Hardware übergreifenden stabilen Warenkorb (persistent shopping cart) aufwartet und erstmals auch neue Datenbankentypen (MySQL) integriert. Exakte Einblicke gewähren die Releasenotes auf der Magentocommerce-Seite. Da Magento 1.6 noch sehr neu ist und die Version 1.5“ relevantere Neuerungen mit sich bringt, beschäftigt sich dieser Artikel mit den Funktionen von Magento 1.5“ und der Frage, in welchen Fällen ein Upgrade sich lohnt und vor allem, wie es abläuft.

Was ist neu an Magento 1.5“?

  • Keine Rundungsfehler mehr

In der Version 1.5“ sind zahlreiche Fehler behoben worden. Allen voran ein Bug, der seit dem ersten Magento-Release, die Geschäftsbücher der Onlinehändler belastet. Ein Bug innerhalb der Steuerberechnung. Er sorgte jeweils für Rundungsfehler, die dann zu Differenzen mit den ERP-Systemen führten, da die Zahlen nicht kongruent waren. Jetzt rundet Magento in jedem Einkaufsfall richtig, selbst wenn Kunden aus dem Nachbarland einkaufen oder ein Kunde prozentuale Rabatte via Gutschein beim Kauf einlöst. Wie auch der Test von den webguys zeigt. Lediglich bei Configurable Products besteht noch ein Problem. Dieses kann durch ein eigens entwickeltes Plugin gelöst werden.

  • Neues ImportExport-Modul

Wesentlicher ist aber das neue ImportExport-Coremodul, das durch den direkten Zugriff auf die Magento-Datenbank den Datenimport erheblich beschleunigt.

  • Mehr Optionen beim Bestellstatus/Warenkorb/neue Api

In der Menüführung im Backend gibt es zudem einige Neuerungen: z.B. zusätzliche Bestellstatus sowie die Möglichkeit die Produkte im Warenkorb nachträglich anzupassen.

Auch die Magento-Core-Api liegt in neuer verbesserter Version und mit zusätzlichen Funktionen vor. So dass das Entwickeln neuer Module erleichtert ist und man zudem jetzt mit SOAP auf den Warenkorb zugreifen kann.

  • Auszug aus dem großen kleinen Rest

    • PayFlowLink HSS Integration
    • Aktualisierung des Zend Framework auf die Version 1.11.1
    • Verbessertes Speicherhandling des Magento-Product-Model
    • PayPal-Bezahlmethode
    • App-Previewer für Android und iPad in XmlConnect

Vor jedem Upgrade

Im Vorfeld sollte genügend Zeit für das Upgrade und für die anschließende Testphase eingeplant sein. Zudem muss unbedingt ein Datenbank-Backup sowie ein Backup der Daten (FTP-Sicherung) aus dem aktuellen Magento-Shop durchgeführt werden.

Sämtliche verwendete Extensions sollten auf Lauffähigkeit in der Version 1.5“ von Magento geprüft werden. Außerdem ist es sinnvoll im Zuge des Upgrades über etwaige Funktionalitäts- od. Designanpassungen nachzudenken.

Fehlervermeidung beim Upgrade auf 1.5“

Häufig erhält man nach einem regulären Upgrade über die Eingabe der entsprechenden Codezeile (magento-core/Mage_All_Latest) in den MagentoConnectManager ein verzerrtes Shopsystem. Das Beheben der auftretenden Fehler ist meist wesentlich zu zeitaufwändig. Es ist aber andererseits für jeden Onlineshopbetreiber sehr wichtig, Kunden-, Produkt- und Bestelldaten sowie sämtliche Einstellungen aus dem bestehenden Shop beizubehalten, d.h. bei einem Upgrade mitnehmen zu können.

Um einen bestehenden Shop in die neue Version 1.5“ zu verbringen und gleichzeitig die Daten und Einstellungen zu behalten, hat sich folgende Vorgehensweise als geeignet herausgestellt:

Nach einem Shop-Backup führt man zuerst über den MagentoConnectManager ein reguläres Upgrade per Eingabe der entsprechenden Codezeile durch. Zeigt sich danach ein verzerrtes System, extrahiert man die upgegradete Datenbank und setzt das Shopsystem selbst mit allen gewünschten Extensions und manuellen Einstellungen in der Version 1.5“ neu auf. Aus der bereits upgegradeten Datenbank werden alle Kunden-, Bestell- und Produktdaten im Anschluss implementiert, so dass ein fehlerfreier Shop in der Version 1.5“ inklusive aller bisherigen Daten und Einstellungen vorliegt. Im Zuge des Neuaufsetzens können schließlich Design- und/ oder Funktionalität, so gewünscht, angepasst werden.

Der Zeitaufwand für ein Upgrade variiert je nach Größe und Komplexität des Shops. Wesentlich für den Aufwand sind das verwendete Theme und die Magento-Version, in der der Shop momentan vorliegt. Der eigentliche Upgrade-Vorgang (Umschalten von „alt“ auf „neu“)läuft automatisiert ab. Bis der neue Shop „life“ geht, läuft er in der bisherigen Version auf dem alten Server weiter und ist auch für Kunden erreichbar. Alle Arbeiten an der neuen Version laufen an einer kopierten Shopversion, die auf dem Agenturserver liegt. Tatsächlich kommt es dann nur zu einer sehr kurzen Zeit, in der der Shop nicht erreichbar ist. Diese kann man in eine Zeit mit wenig Traffic legen.

Warum upgraden?

Onlineshops sind aufwändig zu pflegen. Wenn der eigene Shop gerade gut funktioniert, fragt man sich, wieso upgraden? Magento als Open-Source-System entwickelt sich beständig weiter. Die in der neuen Version behobenen Fehler und neuen Funktionen stellen ein Argument „pro Upgrade“ dar, nicht nur für den alltäglichen Geschäftsablauf, sondern auch mit Blick auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Langfristig ist es zudem gut seinen Shop in der aktuellen Magento-Version vorliegen zu haben. Nicht nur um von den verbesserten Funktionalitäten zu profitieren, sondern um sich als Shopbetreiber Entwicklungsmöglichkeiten offen zu halten. In der neusten stabilen Version 1.5“ ist der eigene Shop zukunftssicher. Das heißt, dass im Bedarfsfall relativ sicher und ohne großen Aufwand neu entwickelte Extensions implementiert werden können. Neuentwicklungen orientieren sich naturgemäß an der jüngsten stabilen Version.

Ein Upgrade ist natürlich nur sinnvoll, wenn man mit der Shopsoftware Magento zufrieden ist und langfristig weiter mit Magento arbeiten und professionell online verkaufen möchte. Darüber hinaus sollten hinreichend finanzielle und zeitliche Kapazitäten vorhanden sein, um sich mit dem Neuausbau des Onlinegeschäfts beschäftigen zu können.

Kann ich das Upgrade selbst durchführen?

Prinzipiell kann man ein Upgrade selbst durchführen. Insbesondere wenn man einen kleinen Standardshop (ohne Extensions) betreibt, dürfte ein Upgrade über den neuen MagentoConnectManager gut funktionieren. Doch kaum ein (deutscher) Shop läuft ohne Extensions. Da in der Modularität die Stärke von Magento liegt und viele Extensions kostenfrei sind, ist es ungewöhnlich, wenn diese nicht genutzt wird. Allein schon aus rechtlichen Gründen haben nahezu alle deutschen Shops das German Market Ready-Modul installiert. Außerdem ist es für Laien schwer das komplexe Szenario eines Upgrades zu überblicken. Wenn dann noch ein Upgrade ohne vorheriges Shop-Backup ausgelöst wird, sind finanzielle Einbußen im Falle von auftretenden Schwierigkeiten mit dem upgegradeten Shop vorprogrammiert.

Fazit: Ein Upgrade auf die Magento-Version 1.5“ ist mit zeitlichem und u.U. auch mit finanziellem Aufwand verbunden. Gleichzeitig stellt das Upgrade aber eine Chance dar den eigenen Shop neuauszurichten, d.h. mit neuen Funktionen bzw. Design auszustatten, und von der neuen Funktionalität in der Version 1.5“ zu profitieren.

Mehr Information auf www.magento-upgrade.de. Case Study zum Thema.

Autorenfoto widmet sich 1998 beruflich dem E-Commerce. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für Webkonzepte und Onlinemarketing sowie Autorin für Artikel und Ratgeber (auch Ghostwriting) und Pressetexte. Besonders gern betreut sie Websites ganzheitlich von der Planung über die Realisierung bis zur fortlaufenden Content-Pflege und gibt Ihre Erfahrung in regelmäßigen Workshops zu Marketingthemen weiter.
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