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Media-Saturn im Click&Collect-Rausch: Was sind 44 Prozent Abhol-Quote in Zukunft wert?

Von: | 10. November 2017 | Artikel & Interviews
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Letzte Woche vermeldete die Media-Saturn-Mutter Ceconomy ihre Geschäftszahlen für das Jahr 2016/2017. Der Bericht ging breit durch die Presse – als weitgehend neutrale Zusammenfassung der Zahlung sei ein Artikel von Matthias Hell auf Channel Partner empfohlen. Die Eckdaten – 22,2 Mrd. Euro Gesamtumsatz (flächenbereinigtes Wachstum +1,9 Prozent), 2,4 Milliarden Euro Online-Umsatz (+23,9 Prozent), 10,9 Prozent Online-Anteil am Gesamtumsatz (Vorjahr: 8,9 Prozent) – lassen wie üblich je nach Sichtweise des Betrachters reichlich Raum für Spekulation.

Gastartikel: Vor allem eine Zahl hat in den Kommentaren zur entsprechenden Meldung auf Exciting Commerce die Gemüter erregt: 44 Prozent der Online-Bestellungen in den Web-Shops von Media-Markt und Saturn werden in den Filialen der Elektronikketten abgeholt. Einen „Offenbarungseid für Online-Strategie von Media-Saturn“ nennt Jochen Krisch die hohe Selbstabholerquote.

Die Konzentration auf die Abholquote als Frequenztreiber für die Filialen zeige, dass Media-Saturn eine Strategie für eine größtenteils vom Online-Kanal bestimmte Zukunft fehle. Mein Kollege Peter Höschl hält dagegen:

„Folgende mögliche Interpretationen fallen mir zur Click&Collect-Quote von Media-Saturn spontan ein. Erstens: Ohne Click & Collect würden Media-Saturn 44 Prozent weniger Onlineumsatz machen. Dann wäre die Onlinestrategie gescheitert.

Zweitens: Die Kunden lieben Stationär, wollen aber, aus welchen Gründen auch immer, nicht in den Laden gehen. In diesem Fall läge Media-Saturn mit ihrer Konzentration auf den stationären Kanal richtig, online füllt nur eine Lücke, bis die Filialen wieder attraktiv genug sind, um die Kunden direkt anzuziehen.

Oder drittens, Media-Saturn hat es geschafft, Online und Offline perfekt zu verweben, dann wären sie die wahren Helden des E-Commerce bzw. Omnichannels. Jede dieser drei Interpretationen ist ohne Erläuterung bzw. weiterer Ausführung und/oder Fakten nichts wert, sondern füttert nur die Freunde der vorgefassten Meinungen.“

Click-and-Collect wird von den Kunden angenommen

Versuchen wir also mal einen Blick über die vorgefassten Meinungen hinweg und schauen wir uns die diese spannende Click&Collect-Zahl etwas genauer an: Einer aktuellen Studie von YouGov zufolge scheint Media-Saturn in Sachen Click&Collect voll im Trend zu liegen.

Von über 8.000 befragten Kunden aus Deutschland, Frankreich, Schweden und Großbritannien haben 42 Prozent in den letzten 12 Monaten Online-Bestellungen im Laden abgeholt. Unter deutschen Kunden fällt die Click&Collect-Begeisterung der Studie zufolge geringer aus: 28 Prozent der Befragten haben diese Möglichkeit in den letzten 12 Monaten genutzt.

Media-Saturn feiert die hohe Abholer-Quote in seinem Geschäftsbericht als Erfolg: Die Verknüpfung zwischen Online und Offline funktioniere, der Abholservice locke Online-Käufer in die Filialen und erhöhe damit Frequenz und Cross-Selling-Absätze auf der Fläche.

Die YouGov-Zahlen bestätigen diese Interpretation teilweise: 28 Prozent der europäischen (und 32 Prozent der deutschen) Click&Collect-Kunden haben im Rahmen der Abholung in der Filiale noch ein weiteres Produkt gekauft, rund 10 Prozent haben sich im Laden zumindest mal umgesehen.

Rund ein Viertel der Abholer schnappt sich nur seine Bestellung und macht sich direkt wieder auf den Heimweg. Damit scheinen die Cross-Selling-Verkäufe rund um Click&Collect-Käufen zwar kein absoluter Umsatzbrüller zu sein, aber zu vernachlässigen sind sie auch nicht.

Das scheint durchaus für eine positive Zukunft für Click&Collect-Modelle zu sprechen. Andererseits muss man sich natürlich fragen: Warum nehmen die Kunden den Weg ins Geschäft auf sich, anstatt sich die Ware nach Hause liefern zu lassen? Antwort darauf liefert beispielsweise die Zeitreihenstudie des eWeb Research Center der Hochschule Niederrhein, die die Beweggründe für Click&Collect abfragt. 34 Prozent der Befragten gaben dabei an, dass sie mit der Abholung die Versandkosten sparen wollen.

Wer jetzt über die knausrigen Kunden die Stirn runzeln will: Zumindest Media-Saturn langt bei den Versandkosten  tatsächlich ordentlich zu. Deshalb glaubt Geriet Heinemann, Leiter des eWeb Research Centers: „Ich gehe davon aus, dass sich bei dem Wegfall von Versandkosten die Selbstabholerquote bei Mediamarkt-Saturn schnell halbieren würde.

Allerdings sind die Versandkosten nur ein Teil des Problems, meint Kai Hudetz vom IFH Köln: „Warum ist die Abholung für diese Kunden vorteilhafter als die Haustürzustellung? Wir sehen in unseren Studien zwei relevante Gründe dafür: Erstens, können Kunden damit vielfach Liefergebühren sparen. Zweitens kann die Abholung im Laden für bestimmte Kunden bequemer sein als die Haustürzustellung, zum Beispiel, wenn sie zur Lieferzeit nicht zu Hause wären, aber auf dem Heimweg von der Arbeit am Geschäft vorbeikommen.

Denn ganz abgesehen von den Kosten funktioniert das vor allem in Großstädten aktuell übliche Zustellungssystem – beim Rentnerpärchen im Hochhaus klingeln und dort alle Pakete abgeben, die die berufstätigen Online-Besteller nicht selbst entgegen nehmen können – ja nicht wirklich gut.

Und nichts nervt Online-Kunden mehr, als für ihre Bestellung zu den Öffnungszeiten der Postfiliale Schlange stehen zu müssen. Packstationen oder Paketkästen könnten das Problem in Zukunft entschärfen; noch scheint die Abholung im Ladengeschäft – das im Gegensatz zur Post oder zum Paketshop meist bis 20 Uhr geöffnet hat – zumindest bei Retailern mit breitem Filialnetz (wie Media-Saturn) für viele Konsumenten eine praktische Alternative darzustellen. (Weiterlesen…)

 

Stationärer Handel wächst in 2016

Von: | 14. November 2016 | Studien & Märkte
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Der HDE prognostiziert dem Einzelhandel für dieses Weihnachtsgeschäft ein Umsatzplus von 3,9 %  gegenüber dem Vorjahr. Natürlich profitiert der Online-Handel mit 12 % Wachstum überproportional davon. Doch auch die Umsätze im stationären Handel werden demnach um immerhin 2,7 % gegenüber 2015 steigen.

Der HDE prognostiziert dem Einzelhandel (online und stationär) für das gesamte Jahr 2016 ein Wachstum um 2,5% auf dann 485,7 Mrd. Euro. Dabei soll das Weihnachtsgeschäft deutlich stärker, nämlich um 3,9% ansteigen.

hde-umsaetze-2016

Größter Profiteur wird wieder einmal der Online-Handel sein, der dem stationären Geschäft dadurch weiterhin Umsatzanteile abknöpft. Interessant ist aber auch, dass dieser es ebenfalls noch schafft zu wachsen. In 2016 immerhin um 1,7 %.

 20152016+/-
Einzelhandel gesamt473,9 Mrd. €485,7 Mrd. €+ 2,5 %
Online-Handel39,6 Mrd. €44,0+ 11,0 %
Stationärer Handel434,2 Mrd. €441,7 Mrd. €+ 1,7 %
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Local Heroes: BUTLERS innovativer Showroom startet

Von: | 17. Juli 2013 | Local heroes
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Dass es möglich ist Beratungskompetenz in das Internet zu übertragen, beweist ab kommenden Samstag BUTLERS, einer der führenden Anbieter von Accessoires für Haus und Garten, mit der Eröffnung eines Showrooms der besonderen Art.

Seit der Eröffnung der ersten Filiale in Köln 1999 möchte BUTLERS immer auch durch außergewöhnliche Aktionen begeistern. So standen am Tag der Eröffnung des ersten Shops 100 Butler bereit, um den Kunden die Tüten bis nach Hause zu tragen. Das begeisterte die Kunden und brachte gute Presse. Generell scheint Butlers seine Marketingaktionen nicht nur unter Umsatzaspekten zu bewerten, sondern lässt auch die öffentliche Aufmerksamkeit in den ROI (return of invest) einfließen.

So gilt auch die BUTLERS-„Augmented Reality App“als Erfolg. Obwohl, es die Kosten vermutlich noch nicht einspielt. Aber, es wurde und wird darüber gesprochen, die Presse berichtet und die Kunden zeigen ihre, über die APP eingerichtete, Wohnung den Freunden und Bekannten. Ziel und ROI damit erreicht.

Faktoren des großen Erfolgs

Diese gesamtheitliche Betrachtung im Marketing dürfte einer der Väter des Erfolgs sein. Immerhin wächst BUTLERS seit seiner Gründung in 1999 rasant. Heute hat das Unternehmen rund 160 Filialen im In- und Ausland und weltweit jährlich 40 Millionen Ladenbesucher. Die nach Unternehmensangaben 30 Prozent Eigenkapitalquote, sechs Prozent Umsatzrendite vor Steuer und 20 Prozent Wachstum im Jahr sprechen ebenfalls für sich.

Gleichzeitig versteht es BUTLERS, sich im Wettbewerb klar zu positionieren. Wenn man es in einem Satz sagen sollte: Wohnaccessoires zu günstigen Preisen in guten Innenstadtlagen für Frauen mit gutem Einkommen.

Um den Kunden stets neue Anreize zu bieten, wird das Sortiment und auch die Warenpräsentation kontinuierlich geändert. So gibt es für die meist weiblichen Kunden immer wieder einen Grund, möglichst bald wiederzukommen. (Weiterlesen…)

 

Getgoods baut das Sortiment aus und geht stationär

Von: | 4. Juli 2013 | Local heroes
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Um das strategische Ziel als Vollsortimenter zu erreichen, setzt GetGoods auf die Überarbeitung und Neugestaltung des Shop-Designs und die groß angelegte Erweiterung des Shopsortiments. Zukünftig werden bspw. Fashion-Artikel, Werkzeuggeräte und deutlich mehr Artikel im Bereich weiße / braune Ware angeboten.

Entgegen der bisherigen Ablehnung einer Multi-Channel-Strategie sieht die Planung einen ersten Abhol-Store in Frankfurt an der Oder vor, sowie weitere eigene Stores in fünf bis sechs Großstädten für 2014. „Allerdings keine aufwändigen Ladengeschäfte, sondern eher etwas nach dem Prinzip kurz und bündig. Vorstellbar ist, dass wir das selbst machen, aber auch dass wir uns dafür einen Partner suchen, mit dem man die Stores gemeinsam betreiben kann.“ erklärt Rockstädt-Mies.

Der gravierende Meinungswandel bezüglich des stationären Handels basiert auf der Beobachtung, dass ein Teil der Kunden nicht auf Auslieferung der bestellten Waren warten und auch das Bezahlen online oder per Überweisung als Vorkasse nicht umsetzen möchte. Vergleichbar mit Hermes Shops, können diese Kunden in den eigenen Stores die Waren vor Ort abholen und stationär bezahlen. (Weiterlesen…)

 

Es muss nicht immer E-Commerce sein

Von: | 29. April 2013 | Vertrieb
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Ole ist sieben. Seit er denken kann, nennt er ne­ben Münsters Zoo und Mühlenhof das Kinderkaufhaus Mukk, wenn man ihn fragt: „Wo würdest du heute gern hingehen?“ Dass er da vor allem eins will (nämlich spielen), dürfte Inhaber Jürgen Budke nicht bange machen. Denn Oles Mama geht meist mit einer prall gefüllten Mukk-Tüte wieder heim.

So die Einleitung eines Artikels zum Kinderkaufhaus Mukk, der schildert wie dessen Inhaber Jürgen Budke mit Expansion versucht der Internetfalle zu entkommen. Denn, wie der Inhaber freimütig ein räumt: „„Unsere Kundschaft entscheidet, ob wir überleben oder nicht.“ (Weiterlesen…)

 

Auch Groupon geht stationär

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Cyberport hat es gestern bereits zum sechsten Mal gemacht und eröffnete in Hamburg seine sechste und bisher größte Filiale in Deutschland. Und das in bester Lage in der Europa Passage zwischen Jungfernstieg und Mönckebergstraße. Wie die Fachzeitschrift Internetworld den Geschäftsführer des Elektronikhändlers, Olaf Siegel, zitiert, sei der stationäre Handel ein wesentlicher Erfolgsfaktor für das anhaltend dynamische Umsatzwachstum von Cyberport.

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Amazon arbeitet mit stationären Abholstationen

Von: | 12. Juni 2012 | Vertrieb
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Geht es nur mir so oder ist es tatsächlich noch weitgehend unbekannt, dass Amazon in Deutschland jetzt auch mit stationären Abholstationen arbeitet? – Also habe ich es erst vor einer halben Stunde mitbekommen und im hiesigen Blätter- bzw. Blogwald bin ich bisher auch noch nicht drübergestolpert. Sei es drum, hier ist der Beleg.

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Google wertet die Places zu lokalen „Empfehlungen“ auf

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gpluslokalDass es gut ist, seine (stationären) Adressen auch in den Google Places zu pflegen, hatten wir als Thema bereits. Immerhin nahmen „Places-Links“ schon seit längerem einen festen Platz in der Universal Search-Ausgabe ein – und zwar auch bei Suchen, die nicht per Keyword explzit regional formuliert sind.

Integration in G+: „Lokale Empfehlungen“

Nun hat Google die Places-Einträge durch die (bereits seit längerem erwartete) Integration in Google+ weiter aufgewertet. So finden G+-Nutzer nun ein Icon „Lokal“im linken Navigaions-Band. Wer darauf klickt, bekommt „Empfehlungen“ in seiner Nähe – entweder entsprechend des hinterlegten Ortes oder, wenn dort nichts angegeben ist, entsprechend der Lokalisierung über die Einwahl-IP. (Weiterlesen…)

 

So könnten zeitgemäße Shopping-Lösungen aussehen

Von: | 7. Februar 2012 | Studien & Märkte
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Wie verändert die digitale Revolution das Einkaufen von Morgen? In einem aktuellen Blogbeitrag hat sich Fiona Swerdlow, Research-Chefin von Shop.org, dem Internetportal des amerikanischen Einzelhandelsverbands National Retail Federation, mit dieser Frage beschäftigt. Wie bei Themen dieser Art offensichtlich unvermeidlich, kommt auch Swerdlows Beitrag nicht ohne Marketinghülsen aus, die zwar hoch-innovativ klingen, aber inhaltlich unverbindlich sind („Interactive Communications + Data = Increase in Relevance“). (Weiterlesen…)

 

Was bringt Paypal die On-/Offline-Integration?

Von: | 12. Januar 2012 | Payment
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Nach der Ankündigung folgt nun der Praxistest: In fünf Filialen der US-Einrichtungskette The Home Depot testet Paypal seit dieser Woche einen neuen Bezahldienst für stationäre Einkäufe. Der Probelauf ist vorerst nur auf Paypal-Mitarbeiter beschränkt und läuft unter größter Geheimhaltung. Jedoch hat das Ebay-Tochterunternehmen bekanntgegeben, dass dabei zwei Zahlungsvarianten zum Einsatz kommen: So können Kunden an Terminals durch Eingabe ihrer Telefonnummer bezahlen, wenn diese zuvor mit einem Paypal-Konto verknüpft wurde. Als Alternative steht die Kaufabwicklung mittels einer speziellen Paypal-Karte zu Verfügung. (Weiterlesen…)