Interview mit Elena Bednorz, Schmuckes Glas

Von: | 28. Februar 2007
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In der heutigen Ausgabe unserer Interviewreihe "Leute des E-Commerce – 7 Fragen, 7 Antworten" befragten wir Elena Bednorz von Schmuckes Glas.

Frau Bednorz fertigt Glasschmuck und bezeichnet sich als "echter Handwerker", für den die aktuellen Entwicklungen zu virtuell sind. Dennoch bedient sie sich für ihre Neukundengewinnung bereits einer typischen ‘Web 2.0-Plattform’, indem sie ausgewählte Produkte bei so zeug einstellt. Die Resonanz lässt ihrer Meinung jedoch leider noch zu wünschen:

"Die Kunden die über diese Marketingplattformen kommen sind meiner Meinung nach relativ gering – die Resonanz war leider bisher nicht so berauschend. Glasperlenschmuck ist schon etwas speziell, ich denke da suchen die meisten direkt über eine Suchmaschine. Ich sehe die Homepage ganz nüchtern betrachtet als Ergänzung zu meinen persönlich hergestellten Kontakten. Das zeigt zumindestens die Erfahrung der letzten drei Jahre."

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1.) Was ist Ihr Kernprodukt/-thema und wer Ihre Zielgruppe im E-Commerce?

Kernprodukt sind von mir handgefertigte Glasperlen die ich zu Schmuck verarbeite… Colliers, Armbänder, Ohrringe, Anstecknadeln, Ringe und Piercingschmuck.
Zielgruppe sind alle schmuckbegeisterten und interessierte Menschen, die nicht auf Industrie, -und Massenware stehen… also das übliche "Elsterklientel".

2.) Ist Ihr Onlineshop Bestandteil einer Multichannel-Strategie oder der einzige Vertriebskanal?

Ich vertreibe meine Ware weiterhin auf Kommisionsbasis in Galerien und Geschäften (Goldschmiede, Schmuckläden und auch Blumenläden), nehme an Ausstellungen teil oder organisiere gelegentlich "Perlenpartys", die etwa wie eine Tupperparty von statten gehen.

3.) Wo sehen Sie momentan die größten Defizite beim E-Commerce und welche Angebote (Lösungen, Dienstleistungen) fehlen Ihnen für Ihr Onlinegeschäft noch?

Monatelang habe ich an meiner Homepage gebastelt, mich wochenlang in diverse Portale eingetragen und anderweitig verlinkt… Das größte Problem ist nicht, eine gute Idee zu haben, sondern gefunden zu werden.

Das "weltweite" ist zwar eine riesige Chance, der normale Kunde ist aber durch diese Flut an Informationen und eventuellen Möglichkeiten schnell überfordert – und gibt auf. Es müsste nur einen klar gelenkten Pfad geben bei dem ich durch Ausschlussverfahren zum Ziel gelange. Bei einer Suchmaschine gebe ich etwas ein und tausende Seite lenken mich im Endeffekt davon ab, was ich wirklich wollte. Also zum Beispiel suche ich "Schmuck":Material: Glas (Silber, Gold..) Vertriebsart: Unikat (Discount, Marke..) usw. Aber träumen sollte man lieber Nachts, es ist alles schon zu verzwickt.

4.) Es gibt ständig neue Entwicklungen und besonders ‘hippe’ Themen rund um den E-Commerce. Seien es Blogs, Ajax, Web 2.0 oder wie die
aktuellen Buzz-Words gerade heißen. Welche aktuelle Entwicklung finden Sie spannend und planen Sie evtl. auch etwas davon einzusetzen?

Ich bin ein echter Handwerker und manchmal ist es mir ehrlich gesagt alles etwas zu virtuell. Ich mache Perlen und das reicht mir auch meistens.

5.) Was war die letzte Optimierungsmaßnahme, die Sie in Ihrem Shop vorgenommen haben (und war sie erfolgreich)?

Da nicht der Shop, sondern der Weg gefunden zu werden meist der steinige ist, bin ich etwas auf den persönlichen Kontakt zu meinen Kunden zurückgekommen… Das ist zwar auch viel Mühe, man hat allerdings gleich die Resonanz auf seine Arbeit.

6.) Was ist für Sie das effizienteste Mittel zur Neukundengewinnung?

Neukunden im Kommissionswarenbereich gewinne ich meist indem ich durch Stöbern im Netz interessante Läden suche, zu denen ich dann persönlich Kontakt aufnehme – oder ich werde gefunden und angesprochen.

7.) Auf welche Methoden setzen Sie bei der Kundenbindung?

Gerade bei Schmuck sucht man doch oft "das passende Teil"… Soll heißen, er/sie bekommt das, was gesucht, wird von mir zu einem fairen Preis extra angefertigt. Das macht mir Spaß, weil es auch immer eine kleine Herausforderung ist den Geschmack der Kunden zu treffen, und der Kunde fühlt sich gut aufgehoben weil er nicht sucht sondern immer findet.

Und die Zusatzfrage: Welche Webseiten besuchen Sie momentan am liebsten?

Es ist eine schweinealter Hut, aber diesen beschriebenen Pfad der Suchmaske nach Ausschlussverfahren finde ich am besten bei eBay… und sein wir mal ehrlich, das Gefühl ein Schnäppchen zu machen ist doch am Kaufen immer das Schönste.Banal aber wahr.

Autorenfoto widmet sich 1998 beruflich dem E-Commerce. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für Webkonzepte und Onlinemarketing sowie Autorin für Artikel und Ratgeber (auch Ghostwriting) und Pressetexte. Besonders gern betreut sie Websites ganzheitlich von der Planung über die Realisierung bis zur fortlaufenden Content-Pflege und gibt Ihre Erfahrung in regelmäßigen Workshops zu Marketingthemen weiter.
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1 Kommentar »

  1. Ich verkaufe gebrauchten Schmuck bei Ebay und habe die Erfahrung gemacht, dass sich ungewöhnliche Artikel gut verkaufen lassen, weil Ebay ein riesiger Marktplatz ist, wo auch “Unmögliches” angeboten und gesucht wird. Da trifft man fast immer jemanden, der das gerade sucht. Allerdings sind das meist Schnäppchenjäger, die sich vorher auf dem Marktplatz umsehen, bevor sie bieten. Das sollte man selbst auch tun, bevor man einen Artikel zu einem überhöhten Startpreis einstellt und darauf sitzen bleibt. Massenartikel bei Ebay anzubieten lohnt sich deshalb nur noch für die so genannten Powerseller mit entsprechenden Einkaufskoditionen. Mit dem Angebot von Unikaten (spezielle Anfertigung) habe ich bisher auch kein Glück gehabt. Das ist den Kunden bei Ebay anscheinend zu kompliziert oder nicht spannend genug (weil kein Schnäppchen)

    Kommentar by Achim Behrenwaldt — 6. März 2007 @ 08:18

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