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Facebook-Digest KW 6: Das leidige Thema DSGVO * Ermahnungen führen zu Sperrungen * DHL holt nicht mehr * neue Betrugsmasche? * Erfolg mit Keywords

Willkommen zum Facebook-Digest der KW 6. Ja, wir haben gern weggesehen. Aber nun können wir nicht mehr so weitermachen. Die DSGVO kommt und wir können sie nicht länger ignorieren. Genauso wenig sollte man als Händler Ermahnungen des Marktplatzes ignorieren, über den man seine Ware verkauft. Denn dann fliegt man evtl. schneller heraus als gedacht. Selbst schuld, aber gut, wenn dies dann nicht als GAU gewertet wird. Nicht selbst Schuld, aber dafür ein Super-GAU ist es, wenn die DHL einfach nicht mehr abholen kommt. Gar nicht mehr. Und einliefern auch nicht erlaubt. Ja, was denn dann? Dafür wollen manche Kunden momentan unbedingt abholen. Kommen auch gern 300 km für einen 35,- Euro-Artikel. Seltsam. Gottseidank gibt es auch eine Erfolgsstory: Bei Amazon von Null auf 1.500 Keywords in nur sieben Tagen. Wahnsinn!

Das aktuelle große Ding…

…ist die DSVGO – Datenschutzgrundverordnung. Wer sich noch nicht damit befasst hat, für den wird es dringend Zeit, dies zu tun. Die gute Nachricht: Vieles war bislang eh schon so streng enggefasst geregelt, dass die DSVGO hier keinen großen Änderungsbedarf mit sich bringt. Die schlechte Nachricht: Eins drauf geht immer und so bringt die DSGVO eben doch auch Neues mit sich, Stichworte sind hier beispielsweise Verfahrensverzeichnis,Recht auf Datenübertragbarkeit und auch die Forderung nach einer „einfachen Sprache“ in der Datenschutzbelehrung. Eine FAQ rund um Fragen speziell für Onlineshops gibt es jetzt hier – und in den Kommentaren zeigt sich, dass nach wie vor Fragen offen bleiben.

Bewertungsschmu und raus bist Du.

So schnell kann es gehen: Nur ein paar Mal verwarnt und schon gesperrt. Gut dass eBay für diesen Händler verzichtbar ist. Vermutlich hatte er daher die Verwarnungen bezüglich Kontaktdaten-Übermittlung nicht so richtig ernst genommen. Merke: Verwarnungen bitte wirklich ernst nehmen!

Das sei vor allem auch diesem Händler ins Stammbuch geschrieben, der das aber offenbar noch nicht so recht glauben mag. Das ist nicht sehr spannend. Sehr wohl spannend in dem Thread sind dagegen die Hinweise in den Kommentaren von Händlern, wie viele Bewertungen bei ihnen aktuell gelöscht wurden – und worüber diese generiert worden waren.

Wenn der Postmann nicht mehr klingelt

DHL schließt Zustellbezirke, weil Amazon nun selbst ausliefert. Zumindest soll dies laut DHL für den Zustellbezirk Köln Sülz/Lindenthal gelten und von heute auf morgen wird hier nun nicht mehr abgeholt. Besonders nett: Dem Händler wird auch untersagt, die Pakete selbst einzuliefern. Die Folge ist der Super-GAU: Der Händler sitzt auf seinen Paketen und die Kunden warten. Kurzfristig gibt es ein Aufatmen, denn hier helfen sich Händler gegenseitig. Aber wie geht man grundsätzlich mit der Situation um? Vor allem, falls diese Schließung durch DHL wegen gesunkener Auslastung dank Amazon-Selbstauslieferung nicht die einzige bleiben sollte…

Neue Masche?

Dann kommt statt dem Postmann jetzt der Kunde, aber was ist das denn bitte für eine neue Masche: Immer mehr Händler berichten von Bestellungen auf eBay, bei denen die Kunden per Mail um die Möglichkeit zur Abholung bitten – teilweise mit identischem Wortlaut in den Nachrichten und oft mit Wohnsitz weit vom Händlersitz entfernt. Der Gedanke drängt sich auf, dass da wohl kaum etwas Gutes hinter steckt. Wo der mögliche Gewinn für den Abholer aussehen könnte, ist allerdings (noch) unklar.

Von Null auf 1.500 Keywords

In just seven days, I will make you: Nein, keinen Muskelmann, sondern einmal durchstarten auf Amazon. Und das ganz ohne Bewertungen! Dass das geht, zeigt dieses Beispiel eines Händlers, der nach eigenen Aussagen nur „die Hausaufgaben“ gemacht und seine Keywords optimiert hat. Binnen einer Woche rankte er mit 370 KWs auf Seite 1 und 330 KWs auf Seite 2 und hatte 287 Verkäufe. Was für ein toller Erfolg dank „Hausaufgabenfleiß“. Aber nur zur Sicherheit noch mal die Klarstellung: Ja, es sind 250 Bytes insgesamt, nicht pro Zeile.

Der Wahnsinn der Woche

Amazon versendet einen Gürtel. Einen. Gürtel. Das Paket misst ca. 120 x 80 cm.

Herzlich aus Hürth
Nicola Straub

Bild: Mizter x94 via Pixabay