Produkte als Lösungen bewerben

Von: | 24. Januar 2017
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„Relevanter Content“ als Marketinghebel und „Lösungen statt Produkte verkaufen“ sind zwei immer wieder gern genannte Strategien für einen erfolgreicheren Verkauf. Klingt gut, ist auch gut – nur oft gar nicht so einfach umzusetzen. Oder vielleicht ist es auch viel einfacher als man denkt?

Über internetworld bin ich auf diese kreative Werbeidee von IKEA gestoßen, die im Grunde nichts anderes tut: Sie verkauft „Produkte als Lösungen“. Unglaublich einfach und um so genialer: IKEAs „RetailTherapy“, die Therapie durch Einkaufen:

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Screenshot IKEA Retail Therapy

 

Dafür hat IKEA seine Produkte einfach umbenannt in häufig in Google genannte Alltagsprobleme und präsentiert sie so als Lösungen – natürlich mit dem IKEA-typischen Augenzwinkern:

  • „Mein Partner schnarcht“ => Ein Sofabett als Lösung
  • „Rendevous mit dreien gleichzeitig“ => Dabei hilft eine Dreier-Steckdosenleiste
  • „Mein Sohn spielt zu viel am Computer“  => Das lässt sich mit einer Schere ändern
  • „Wie erkläre ich jemandem, dass ich kein Interesse an ihm habe?“ => Mit viel Knoblauch kochen
  • „Liste der schönsten Menschen der Welt?“ => Guck doch mal in den Spiegel!

Der Aufwand wurde dabei tatsächlich sehr klein gehalten, es gibt eine einzelne Seite mit der „Therapieprodukte-Übersicht“ und von dort wird jeweils auf die normale IKEA-Seite gelinkt. Hier wurden die Produkte mit lediglich einem Standardtext als Produktbeschreibung ausgestattet:

„IKEA is where life happens. This product’s real name is [ORIGINAL PRODUKT NAME], but right now we have renamed it to the relationship problem you just googled. All to make life at home easier for you. Because life evolves every day and everything, yes everything, can get better.“

Übersetzung: IKEA ist dort wo das Leben stattfindet. Der echte Name dieses Produktes ist [ORIGINAL PRODUKTNAME], aber momentan haben wir es in das Beziehungsproblem umbenannt, dass Du gerade gegoogelt hast. Alles, um Dir dein Leben zu Hause einfacher zu machen. Weil das Leben sich jeden Tag weiterentwickelt und alles, wirklich alles, besser werden kann.

Mein Fazit: Der „Therapieansatz“ mag schwach sein, die Marketingidee aber ist genial: Erstens, weil hier starke (emotionale) Keyphrases optimal besetzt werden, zweitens weil Mensch sich gerade in Frustphasen gern etwas gönnt – und die Kaufbereitschaft mittels das augenzwinkernden Aufheiterns durch die Produktumbenennungen noch gefördert wird.

Gleichzeitig fügt sich die „Therapy“ nahtlos ein in den zentralen Claim „Demokratisk design“, den IKEA in Schweden derzeit propagiert und der so viel heißen soll, wie „an die Herausforderungen des realen Lebens angepasstes Design“. Mit anderen Worten: Problemlösungs-Design!

Herzlich aus Hürth
Nicola Straub

Autorenfoto widmet sich 1998 beruflich dem E-Commerce. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für Webkonzepte und Onlinemarketing sowie Autorin für Artikel und Ratgeber (auch Ghostwriting) und Pressetexte. Besonders gern betreut sie Websites ganzheitlich von der Planung über die Realisierung bis zur fortlaufenden Content-Pflege und gibt Ihre Erfahrung in regelmäßigen Workshops zu Marketingthemen weiter.
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1 Kommentar

  1. Es ist schon erstaunlich, was für Blüten die Optimierung von Texten bzw. Website-Inhalten treibt.

    Eine interessante Idee ist es aber auf jeden Fall. Obendrein wird eine geniale Verknüpfung der individuellen, (meist themenfremden) Sucheingaben mit den letztlich von IKEA angebotenen Produkten z. B. aus dem Bereich Wohnen oder Haushalt hergestellt.

    Vielleicht sollten wir mal etwas Ähnliches mit unseren Rollladen-Systemen ausprobieren?

    Fragt sich nur, ob solche speziell dafür angelegten Seiten letztlich vernünftig gelistet oder evtl. sogar abgewertet werden.

    Kommentar by Jens Pässler Team L.E.-SERVICE — 31. Januar 2017 @ 09:39

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