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Versandkostenfreie Lieferung wird überschätzt

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… könnte man zumindest anhand der konkreten Aussagen eines Shop-Betreibers schlussfolgern. Dieser hatte seine Erfahrungen mit dem Thema, in einem Vortrag über die Erfolgsfaktoren im E-Commerce,  vor einiger Zeit mit dem Publikum geteilt. Der Onlinehändler ist eigentlich Internet-Dienstleister und gründete seinen Teeladen-Shop vor einigen Jahren nur als Spielwiese um Praxiserfahrung im E-Commerce zu sammeln. Mittlerweile trägt sich der Onlineshop mit seinem sechsstelligen Jahresumsatz selbst und dient – wohl auch da ohne Erfolgsdruck – nach wie vor als Basis für das eine oder andere Testfeld.

Keine Auswirkungen auf den Umsatz

So wurde in den vergangenen Jahren immer wieder mit den Versandkosten experimentiert. Von komplett versandkostenfrei bis kostenloser Lieferung ab bestimmten Mindestbestellwerten. Auch die Versandkostenhöhe wurde sukzessive hoch gesetzt.

Seine Erfahrung zeigte keine Auswirkungen auf die Konversionsrate, als Versandkosten eingeführt, die Höhe geändert oder die Mindestbestellwerte für versandkostenfreien Versand hochgesetzt wurde. Die Konversionsrate stieg dennoch kontinuierlich an.

Fairerweise muss natürlich erwähnt werden, dass der Onlineshop im Laufe der Zeit bei der Kundschaft sicher an Vertrauen gewonnen und auch die Anzahl der Stammkunden gestiegen ist. Auch wurde kein langfristiger A-/B-Test durchgeführt, um die Erkenntnisse hinsichtlich der Auswirkungen von versandkostenfreier Lieferung auf die Konversionsrate zu untermauern. Dies ist dem Shopbetreiber jedoch nicht zum Vorwurf zu machen, da es nicht ausdrückliches Ziel war dieses zu untersuchen, sondern eher nebenher festgestellt wurde.

Derzeit werden übrigens 3,50 EURO Versandkosten erhoben. Erst bei einem Bestellwert in Höhe von 80 EURO entfällt diese, was für Tee wohl nicht wirklich niedrig ist.

Verheimlichte Versandkosten lassen die Konversionsrate steigen

Meine Recherche nach anderen belastbaren Zahlen zum Thema, brachte übrigens ein weiteres interessantes wenn auch möglicherweise etwas befremdliche Studienergebnis zutage. So untersuchte ElasticPath bereits 2007 die 100 größten US-Online-Shops auf der Suche nach Korrelationen zwischen spezifischen Lösungen und deren Auswirkung auf die Konversionsrate von Shops.

Dabei wurde ermitteltwer die Versandkosten erst spät im Checkout verrät, erhöht die Konversionsrate um knapp 1%.