Aktuelle News

Amazon schafft ab 01.09. die Mindestgebühren ab

Von: | 10. August 2017 | Marktplatzreport
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Einer der, von Händlern, meist ignorierteste Kostentreiber bei Amazon wird endlich aufgehoben. Die bisherige Mindestverkaufsgebühr, für bei Amazon verkaufte Artikel, von 0,50 Euro, führt derzeit manchmal zu skurrilen Kosten. So konnten die Amazongebühren durchaus auch mal 50% und mehr vom Verkaufspreis betragen. In der Spitze hatten wir einen Fall von 250% Amazongebühren!

Bild: RaStudio @ Bigstockphoto

Bild: RaStudio @ Bigstockphoto

Einfaches Beispiel: Bei einem Produkt für 1 Euro Verkaufspreis, wären es also 50% Amazon Verkaufsgebühr. Da hilft es auch nichts, wenn der Kunden 100 Stück von diesem Artikel auf einmal kauft. Der Warenkorb beträgt dann zwar 100 Euro, die Amazon-Gebühren aber auch gleich mal 50 Euro. Also nach wie vor 50%, anstatt 15%  wie man annehmen möchte. Würde der Kunde  1.000 Stück kaufen, würde Amazon demnach 500 Euro Verkaufsprovision kassieren, bei einem Gesamtwert (Verkaufspreis) von lediglich 1.000 Euro.

Umgehen liesse sich dies, indem der Händler dieses Produkt einfach nur in höheren Versandeinheiten verkaufen würden. Also statt 1 Stück á 1,00 Euro, einfach 5 Stück á 5,00 Euro. Dann würde die gewohnte Kalkulation VK abzgl. 15% Amazon-Gebühr wieder aufgehen. Soweit, so einfach.

Geht aber nicht, da Amazon strikt nach EAN-Code listet. Und jeder EAN-Code ist mit einer – vom Hersteller vorgegebenen – Versandeinheit (VE) verknüpft. Es hilft also nichts, wenn der Händler sein Produkt mit VE = 5 bei Amazon hochlädt. Sofern ein anderer Händler dieses Produkt bereits einzeln (was grundsätzlich richtig ist, wenn der EAN-Code vom Hersteller für 1 Stück vergeben wurde) verkauft, wird das Produkt auch einzeln bei Amazon angeboten. (Weiterlesen…)

 

Marktplatzreport: Amazons Marketplace-Händler verkaufen häufig mit Verlust

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Auf Amazons Marktplatz tobt der Preiskampf. Die Händler versuchen mit aller Macht, in die berüchtigte Buybox zu kommen. Nur das sorgt in der Regel für Umsatz. Die Folge: Viele Händler verkaufen ihre Produkte mit Verlust, wie der Repricer SellerLogic nun herausgefunden hat.

Die letzten Jahre hat Amazons Marktplatzgeschäft noch mal deutlich zugelegt. Immer mehr Händler entdecken Amazon als starken Umsatzbringer. Etablierte genauso wie Neueinsteiger. Abhängig vom Produkt kann es daher mitunter zig Anbieter geben. Den Umsatz heimst meist jedoch nur derjenige Händler ein, der in der berühmt-berüchtigten Buybox steht. Dies führt zu einem Hauen und Stechen unter den mitbietenden Händlern. Entscheidend dafür, wer den Platz an der Sonne ergattert, ist neben Faktoren wie Lieferzuverlässigkeit und Händlerbewertung, vor allem der Preis. Nicht verwunderlich daher, dass die Händler vor allem über den Preis versuchen, sich bei Amazon zu differenzieren.

Jedes fünfte Produkt spielt nicht einmal die Fixkosten ein

Unglücklich nur, dass dies stets zulasten der Marge geht. Der Repricer SellerLogic hat nun herausgefunden, dass sogar etwa jedes fünfte Produkt auf Amazons Marketplace mit Verlust verkauft wird. Auf Basis von knapp 584.000 Produkten untersuchte SellerLogic die Margensituation bei seinen Händlern und brachte erstaunliches zutage, wie das folgende Chart belegt.

Erläuterung zum Chart: Händler haben in SellerLogic die Möglichkeit, ihre Einkaufspreise und Kosten zu hinterlegen. Anhand dieser Angaben kann SellerLogic die Marge nach Abzug aller Amazon-Gebühren, Versandkosten und sonstigen unmittelbar mit dem Verkauf entstehenden Kosten ermitteln. Zu beachten ist ggf. noch, dass SellerLogic die Marge als Aufschlag auf den Einkaufspreis ermittelt. Bei der üblichen Vorgehensweise, die Marge auf den Verkaufspreis zu ermitteln, würde der prozentuale Wert noch deutlich niedriger liegen.

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Rekordverdächtiger Start der Amazon Marketplace-Verkäufer ins Jahr 2017: mehr als 2 Milliarden Artikel weltweit verkauft

Von: | 8. August 2017 | Pressemitteilungen
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Pressemitteilung: Amazon gibt heute bekannt, dass Amazon Marketplace-Verkäufer in einer rekordverdächtigen ersten Jahreshälfte 2017 mehr als zwei Milliarden Artikel verkauft haben. Mit mehr als 300 Millionen aktiven Kunden weltweit bietet Amazon Verkäufern – darunter viele kleine und mittelständische Unternehmen – die Möglichkeit, Kunden in mehr als 180 Ländern auf der ganzen Welt zu erreichen. Gerade kleine Unternehmen profitieren von einem weltweiten Logistiknetzwerk und Amazons erstklassigem Kundenservice, wenn sie den Service „Versand durch Amazon“ nutzen.

bigstock-dennizn-121098434-350x208„Wir arbeiten seit dem Jahr 2000 mit Verkäufern aller Größen zusammen und haben Hunderttausende bei ihrem Erfolg unterstützt. Der Amazon Marketplace ist so signifikant gewachsen, dass Marketplace-Verkäufer heute für mehr als die Hälfte der weltweit verkauften Artikel auf Amazon stehen – das Jahr 2017 ist mit über 2 Milliarden verkauften Artikeln von Marketplace-Verkäufern rekordverdächtig gestartet“, sagt Francois Saugier, Vice President für Amazon Seller Services in Europa. „Es begeistert uns, wenn Verkäufer berichten, wie sie nun in Vollzeit auf Amazon verkaufen und Jobs schaffen, um weiter zu wachsen und in vielen Fällen sogar neue Unternehmen gründen. Zu hören, dass die Technologien, die wir entwickeln dabei helfen, die Träume anderer zu verwirklichen, motiviert uns bei Amazon täglich“, sagt Dr. Markus Schöberl, Director und verantwortlich für Seller Services im deutschsprachigen Raum. (Weiterlesen…)

 

Amazons Händler laufen eBays Powersellern im Wachstum davon

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Auswertungen der Multichannel-Lösungsanbieter Afterbuy und plentymarkets belegen eindrucksvoll, dass sich Marktplatz-Händler bei Amazon die letzten beiden Jahre über deutlich höheren Wachstum freuen konnten, als bei eBay.

Kürzlich haben wir ja Amazons Geschäftsbericht 2016 aufgeschlüsselt. Dabei bestätigte sich die Entwicklung der letzten Jahre, dass Amazons Retailgeschäft mit 10,8% (2015) bzw. 12,4% (2016) „lediglich branchenüblich“ wächst. Was aber auf diesem Umsatzniveau schon bemerkenswert genug ist.

Da jedoch Amazons Marktplatz-Händler, wie auch schon die Jahre zuvor, in beiden Jahren mit 22,5% (2015) bzw. 24,2% (2016) stark überproportional zugelegt haben, werden mittlerweile schon etwa 17,25 Mrd. Euro Außenumsatz über Amazons Webseite erzielt.

e-commerce-markt-amazon-2014-2016

Die Praxiszahlen der beiden mächtigen E-Commerce-Lösungsanbieter Afterbuy und plentymarkets bestätigen unsere Berechnungen. So wuchs der Außenumsatz deren Online-Händler bei Amazon insgesamt ebenfalls in dieser Größenordnung.

Amazon-Marketplace-Händler wuchsen bis zu dreimal so stark wie eBay-Powerseller

Interessant sind deren Auswertungen aber auch im Vergleich zwischen Amazon und eBay. Hier hatten Amazons Marketplace-Händler die beiden letzten Jahre die Nase deutlich vorn. EBay-Powerseller konnten da nur hinterherhecheln, wie das folgende Chart eindrucksvoll belegt.

amazon-ebay-wachstum-2015-2016

Um möglichst aussagekräftige Zahlen zu erhalten, wurden nur Umsätze von Händlern berücksichtigt die jeweils die gesamte Betrachtungszeit (01.01.14 – 31.12.15 bzw. 01.01.15 – 31.12.16) auf dem jeweiligen Marktplatz aktiv waren. Das Vorgehen sollte somit sehr sicher sein. Hinweis: Es handelt sich um eine kumulierte Darstellung der Datenquellen. (Weiterlesen…)

 

Amazon Marketplace – die Geschichte von den Putzerfischen und dem Raubfisch

Von: | 15. Juli 2016 | Marketing
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whale-1417883_640Kurz vorm Wochenende: Im heutigen Artikel der IWB Amazon Marketplace: So lässt sich dort Geld verdienen, werden ein paar Expertenmeinungen zum Thema Vertrieb über Amazon vorgestellt.

Gleichzeitig werden ein paar erfolgreiche Marketplace-Händler kurz vorgestellt. Allen gemein ist, dass sie entweder Eigenmarken oder zumindest exklusive Produkte auf Amazon vertreiben. Was wiederum meine Meinung bestätigt, dass man in der Regel nur mit Eigenmarken bei Amazon richtig erfolgreich sein kann. Oder zumindest sehr nischige Produkte hat.

Da auch vom IWB-Autor befragt, habe ich die Situa­tion bei Amazon mit einer „Putzsymbiose“ unter ­Fischen verglichen:

„Der Putzerfisch braucht den Raubfisch zum Überleben, muss aber ständig Angst haben, von ihm gefressen zu werden. Es scheint für Händler genügend Platz zu geben, eine ‚Putzsymbiose‘ mit Amazon einzugehen. Die Gefahr gefressen zu werden, bleibt aber immer.“

 

Bildquelle:

CC0 Public Domaon, ImageDragon @ pixabay

 

Marketplace-Händler: Keine Urheberrechtsverletzung durch Anhängen

Von: | 30. Juni 2016 | Recht & Datenschutz
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protectedshops-logoGastartikel:Amazons Geschäftsphilosophie „eine ASIN, eine Produktseite“ hat bereits viele Marketplace-Händler in die Abmahnfalle geschickt. Unabhängig davon, ob sie für die Rechtsverletzung verantwortlich waren oder sie überhaupt vermeiden konnten. Entwarnung gibt es jetzt zumindest bzgl. urheberrechtlicher Verstöße.

Wie vor einiger Zeit berichtet, haftet Amazon für Urheberrechtsverstöße von Marketplace-Händlern (Urteil des LG Berlin vom 26.01.2016, AZ: 16 O 103/14).

Der Vertragshändler eines Parfumherstellers hatte seine Produkte über den Marktplatz angeboten und zu diesem Zweck Artikelbilder hochgeladen. Dazu war er jedoch nicht berechtigt. Die Fotos wurden – auf Grund der Darstellungspolitik von Amazon „eine ASIN eine Produktseite“ – zugleich bei Händlern verwendet, die dieselben Produkte über die Plattform verkauften. Auch Angebote des Marktplatzbetreibers wurden mit den Artikelbildern bestückt. Amazon nutzte sie zudem für Werbebanner auf Fremdseiten.

Amazon haftet für Urheberrechtsverstöße seiner Marketplace-Händler

Der Online-Riese wurde zur Unterlassung verurteilt. Es stellt sich jedoch die weitergehende Frage, ob auch die Marketplace-Händler, in deren Angeboten die Bilder eingefügt waren, urheberrechtliche Abmahnungen fürchten müssen. Schließlich gibt es zahlreiche Urteile gegen Unternehmer, die sich an rechtswidrige Angebote „angehängt“ haben. Dahingehend können Betroffene nun zunächst aufatmen. Das Oberlandesgericht (OLG) München hat mit Urteil vom 10.03.2016 (AZ: 29 U 4077/15) eine Haftung verneint.

Hersteller gegen Marketplace-Händler

Es ging erneut um die Verwendung von Produktbildern auf Amazons Marktplatz. Der Hersteller von Sport- und Freizeitrucksäcken ging im konkreten Fall nicht gegen den Plattformbetreiber, sondern gegen einen Marketplace-Händler vor. Dieser bot Artikel des Produzenten an, für die bereits eine Produktdetailseite existierte. Dort waren Artikelbilder eingefügt, an denen der Hersteller die ausschließlichen Nutzungs- und Verwertungsrechte hielt. Er mahnte den Verkäufer wegen unberechtigter Vervielfältigung und öffentlicher Zugänglichmachung der Fotos ab. (Weiterlesen…)

 

Von Fall zu Fall: Ein Beispiel für Amazon SEO

Von: | 13. April 2016 | Marketing
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Last but not least: In diesem Artikel – dem dritten in der Reihe – geht es um eine Fallstudie zur Rankingoptimierung, um Marketplace-Händlern zu zeigen, wie genau sie mit Amazon SEO mehr Umsatz erwirtschaften. Dieser Use Case soll also die Vorgehensweise und Auswirkungen auf Positionierung und Performance verdeutlichen. Die ausführliche Version finden Interessenten wie gehabt in der aktuellen Ausgabe des Online-Händlermagazins shopanbieter to go.

Aus der Praxis: Diese Schritte führen zu mehr Umsatz

In diesem Beispiel gehen wir davon aus, dass ein kleiner Kosmetikhersteller den Verkauf seiner Hyaluron Tagescreme bei Amazon ankurbeln will (siehe Bilder). Dafür sollte das Produkt möglichst auf der ersten Seite der Suchergebnisse angezeigt werden. Preis, Bewertungen und Bilder sollen dabei aber unberührt bleiben. Stattdessen sollen Keywords und Produkttexte optimiert werden.

1. Keyword Recherche

Bild 1 – Keywords recherchieren bei bestplatzierten WettbewerbernDafür hat das beauftragte Unternehmen Marketplace Analytics erstens alle relevanten Keywords recherchiert, u.a. mithilfe von Brainstorming (z.B. für Synonyme) und über die Autovervollständigung von Amazon.

Zweitens wurden die Ausgangs-Keywords über ein Amazon-Keyword-Tool analysiert. Letztlich entstand eine Liste von 218 unterschiedlichen Keywords.

Bild 3 – Beobachtung im Marketplace Analytics Tool Im nächsten Schritt müssen Marketplace-Händler für die ausgewählten 218 Keywords automatisch täglich die wichtigsten Kennzahlen erheben (siehe Bild). Mithilfe dieser Kennzahlen kann eine Priorisierung der Keywords vorgenommen werden. Dabei muss man aber auf das Google Suchvolumen ausweisen, da es keine Angaben zum Suchvolumen auf Amazon gibt. Letztendlich entsteht eine nach absteigender Priorität sortierte Liste mit Keywords.

2. Keywordoptimierung und inhaltliche Überarbeitung der Produkttexte

Bei der Keywordoptimierung werden die neu recherchierten Keywords in den relevanten Textfeldern der Produkte platziert. Die Produktbeschreibung spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Wichtiger sind die Felder Titel, Attribute und Schlüsselwörter – in dieser Reihenfolge.

Der Produkttext sollte ebenfalls mithilfe der Keywords überarbeitet werden und Interessenten im besten Fall zu Käufern machen. Deshalb sollten zum Beispiel Informationen rund um die alltägliche Nutzung einfließen. Händler sollten aber nicht zu viele Keywords in die Texte packen, um den Leser nicht zu überfrachten. (Weiterlesen…)

 

LG Berlin – Amazon haftet für seine Marketplace-Händler

Von: | 7. April 2016 | Recht & Datenschutz
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protectedshops-logoGastartikel: Während in der Vergangenheit vielfach Marketplace-Händler wegen Verstößen des Plattformbetreibers abgemahnt und gerichtlich verurteilt wurden, trifft es nun Amazon selbst. Der Online-Riese wurde für das Fehlverhalten eines Marketplace-Händlers und die eigene Firmenphilosophie zur Verantwortung gezogen.

Das war passiert

Ein Vertragshändler von Davidoff hatte auf Amazon ein Angebot für den Verkauf eines bestimmten Parfums eingestellt und in diesem Zusammenhang Fotos des Flacons und der Verpackung hochgeladen. Die Bilder wurden ihm vom Hersteller der Produkte, der die ausschließlichen Nutzungsrechte daran hielt, für die Nutzung im stationären Ladenlokal und im eigenen, autorisierten Webshop überlassen. Eine Veröffentlichung auf Webseiten Dritter war in der Form nicht gestattet.

Auf Amazons Marketplace erschienen die Produktbilder anschließend nicht nur bei Vertragshändlern des Parfumherstellers, sondern auch bei anderen Marketplace-Verkäufern und in Angeboten des Plattformbetreibers selbst. Zudem wurde eines der Bilder auch innerhalb einer Bannerwerbung verwendet, die von Amazon auf einer externen Webseite geschaltet worden war.

Rechteinhaber mahnt Amazon ab

Davidoff sah durch diese Nutzung der Fotos ihre Rechte verletzt und mahnte Amazon ab. Zwar entfernte der Plattformbetreiber die entsprechenden Bilder, gab jedoch keine Unterlassungserklärung ab, weshalb der Parfumhersteller seine Rechte vor Gericht geltend machte. Das Landgericht (LG) Berlin gab dieser Klage statt (Urteil vom 26.01.2016, AZ 16 O 103/14).

Amazon wurde vorgeworfen, die streitgegenständlichen Bilder widerrechtlich öffentlich zugänglich gemacht zu haben, indem es sie in den Angeboten der Vertragshändler, anderer, mit Davidoff nicht in Vertragsbeziehungen stehender Marketplace-Händler und auch in eigenen Angeboten eingebunden hatte. Weiterhin wurde die Veröffentlichung im Rahmen der Bannerwerbung beanstandet.

Die Entscheidung: Amazon ist für die Rechtsverletzung verantwortlich

Die Richter machten Amazon für die Rechtsverletzung durch die Veröffentlichung der Bilder auf der eigenen Webseite verantwortlich. Und zwar nicht nur bezüglich der Verwendung in eigenen Angeboten und solchen von Marketplace-Händlern, die nicht in vertraglicher Beziehung zum Parfumhersteller stehen, sondern auch für die Einbindung der Fotos in die Angebote der Vertragspartner des Herstellers. Also jener Händler, die die Bilder ursprünglich hochgeladen hatten.

Gestaltung der Produktdetailseite liegt in der Hand von Amazon

Wird ein Produkt auf dem Amazon-Marketplace eingestellt, wird diesem eine bestimmte sog. ASIN (Amazon Standard Identification Number) zugeordnet. Alle Informationen, die zu dieser ASIN zur Verfügung gestellt werden (Produktbeschreibungen, Fotos etc.), werden dem betreffenden Produkt zugeordnet, unabhängig davon, welcher Händler sie hochgeladen hat (das können durchaus mehrere sein, wenn verschiedene Anbieter den Online-Marktplatz für den Vertrieb desselben Produktes – z.B. Markenparfum – nutzen).

Bei der Erstellung der Produktdetailseite wird dann über einen Algorithmus aus dem gesamten Fundus dasjenige Material ausgewählt, das letztendlich auf dem Bildschirm erscheint. Das führt beispielsweise dazu, dass beim Angebot des Marketplace-Händlers X Produktfotos erscheinen können, die Marketplace-Händler Y hochgeladen hat. Verkäufer X kann die Auswahl des Produktbildes nicht beeinflussen.

Trotz Automatisierung – Amazon ist verantwortlich

Dieser Algorithmus arbeitet vollautomatisch. Eine Entscheidung des Marktplatzbetreibers oder eines Mitarbeiters erfolgt bzgl. der Auswahl der Materialien nicht mehr. Mit diesem Argument versuchte sich Amazon vor Gericht zu verteidigen. Dem folgte das LG Berlin jedoch nicht. Amazon hat sich für den Einsatz dieses Algorithmus entschieden und beschränkt sich deshalb nicht nur darauf, eine technische Einrichtung zur Verfügung zu stellen, um Waren auf der Plattform anzubieten. Das Unternehmen nimmt vielmehr Einfluss auf die Gestaltung der einzelnen Angebotsseiten.

Ob dies durch einen Mitarbeiter geschieht, der auf Grundlage festgelegter Kriterien die Materialien aus dem Gesamtfundus auswählt, die für die Produktdetailseite verwendet werden, oder über einen Algorithmus, der entsprechend programmiert wurde, ist dabei unerheblich, so die Richter. Amazon hat sich für den Einsatz eben jenes Algorithmus entscheiden, über den es selbst eine Auswahl der verwendeten Materialien trifft – und dies nicht dem Händler überlässt, der das Angebot auf dem Marketplace einstellt. Deshalb ist auch der Plattformbetreiber für daraus resultierende Verletzungshandlungen verantwortlich.

Amazon haftet für seine Marketplace-Händler

Davidoffs Vertragshändler waren nicht berechtigt, die Bilder, die Ihnen vom Rechteinhaber zur Verfügung gestellt wurden, auf Webseiten Dritter – also beispielsweise dem Marketplace von Amazon – zu nutzen. Für diesen Rechtsverstoß haftet nun der Plattformbetreiber. (Weiterlesen…)

 

Verkauf über Amazon kann auch mal 250% und mehr kosten

Von: | 8. März 2016 | Vertrieb
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Wir haben ja letzte Woche darauf hingewiesen, dass sich die Amazon Verkaufsgebühren stets auf den Bruttowert beziehen. So werden aus 15 Prozent auf den Bruttowert in Wahrheit 17,85 Prozent. Dabei haben wir auch auf unseren, bereits etwas älteren, Artikel Achtung Amazonfalle Mindestgebührenverwiesen. Hier beschreiben wir, wie aus den 17,85 Prozent leicht mal 33,3 Prozent werden können.

Diese Mindestgebühren in Höhe von 0,50 Euro je verkaufter Einheit bezahlt man übrigens immer, egal wie hoch der tatsächliche Bestellwert ist.

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Aber es es geht noch besser

Mit etwas „Pech“ können die Amazon Verkaufsgebühren jedoch auch mal den eigentlichen Verkaufswert um ein Vielfaches übersteigen. Im Beispiel sogar um 250 Prozent.

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Hierbei handelt es sich um ein Produkt, welches nur 0,20 Euro kostet und in der Regel in größeren Mengen abgenommen wird. Blöd ist, dass laut EAN-Code die Verpackungseinheit (VE) = 1 ist. Der Händler will also alles richtig machen und stellt das Produkt ordnungsgemäß mit VE = 1 bei Amazon ein. Dabei geht er davon aus, dass sich die Mindestprovision auf den tatsächlichen Verkaufspreis und nicht den Stückpreis bezieht. Soweit so nachvollziehbar.

Im Zusammenhang mit Amazons Gebührentabelle aber leider völlig falsch gedacht. Denn die Mindestgebühren beziehen sich auf den Einzelpreis und nicht auf den gesamten Verkaufspreis.

Interessant wäre jetzt noch, was passiert, wenn der Händler dem Versprechen nach mehr Umsatz gefolgt wäre und das Produkt „Primefähig“ gemacht hätte. Also keine Versandgebühren verlangen würde. Dann müsste er Amazon ja eigentlich noch Geld für diese Bestellung geben. Oder wie ist das?

 

Amazon kostet 17,85% und nicht 15% !

Von: | 26. Februar 2016 | Bunte Kiste
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Nur ganz kurz, weil ich gestern schon wieder zweimal drüber gestolpert bin: Ja, die Amazon-Verkaufsprovision beträgt bei den meisten 15 Prozent. Hartnäckig hält sich unter Händlern auch die 15 als Kalkulationsfaktor. Auch manch Experte hantiert gerne noch mit den 15%. Kann  man machen , ist aber meist falsch. Schließlich bezahlt der Händler 15% auf den Brutto-Verkaufswert. Auf den Nettowert bezogen – und das ist doch die einzig relevante Bezugsgröße für Unternehmen, ausgenommen Kleingewerbetreibende – sind das aber  nun mal 17,85% die man an Amazon abdrückt. Und diese 17,85% sind die Nettokosten. Man kommt die 2,85% Differenz also nicht mehr als Vorsteuer zurück, wie manche vielleicht glauben mögen.

Apropos Amazon-Verkaufsprovision: Den Artikel Achtung Amazonfalle Mindestgebühren sollte man sich als Marketplace-Händler auch nicht entgehen lassen. Darin beschreiben wir, wie Amazon aus den 15%, schnell mal 33,3% macht. Ohne, dass es der Händler mitbekommt, zumindest wahrscheinlich die wenigsten.