Aktuelle News

Neue Welle von DDoS-Erpressungen?

Von: | 18. Mai 2015 | IT-Sicherheit
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Laut Link11, einem DDoS-Schutzanbieter, sind seit etwa zwei Wochen bei diversen deutschen Onlineshops Erpressermails eingegangen, die mit DDoS-Angriffen drohen, wenn nicht binnen knapp sieben Tagen ein Betrag von „5 Bitcoins (ca. 1300 €)“ an eine in der Mail genannte Bitcoin-Adresse gesendet werde.  Das Original-Erpresserschreiben dokumentiert Link11 hier.

Solche Erpressungen mit DDoS-Angriffen sind nicht neu, bereits seit Jahren versuchen Kriminelle, mit dieser Masche an Geld zu kommen. Allerdings hat das Ausmaß von DDoS-Angriffen in letzter Zeit deutlich zugenommen, und zwar sowohl hinsichtlich der Häufigkeit, als auch der Stärke.

Angriffsstärke hat in den letzten Monaten massiv zugenommen

So nutzen die Angreifer seit diesem Jahr vermehrt Verstärkungstechniken (SSPD-Reflection-Angriffe) und können auf eine beachtliche Bandbreite zurückgreifen. So berichtet der Sicherheitsdienstleister Arbor Networks:

„Der von der ATLAS-Infrastruktur im ersten Quartal dieses Jahres registrierte größte Angriff galt einem Netzbetreiber in Asien und hatte ein Volumen von 334 Gbps (Gigabit pro Sekunde).“

Doch auch Angriffe mit über 100 Gbps wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres bereits 25 mal detektiert. Und erst vor zwei Tagen wurde der Bundestag Ziel einer sehr starken DoS-Attacke.

Über 1.000 Shops in Deutschland Ziel der Erpresser?

Der aktuell in Deutschland aktive Erpresser ist fleißig: Seit dem Start der Erpressungswelle am 6. Mai sollen allein beim LKA Niedersachsen bereits über 200 der Erpressungsversuche dieser Machart gemeldet worden sein.  Da viele Shopbetreiber es (zunächst) versäumen, bei solchen Erpressungen umgehend Anzeige zu erstatten, dürfte die Dunkelziffer hoch sein. Das Link11 Security Operation Center (LSOC) vermutet nach ausgiebigen Analysen, dass über 1.000 Shops in Deutschland Ziel der aktuellen Erpressungswelle. Damit wäre eine neue Dimension in Deutschland erreicht. (Weiterlesen…)

 

„Lösegeld“-Forderungen als neue Cyber-Crime-Masche

Von: | 4. Februar 2015 | IT-Sicherheit
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ErpresserbriefHeise berichtet über eine neue Masche von Cyber-Kriminellen. Dabei fordern diese von Websitebetreibern „Lösegeld“. Der Erpressung zugrunde liegt allerdings glücklicherweise  keine Entführung von Menschen. Bei diesem, „RansomWeb-Attacke“ getauften, Angriff werden stattdessen „Daten entführt“:

Zunächst verschaffen sich die Angreifer Zugang zu den Servern einer geschäftskritischen Web-Applikation. Hier manipulieren sie dann diverse Skripte dahingehend, dass alle Datensätze nur noch verschlüsselt abgespeichert werden. Zusätzlich werden auch die vorhandenen Datensätze verschlüsselt. Der zugehörige Schlüssel liegt dabei auf Servern der Angreifer und wird via HTTPS geladen, so dass er nicht im Klartext übertragen (und im  Traffic mitschneidbar) wird.

Nach einer geraumen Zeit erst – in einem Fall waren es sechs Monate! – löschen die Erpresser den Key von ihrem Server und erpressen den Websitebetreiber nach dem Muster: „Geld für den Key“. Die lange Wartezeit hat es in sich: In der gesamten Zeit wurden alle Datenbankeinträge verschlüsselt gespeichert, während ältere Backups oft bereits überschrieben worden sind. (Weiterlesen…)