TV-Doku: Die Macht von Amazon (gegenüber Marketplace-Händlern)

Von: | 19. Juni 2015
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Wir hatten vor einiger Zeit ja für eine TV-Produktion des ZDF nach Amazon Marketplace-Händlern gesucht. Diese Sendung wurde im ZDF nun unter dem Titel „Die Macht von Amazon“ ausgestrahlt und ist in deren Mediathek abrufbar. Inhaltlich bietet die Doku nichts, was die meisten nicht schon einmal gehört hätten:

  1. Amazon achtet sehr genau darauf, möglichst immer in der Buybox zu sein, auch wenn sie etwas teurer als der günstigste Marketplace-Anbieter ist.
  2. Um dies sicherzustellen, wird auf Preisänderungen seitens Marketplace-Händlern schon nach wenigen Minuten reagiert.
  3. FbA-Artikel werden mit der eigenen Ware von Amazon gemischt eingelagert und unkontrolliert verschickt. Kein Wunder also, dass Amazon oft genug selbst Plagiate verschickt.
  4. Amazon greift ihren FbA-Händlern in die Tasche in das Lager wenn sie selbst Ware nicht mehr vorrätig haben oder der Lieferant / Hersteller sie nicht beliefern möchte.
  5. Wenn Amazon Verkäuferkonten sperrt, kann sie 90 Tage und länger deren Guthaben einbehalten.

Neu war für mich:

  • Im Fall von betrügerischen Käufen über Amazon gibt es kein Geld für die Verkäufer. So eine Art Amazon-Zahlungsgarantie gibt es also nicht.
  • Fast 40% der eingelagerten Ware in einem vom Filmteam besuchten Logistiklager ist FbA-Ware.
  • Dass sich Amazon bei ihren FbA-Händlern bedient, wurde bereits öfters berichtet. Dass Amazon diese Ware seinen FbA-Händlern dann jedoch als „verloren“ oder „beschädigt“ meldet nicht.

Link zur Doku: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2423490/#/beitrag/video/2423490/Die-Macht-von-Amazon

Autorenfoto bewegt sich seit 1997 beruflich im Internethandel, gilt als E-Commerce Experte und verfügt über große gelebte Praxiserfahrung. Er ist Autor mehrerer Fachbücher und einer Vielzahl von Fachartikeln zu allen Aspekten des Onlinegeschäfts. Heute berät und begleitet er vor allem mittelständische Unternehmen im E-Commerce.
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4 Comments

  1. Also dieser Punkt „Dass sich Amazon bei ihren FbA-Händlern bedient, wurde bereits öfters berichtet. Dass Amazon diese Ware seinen FbA-Händlern dann jedoch als “verloren” oder “beschädigt” meldet nicht.“ hat mich ehrlich gesagt total geschockt.
    Denn das ist ja schlichtweg Betrug! Einem Händler die Ware wegzunehmen (die der ja dann als Verlust ausbuchen muss) und dann selbst im eigenen Namen verkaufen – das geht ja gar nicht.
    Ich bin ja immer noch der Hoffnung, dass die Journalisten in der Reportage das nicht so ganz richtig dargestellt haben, aber ich weiß nicht…..

    Kommentar by Schimmel Martina — 23. Juni 2015 @ 12:49

  2. Wir Händler machen für Amazon Marktforschung und bezahlen noch dafür.
    Am Ende steht das Amazon-Angebot immer oben, auch wenn es teurer ist, als meines.

    Zynisch: in der Lagerverwaltung steht mein Artikel mit
    > Ihr Preis: EUR 16,50
    > Preishit für Zustand Neu: EUR 16,99
    … und daneben auf einem Button „Preishit übernehmen“ das freundliche Angebot, Amazon nicht zu unterbieten.

    Da hilft nur die gute Miene zum bösen Spiel, den der Markt gehört ganz klar Amazon …

    Kommentar by Steinlaus — 24. Juni 2015 @ 16:09

  3. Die Händler müssen verstehen, dass sie Amazon mit aufbauen. Sie schaufeln sich ihr eigenes Grab und werden fremdbestimmt. Baut eure eigene Marke auf und nicht Amazon.

    Kommentar by Stephan — 3. Juli 2015 @ 10:03

  4. Macht es wie ich, verschwindet von Amazon – geht zu anderen Markplätzen. Die Kunden kommen dort hin wenn es Amazon schlechter geht. Zwingt Amazon dazu. Alle Händler können das. Und ich lebe ja auch noch und das ohne Amazon.

    Kommentar by Josef — 1. September 2015 @ 20:47

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