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Achtung, Old News: Jede fünfte Bewertung auf Amazon ist gefälscht? Nicht mehr.

Von: | 11. September 2017 | Marketing
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Auf t3n kocht gerade ein altes Thema wieder hoch, das immer wieder gern die Händler-Gemüter erregt: gefakte Bewertungen auf Amazon. Jochen G. Fuchs berichtet über eine Auswertung des Dienstleisters ReviewMeta, der rund sieben Millionen Bewertungen auf verschiedenen Amazon-Länderseiten anhand von 15 Kriterien auf ihre Glaubwürdigkeit hin untersucht hat. Ergebnis: Jede fünfte Bewertung ist entweder eine Gefälligkeitsbewertung, gekauft oder gefälscht.

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Diese Überschrift bietet natürlich genug Aufreger-Potenzial, um eine rege Diskussion auszulösen – siehe auch das Kommentarfeld unter dem t3n-Artikel. In der Hitze der Debatte kann leicht vergessen werden, dass hier eigentlich ein altbekanntes Thema neu aufgelegt wird: ReviewMeta hat seine Auswertung nämlich bereits im Juni 2016 (!) zum ersten Mal veröffentlicht.

Der damaligen Auswertung zufolge schnitten Produkte in incentivierten Reviews – also solchen Produktbewertungen, für die ein Kunde ein Produkt kostenlos zur Ansicht zur Verfügung gestellt bekommen hatte – um durchschnittlich 0,38 Sterne besser ab als in regulären Bewertungen. Dieser scheinbar kleine Unterschied wirke sich bereits deutlich auf das Ranking aus, warnte ReviewMeta damals.

Nun ist seit Juni 2016 in Sachen Bewertungs-Fakes auf Amazon eine Menge passiert. Der Online-Marktplatz hat das Problem erkannt und ging Ende letzten Jahres rigoros dagegen vor. Zunächst wurden incentivierte Produktbewertungen, bei denen Kunden ein vergünstigtes oder kostenloses Testprodukt im Gegenzug für ihre Bewertungen bekamen, im Rahmen einer neuen Richtlinie komplett verboten.

Zum Jahreswechsel zog Amazon dann die Konsequenz aus den neuen Regeln und löschte über Nacht zehntausende von Produktbewertungen, die den neuen Standards nicht mehr entsprachen. Manche Händler berichteten vom Verlust eines Drittels ihrer gesamten Bewertungen und massiven Einbrüchen beim Ranking.

Dass sich das harsche – und in Händlerkreisen viel beweinte – Vorgehen von Amazon gelohnt hat, zeigt ein Vergleich mit den Daten von ReviewMeta von vor einem Jahr. So nannte der Dienstleister in seiner Auswertung das Produkt „Rxvoit Noise Isolating Earbuds“ als Beispiel für einen besonders dreisten Einsatz von gefälschten Bewertungen. (Weiterlesen…)

 

Amazon: Geld gegen Bewertung

Von: | 15. Juni 2017 | Marketing
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Der weltgrößte Online-Marktplatz will gegen ein drängendes Problem vorgehen: gegen die „Bewertungsflaute“. Denn die Kunden kaufen zwar immer mehr, bewerten aber immer weniger. Gleichzeitig erfreuen sich Bewertungen als Entscheidungshilfe beim Kauf gleichbleibend großer Bedeutung. Um diesen gordischen Knoten aufzulösen, hat sich Amazon jetzt etwas Neues überlegt: bezahlte Bewertungen. 

Wir erinnern uns kurz an letzten November: Damals hat Amazon „anreizbasierte Bewertungen“, also solche, bei denen Kunden mit kostenlosen Testprodukten oder Bonussystemen von Bewertungsclubs zu Produktbewertungen auf Amazon animiert werden sollten, rigoros verboten. Über 500.000 dieser incentivierten Bewertungen wurden zudem von heute auf morgen gelöscht. Das harte Vorgehen sorgte damals für einiges an Aufregung auf Händlerseite: Schließlich wird es bekanntermaßen immer schwerer, die Kunden zu Produktbewertungen bewegen, da schien vielen die mit Produkten oder anderen Vorteilen bezahlte Bewertungsakquise ein probates Mittel.

Nun scheint Amazon selbst erkannt zu haben, dass es ganz ohne Anreize für den Kunden eben nichts wird mit den so wichtigen, „echten“ Bewertungen. Deshalb vollführt der Online-Marktplatz eine kleine Rolle rückwärts und führt das neue „Early-Reviewer-System“ ein. Vor allem neue Produkte sollen damit schneller zu mehr Bewertungen kommen. Und das funktioniert so: Marketplace-Händler, die neue Produkte einführen, können diese über das Sellercentral beim Early-Reviewer-System anmelden. Angemeldet werden können aber nur Produkte, die weniger als fünf Bewertungen haben und mindestens 15 US-Dollar kosten, berichtet t3n.

business hand clicking customer reviews on virtual screen interface

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