Aktuelle News

eBay Tiefpreisgarantie ist überhaupt nicht WOW

Von: | 11. Juli 2017 | Vertrieb
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Der Online-Marktplatz eBay will im Preiskampf mit den größten deutschen Online-Händlern mithalten und importiert dafür seine gerade erst in den USA gestartete „Price Match Guarantee“ nach Deutschland. Hierzulande heißt das neue Features „Tiefpreisgarantie“ und versteckt im Kleingedruckten so einige Haken. WOW geht anders!

„Unsere WOW-Angebote sind einsame Spitze. Sollten Sie woanders doch mal einen günstigeren Preis sehen, passen wir unseren für Sie an. Wir sind eben WOW!“ So bescheiden kündigt eBay seit letzter Woche seinen Kunden die neue Tiefpreisgarantie an, die in diesem Monat zeitgleich in Deutschland, Großbritannien, Spanien, Italien und Frankreich eingeführt wird. Sie gilt ausschließlich für eBay-WOW-Angebote, europaweit also für etwa 35.000 Produkte. In Deutschland gibt es rund 15.000 WOW-Angebote.

eBay-WOW-Tiefpreisgarantie

„Die große Mehrheit unserer mehr als 15.000 WOW! Angebote ist bereits preisgünstiger oder zum gleichen Preis wie bei unseren Wettbewerbern erhältlich“, erklärt Eben Sermon, seit kurzem neuer Vice President EBay Germany in einer Video-Botschaft. „Nun gehen wir noch einen Schritt weiter: Wenn ein Käufer einen im Rahmen der eBay WOW! Angebote erhältlichen Artikel bei einem der definierten Wettbewerber zu einem günstigeren Preis findet, passen wir für diesen Kunden unseren Preis dem des Wettbewerbsangebots an.“

In der Praxis heißt das: Ein Kunde muss sich das gefundene, günstigere Konkurrenz-Angebot vom Kundenservice verifizieren lassen und erhält dann einen Gutschein auf die Preisdifferenz. Der Gutschein kann nur bei Zahlung über Paypal eingelöst werden und ist noch dazu nur 24 Stunden lang gültig. Die Kosten für den Ausgleich der Preisdifferenz übernimmt tatsächlich eBay selbst; sie werden nicht auf den Verkäufer des betreffenden Angebots umgelegt. Deshalb müssten die Händler auch nicht gefragt werden, ob sie der Teilnahme ihrer Angebote an der Garantie zustimmten, so eine Sprecherin von eBay auf Nachfrage von shopanbieter.de – die Garantie gilt deshalb mit ihrer Einführung für alle verfügbaren WOW!-Angebote. (Weiterlesen…)

 

Drei Monate real.de: Händler ziehen positive Bilanz

Von: | 18. Mai 2017 | Vertrieb
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Nach der Fusion mit Hitmeister und einer fast einjährigen Übergangsphase startet real.de jetzt durch. Viele Händler berichten, basierend auf ihre bisherigen Zahlen, über deutliche Umsatzsprünge. Der Schalter wurde vor drei Monaten umgelegt: Seit dem 15. Februar ist der ehemalige Onlinemarktplatz Hitmeister ein Teil von real.de. Mit der Übernahme von Hitmeister dürfte sich die Metro-Tochter real.- – bis dato nicht gerade ein Vorbild in Sachen Digitalisierung – mit einem Schlag auf Platz 3 der deutschen Onlinemarktplatz-Charts katapultiert haben: 4.500 Marktplatzhändler bieten auf real.de etwa 5 Millionen Produkte in rund 5.000 Kategorien an. Der Marktplatz verzeichnet 10 Millionen Besucher im Monat.

Das klingt auf den ersten Blick nach einem ordentlichen Pfund; dennoch musste und muss sich real.- einiges an Hohn und Spott in Bezug auf seine Hitmeister-Strategie anhören, vor allem in Sachen Marketing. Denn da bleibt die Supermarktkette ihrer Stationär-DNA scheinbar treu: Der Onlineshop bzw. Marktplatz wird wohl vornehmlich offline über die klassischen Kanäle beworben, beispielsweise in den 23 Millionen Werbeprospekten, die real.- wöchentlich verteilt. Am POS weisen Plakate in den Gängen und auf den Parkplätzen auf real.de hin. Und dann sind da natürlich noch die Hussen über den Ausgangsschleusen hinter den Supermarktkassen, über die sich der geschätzte Kollege Steier kürzlich gewohnt charmant ausgelassen hat.

Zugegeben: Das sieht jetzt nicht unbedingt nach bahnbrechender Innovationskraft aus. Aber im Handel zählt ja letztlich nur das, was unterm Strich steht. Und da sieht es den ersten vorsichtigen Erfahrungsberichten zufolge überraschend gut aus. In den einschlägigen Händlergruppen auf Facebook berichten viele ehemalige Hitmeister-Verkäufer von deutlichen Umsatzsteigerungen, seit real.- den Shop offensiv (wenn auch nur stationär) kommuniziert. Dem stimmt auch Thomas Weigel von heimundbuero.de zu, der seit 2010 Hitmeister-Partner war und jetzt auf real.de verkauft:

„Es ist deutlich zu spüren, dass real.- als Marke einen sehr hohen Stellenwert für die Kaufentscheidung der Kunden darstellt“, berichtet der Händler. „Durch TV-Werbung und Hinweise in Werbebeilagen steigt die Akzeptanz der Kunden und es ist ein deutlicher Anstieg der Umsätze zu verzeichnen.“

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Änderungen bei eBay: Kontaktmöglichkeiten werden eingeschränkt, Bildrechte werden eingeschränkt, Retourenkulanz wird belohnt

Von: | 16. Mai 2017 | Vertrieb
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Letzte Woche verkündete Ebay weitere Neuerungen für gewerbliche Händler – und die haben es in sich. In den Verkäufer-Foren kochen die Gemüter bereits hoch. Denn die Änderungen bedeutet vor allem eines: einen Haufen zusätzliche Arbeit für Händler.

Größter Aufreger aus Händlersicht dürfte dieser Passus der offiziellen Mitteilung des Online-Marktplatzes sein: „Ab September 2017 ist es Händlern bei eBay nicht mehr gestattet, Kontaktinformationen in Artikelbeschreibungen, Bildern, im Verkäuferprofil und in eBay Shops einzubinden. (…) Verkäufer und Käufer sollen zukünftig nur noch über die Nachrichten-Tools von eBay wie „Meine Nachrichten“ oder „Preisvorschlag“ Kontakt zueinander aufnehmen.“ Das heißt: Kunden, die telefonisch mit dem Ebay-Händler Kontakt aufnehmen wollen, müssen künftig die Nummer der Hotline erst über die Funktion „Frage stellen“ erfragen. Lediglich im Impressum haben die rechtlich erforderlichen Kontaktinformationen (dazu gehört auch eine Telefonnummer) noch ihren Platz.

Bildquelle: ebayinc.com

Bildquelle: ebayinc.com

Die Aufregung in den einschlägigen Foren über die Änderung ist groß: Schließlich ist das gute alte Kundentelefon auch für viele Ebay-Händler ein wichtiges Conversion-Tool, mit dem schnell und unkompliziert Fragen beantwortet oder eine Produktberatung gegeben werden kann. (Spannende Einblicke zur großen Bedeutung des Telefonkanals gab es übrigens kürzlich bei Internetworld.de zu lesen). Das bestätigte auch Andreas Müller von deltatecc, Europas größtem ebay-Händler für Fernseher & TV-Zubehör, gegenüber Wortfilter.de: „

Die prominente Angabe einer Rufnummer ist gerade bei hochpreisen Produkten wichtig, damit wir im Customer Support die Kunden in ihrer Kaufentscheidung bekräftigen und Beratungsnachfrage bedienen können.“

Experten befürchten durch die Änderung Vertrauensverluste auf Kundenseite (und dass Ebay im Vergleich zu Amazon in Deutschland traditionell eh schon ein Problem mit mangelndem Kundenvertrauen hat, ist bekannt) und höhere Retourenquoten durch den Wegfall der direkten Beratungsmöglichkeit. Zudem ist es möglich, dass manche Marken-Händler nach der Änderung ihre Vertriebsverträge unter Umständen nicht mehr erfüllen können – weil diese die Bereitstellung einer einfachen und direkten Kontaktaufnahme vom Händler verlangen.
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Warum der Direktvertrieb boomt – und wie Online-Händler davon profitieren können

Von: | 10. Mai 2017 | Artikel & Interviews,Vertrieb
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Gastartikel: Wissen Sie, wer den Beruf des Vertreters erfunden hat? Das war Vorwerk, anno 1926, um den Verkauf seines Staubsauger-Modells „Kobold“ anzukurbeln. 90 Jahre später boomt der Direktvertrieb immer noch. Die Zahl der in Deutschland tätigen freiberuflichen VertreterInnen, heute eleganter „Vertriebspartner“ genannt, ist 2016 um 8 Prozent gestiegen.

Moderne Vertreter klingeln allerdings nicht mehr an der Haustür, sondern lassen sich von Kunden zu geselligen Verkaufspartys einladen. Wir haben eine Redakteurin auf so eine Verkaufsparty geschickt. Von der kam sie mit spannenden Erkenntnissen über den modernen Direktvertrieb mit Online-Verknüpfung zurück – und beinahe mit einem funkelnagelneuen Thermomix. Aber lesen Sie selbst.

Es wird Zeit für ein Geständnis: Vor ein paar Wochen war ich auf einer Thermomix-Party. Ja, genau, auf einer dieser Verkaufsveranstaltungen, auf denen die Firma Vorwerk ihre unfassbar teuren Küchenwunderwerke an den Mann beziehungsweise an die Frau bringt. Eingeladen hatte eine Freundin von mir, die Verkaufsberaterin, von Vorwerk „Repräsentantin“ genannt“, war eine Freundin selbiger Freundin, alle Gäste stammten aus dem näheren Bekanntenkreis der Gastgeberin.

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Und in dieser geselligen Runde, in der alle schnell per Du waren, stellte die Repräsentantin also ihren Thermomix auf den Tisch und fing an zu kochen. Jeder durfte das Gerät mal schnippeln, rühren, schroten oder mixen lassen, unter viel Gelächter, garniert von geschickt platzierter Produktinformation, entstand binnen einer halben Stunde ein dreigängiges Menü, das allen hervorragend schmeckte. Bei der Nachspeise wurden bereits die ersten Kaufverträge unterzeichnet und beim Abschluss-Prosecco hatten vier von acht Gästen einen Thermomix geordert. Für jeweils 1.200 Euro. Ich konnte mich nur mit Mühe davon abhalten, Konversion Nummer 5 des Abends zu werden. (Weiterlesen…)

 

Über 50 Prozent der idealo-Nutzer beginnen ihre Produktrecherche mobil

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Jahrelang hieß es in der Branche: »Nächstes Jahr kommt der große Durchbruch für Mobile Commerce«. Und dann kam er doch nicht. Bis es am Ende dann keiner mehr hören konnte. Es war zwar allen klar, dass es in die Richtung geht, wir wussten jedoch nicht, wann es damit endlich losgehen würde, vor allem aber nicht, dass es dann so schnell, so steil gehen würde.

Datenvolumen des Internet-Traffics über mobile Endgeräte weltweit in den Jahren 2014 bis 2016 sowie eine Prognose bis 2021 (in Exabyte pro Monat). Quelle: Statist / Cisco Systems

Datenvolumen des Internet-Traffics über mobile Endgeräte weltweit in den Jahren 2014 bis 2016 sowie eine Prognose bis 2021 (in Exabyte pro Monat). Quelle: Statist / Cisco Systems

Vielleicht ist dies der Grund, warum sich nach wie vor viele Händler damit schwertun, ihren Onlineshop auf das geänderte, mobile Konsumentenverhalten auszurichten.

AdScreenTower

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Möglicherweise fehlen den meisten aber auch ›einfach nur‹ die finanziellen und personellen Ressourcen, um sich auf die rasanten Veränderungen – auch in technischer Hinsicht – einzustellen.

Gestern waren es Smartphones und Tablets, heute ist es Voice Commerce à la Amazons Alexa oder Bestellungen über das Cockpit des Autos. Morgen ist es vielleicht VR-Commerce und Shoppen über die Litfaßsäule.

Doch bleiben wir beim Heute. Derzeit ist es der Mobile Commerce, der die Händler fordert. So ist es nicht mehr nur die junge Generation, die alles Mobil macht, sondern auch die ältere gebraucht mehr und mehr das Smartphone, als Endgerät zum Shoppen.

Dafür nutzen sie mehr und mehr ausschließlich Shopping-Apps. Beispielsweise Zalando für Mode und Amazon sowie idealo für den Rest. Ich verstehe zwar nicht, wie man seine Selbstbestimmung für die Bequemlichkeit so aufgeben kann, muss ich aber auch nicht. Schließlich bin ich, genauso wenig wie andere, das Maß aller Dinge. Beziehungsweise: Dies ist wohl ganz einfach deren Art von Selbstbestimmung.

Vor allem ist für die Händler ja nicht wichtig, was ich denke, sondern was ihre Käufer wünschen. Und die wollen heute nun mal mobil shoppen, wie verschiedenste Zahlen eindrucksvoll belegen. So spricht nicht nur Zalando davon, dass ihr Mobile-Anteil bei über 50 Prozent liegt. (Weiterlesen…)

 

Online-Marktplätze: Welche Plattformen lohnen sich für Shopbetreiber noch?

Von: | 23. März 2017 | Vertrieb
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EBay, Otto.de, Home24, Real – Marktplätze jenseits von Amazon gibt es viele. Ob sie sich als Plattform zur Präsentation der eigenen Produkte eignen, müssen Online-Händler von Fall zu Fall entscheiden.

Die erdrückende Übermacht von Amazon auf dem deutschen E-Commerce-Markt ist hinreichend bekannt; rund 40 Prozent des Gesamtumsatzes laufen über den Tisch des US-amerikanischen Retail-Riesen. Etwa die Hälfte davon dürften schätzungsweise Marktplatz-Umsätze sein. Damit ist der Amazon Marketplace ein Traffic- und Umsatzbringer, an dem kein Online-Händler in Deutschland vorbeikommt. Soweit die Fakten.

Aber was ist mit den Dutzenden von größeren und kleineren Marktplätzen, die sich hinter dem Platzhirschen einreihen? Da gibt es ja noch die Generalisten-Marktplätze, wie eBay, Real.de (ehemals Hitmeister), Idealo, Plus.de oder Otto.de. Außerdem nimmt die Zahl der großen und kleinen Online-Shops, die sich mit der Anbindung externer Handelspartner zu vertikalen Marktplätzen aufbohren, beinahe täglich zu – einige Beispiele wären Zalando, Home24, GartenXXL, Hess Natur oder Mirapodo.

Für Shop-Betreiber stellt sich also die Frage: Welche Marktplätze – abgesehen von Amazon – können mein Geschäft voranbringen? Diese Frage stand auch im Zentrum einer intensiven Podiumsdiskussion auf der Internet World mit Vertretern von eBay (Denis Burger, Senior Director Seller Growth), Real (Gerald Schönbucher, Geschäftsführer von real Digital Services), Idealo (Geschäftsführer Jörn Rehse) und Etsy Deutschland (Arne Erichsen, Country Manager DACH).

Mit dem eigenen USP im Kampf gegen Amazon

Alle Diskutanten versuchten auf die teils harten Fragen von Moderator und Wortfilter.de-Betreiber Mark Steier (Originalzitat: „Butter bei die Fische, Leute, welche Daseinsberechtigung haben Eure Plattformen angesichts der Übermacht von Amazon überhaupt noch?“) mit den jeweils eigenen Alleinstellungsmerkmalen ihrer Plattformen zu argumentieren.

So präsentierte Denis Burger präsentierte eBay als Plattform mit hoher Reichweite, die im Gegensatz zu Amazon nicht mit seinen Händlern konkurriere, sondern ihnen bestmögliche Bedingungen für den Verkauf bereitstellen wollte. Gerald Schönbucher argumentierte mit der starken Marke von Real, von der die ehemaligen Hitmeister-Händler im Zuge der Fusion noch deutlich profitieren würden.

Arne Erichsen wiederum verwies auf die hohe Emotionalität seiner Plattform, mit der sie sich vom Vintage-Bereich von eBay deutlich abgrenzen würde. Etsy setze auf Stärke in der Nische, so der Country Manager DACH. (Weiterlesen…)

 

Kampf um die Produktsuche: Wie sich Google Shopping gegen Amazon positioniert

Von: | 20. Februar 2017 | Vertrieb
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Google hat 2016 nicht nur ausführlich an seiner Adwords-Strategie geschraubt. Auch bei Google Shopping gab es viele Änderungen, die die Suchmaschine für Händler um einiges attraktiver machen – und sie im Kampf gegen Amazon stärker machen sollen.

Der Deutschen liebsten Produktsuchmachine heißt schon seit einer ganzen Weile nicht mehr Google, sondern Amazon. Schon 2015 startete ein Drittel der deutschen Internetnutzer ihre Produktsuche direkt bei Amazon – nur knapp halb so viele gaben ihre Suchanfrage im Suchfeld von Google ein. In den USA gehört die Krone der Produktsuche schon länger Amazon. Aktuellen Studien zufolge sind es dort bereits mehr als 50 Prozent.

Doch wenn man sich die zahlreichen Änderungen, die Google an seinen Adwords, dem Format der organischen Suchergebnisse und vor allem an Google Shopping im letzten Jahr vorgenommen hat, genauer ansieht, wird klar: Die weltgrößte Suchmaschine ist nicht bereit, den Kampf um die lukrative Produktsuche einfach so verloren zu geben.

Google Shopping ist seit letztes Jahr in den SERPs deutlich präsenter.

Google Shopping ist seit letztes Jahr in den SERPs deutlich präsenter.

„Der Kampf zwischen Google und Amazon verläuft zwischen mehreren Fronten“, meint auch Alexander Dieser, Head of SEA bei der SEA-Agentur netzeffekt.

Searchmetrics via Nutzeffekt

Searchmetrics via Nutzeffekt

„Einerseits kämpfen die beiden Giganten um die Einbindung möglichst vieler Händler. Hier ist Amazon zwar mit seinem Marketplace-Programm deutlich im Vorteil. Aber Google hat 2016 angefangen, direkte Schnittstellen für den Produktexport ins Google Merchantcenter für die großen Shopsysteme anzubieten. Google will den Händler die Nutzung von Google Shopping also so leicht wie möglich machen.

Der zweite Kampf verläuft um die Nutzung durch die Endkunden. Auch hier ist Amazon bisher im Vorteil: Selbst wenn über Google gesucht wird, zieht beispielsweise eine Textanzeige von Amazon den Traffic sofort auf Amazon.de ab, wo die Kunden dann ihre Recherche fortsetzen. Nicht umsonst ist Amazon einer der größten Adwords-Kunden in Deutschland.“

Dem versucht Google eine deutliche Aufwertung seines Produktvergleichs Google Shopping entgegenzusetzen. So werden seit 2016 Google Shopping-Anzeigen in den Suchergebnissen deutlich häufiger angezeigt; auch zu generischen Suchanfragen, die nicht direkt auf ein Einkaufsbedürfnis schließen lassen, werden jetzt Google Shopping-Anzeigen eingeblendet. (Weiterlesen…)

 

Lösungsanbieter und Agenturen machen dieselben Fehler wie Shop-Betreiber

Von: | 9. November 2016 | Artikel & Interviews,Vertrieb
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Anbieter und Dienstleister unserer Zunft verstehen oft nicht, warum Shop-Betreiber dieses oder jenes nicht machen um erfolgreicher zu sein. Dabei machen sie meist genau dieselben Fehler. Beispielsweise indem sie nicht auf ihre Zielgruppe eingehen oder Altkunden vernachlässigen.

Wir hatten ja bereits im ersten Teil dieser kleinen Artikelreihe skizziert, dass sich viele Lösungsanbieter und Dienstleister in unserer Branche oftmals selbst im Weg stehen. Diese gehen in der Regel einfach davon aus, dass sich ein gutes Produkt, eine gute Leistung von selbst verkauft.

Wie dies aber gelingen soll, ist mir immer noch nicht klar. Sollen die Online-Händler in den Suchmaschinen nach „beste Lösung für mehr Umsatz“ suchen? Und der künstlichen Intelligenz von Google und Co. wird dann zu Dank natürlich deren Webseite ganz oben als erstes Suchergebnis angezeigt, oder wie?

An dieser Stelle fällt mir dann immer die Situation von Intershop Ende der Neunziger, also Ende des vergangenen Jahrtausends, ein. Dies war quasi die Blütezeit der Jenaer Software und dessen Vorzeigegründer Stephan Schambach wurde überall als Paradebeispiel des erfolgreichen ostdeutschen Unternehmers rumgereicht.

Intershop war praktisch das Nonplusultra. Es galt für dieser Zeit als die beste Shop Software in Deutschland. Otto Normalverbraucher dachte wahrscheinlich, dass Intershop das Betriebssystem und Voraussetzung für jeden Onlineshop war. Denn auch wenn die Wenigsten zu diesem Zeitpunkt etwas mit E-Commerce anfangen konnten, Intershop und Stephan Schambach kannte fast jeder.

Dumm nur, dass Intershop vermutlich nie das beste Shopsystem war. Openshop aus Neu-Ulm bspw. spielte in derselben Liga (Enterprise) und war meines Erachtens besser, ausgereifter und günstiger. Aber woran lag es wohl, dass Openshop in der Außenwahrnehmung gegenüber Intershop so abfiel?

In meiner Erinnerung war Openshop ganz einfach der Prototyp der deutschen Ingenieurskunst: hervorragendes Produkt, vermutlich gepaart mit einer ungesunden Prise Understatement. Zumindest sind sie nie lautsprecherisch aufgetreten. Das gute Produkt sollte für sich sprechen bzw. das Marketing machen.

microphone_unsplash_pixabay_300Pustekuchen, diese Marketingstrategie hat schon damals nicht geklappt. Stattdessen ging Intershop durch die Decke. Denn deren Mitgründer Stephan Schambach hatte kein Problem damit, sich selbst sehr erfolgreich (und intensiv) zu vermarkten und auch nicht damit, Intershop als die beste aller besten Lösungen darzustellen. Auch beim Vertrieb stellte sich Intershop meiner Beobachtung sehr viel cleverer, sehr viel amerikanischer an. Intershop machte es einfach, auch wenn nicht alle Funktionen der Software ausgereift waren, sie wurde an den Mann gebracht und verkauft. Und Openshop konnte schauen, wo sie mit ihrer Lösung blieben*.

Nachtrag vom 15.11.16: Mir wurde plausibel dargelegt, dass es wahrscheinlich, wie immer, nicht so einfach ist, wie dargestellt.

Doch auch wenn mir das Intershop-Gedöns damals zu viel war, habe ich zumindest eines gelernt: Nicht das beste, sondern das lauteste Produkt gewinnt. (Weiterlesen…)

 

Warum die meisten Lösungsanbieter und Dienstleister in unserer Branche scheitern

Von: | 26. Oktober 2016 | Artikel & Interviews,Vertrieb
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Eine gute Lösung, ein gutes Produkt zu haben, nützt nichts, wenn es niemand kennt. Die zweiteilige Artikelreihe beleuchtet, warum so viele E-Commerce Lösungsanbieter scheitern und wie es besser geht.

Wir begleiten nun bereits seit über 15 Jahren die Branche, den E-Commerce Markt, intensiv und stellen fest: Quasi jede Woche kommt in Deutschland mindestens eine gute Lösung oder Dienstleistung im E-Commerce auf den Markt. Dennoch schafft es kaum eines dieser Produkte sich zu etablieren. Die meisten gehen sang- und klanglos unter, ohne dass man von ihnen Notiz genommen hätte.

Die häufigsten Fehler die gemacht werden, sind dabei typisch deutsche Tugenden: Hervorragende Ingenieurskunst, gepaart mit dem unglückseligmachenden Drang nach Perfektion und einer ungesunden Prise Understatement. Dazu kommt dann der Irrglaube, ein gutes Produkt würde sich von alleine durchsetzen.

Dabei ist die Realität ganz einfach:

Nicht das beste, sondern das lauteste Produkt gewinnt!

Natürlich muss das Produkt für den Kunden, in unserem Fall dem Händler, einen Nutzen bieten. Und dies möglichst gut. Dann aber geht es darum, dass die Welt davon erfährt. Diesen Fehler machen übrigens nicht nur junge Start-ups, sondern faszinierenderweise auch etablierte Unternehmen bei der Einführung neuer Produkte. Diese schaffen es dann zwar ihren bestehenden Kundenstamm mit der neuen Lösung zu beglücken, aber mehr auch nicht.

Es ist beinahe schon unglaublich, wie diese Unternehmen, ob nun jung oder alt, ihre Potentiale teilweise auch aus reiner Überheblichkeit liegen lassen.

Wir haben uns zu diesem Dilemma mit Arne Vogt, Gründer der Vertriebsstrategieberatung ARTAVO, unterhalten. Und wollten von ihm wissen, ob nur wir die IST-Situation so einschätzen oder ob er schon ähnliche Erfahrungen gemacht hat. ARTAVO begleitete bereits viele Unternehmen bei der Einführung von Lösungen und Dienstleistungen in der E-Commerce Branche und kann hier auf langjährige Erfahrung zurückgreifen. (Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Überraschendes Ergebnis beim Traffic-Vergleich Amazon und eBay

Von: | 24. Oktober 2016 | Marktplatzreport,Vertrieb
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Eine Auswertung der geschätzten Traffic-Zahlen von Amazon und eBay zeigen ein überraschend enges Rennen, wenn es um die Interessengewinnung für die jeweils angeschlossenen Händler geht.

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Da weder Amazon noch eBay konkrete Zahlen veröffentlichen, greifen wir für einen Traffic-Vergleich auf die mittlerweile meist erstaunlich treffsicheren Zahlen von Similarweb zurück.

Auf dem ersten Blick scheint es eine klare Sache zu sein. Amazon.de (408,3 Mio.) erzielt monatlich 70% mehr Traffic für seine Seiten als Gegenspieler eBay.de (240,1 Mio.).

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Auffallend noch, dass die beiden Marktplätze wiederum bei den Page Views je Visit und der Bounce Rate nah zusammen liegen, während bei der durchschnittlichen Verweildauer eBay die Nase vorne hat.

Dies wiederum, kann mehrere Gründe haben. Aber bevor wir hier zu sehr mutmaßen, lassen wir es lieber. Interessanter ist sowieso eine andere Betrachtung.

Nicht jeder Kunde kommt beim Händler an

Denn der bisherige Vergleich hilft Händlern zur Potenzialeinschätzung ja nur bedingt weiter. So betreibt Amazon einerseits ja auch selbst Handel und andererseits tummeln sich bei eBay auch private Verkäufer und Angebote. Diese Anteile müssen also rausgerechnet werden, da sie den am jeweiligen Marktplatz angebundenen Händlern keinen Umsatz bringen.

eBay spricht im aktuellen Handels-Update davon, dass 87% des Handelsvolumens weltweit über Festpreisangebote erwirtschaftet wird und dass 81% der bei eBay weltweit verkauften Produkte Neuware ist.

Wikipedia geht davon aus, dass jeder zweite Verkauf von gewerblichen Verkäufern getätigt wurde. Diese Aussage ist aber Stand 2010 oder sogar älter.

Daher gehe ich mal ganz nonchalant davon aus, dass dreiviertel der eBay-Verkäufe von gewerblichen Verkäufern abgewickelt werden. Das mag jetzt richtig sein oder auch nicht. Unsere Schätzung wird der Realität jedoch zumindest sehr nahekommen. Denn natürlich werden Neuware und Festpreisartikel überproportional häufig von gewerblichen Verkäufern angeboten.

Für Amazon schätzt man übrigens, dass 45% des Umsatzes Marketplace-Händlern zu Gute kommt. Diese Zahl können wir als einigermaßen gesichert annehmen. (Weiterlesen…)