Händlerbund Studie 2015: Abmahnungen gegen Online-Händler nehmen zu

Von: | 26. Februar 2016
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(Pressemitteilung): Jeder fünfte befragte Händler ist von Abmahnungen betroffen – Tendenz steigend. Was sind die Gründe, Kosten und Konsequenzen im Fall einer Abmahnung? An der Studie „Abmahnungen im Jahr 2015“ nahmen 290 Online-Händler teil. Die Befragung richtete sich an alle Online-Händler, unabhängig von einer Mitgliedschaft beim Händlerbund.

Mehr Abmahnungen als im Vorjahrhändlerbund-studie

Immer mehr Händler, die ihre Waren und Dienstleistungen in Online-Shops anbieten, haben mit Abmahnungen zu kämpfen. Dies bestätigt die Studie des Händlerbundes. Jeder zweite Befragte bemerkte einen Anstieg der erhaltenen Abmahnungen im Vergleich zum Vorjahr. Rund 20 Prozent der befragten Online-Händler mussten sich im Jahr 2015 mit dem Thema Abmahnungen auseinandersetzen. Zum Stichwort „Abmahnmissbrauch“ erklärt der Bundesvorsitzende des Händlerbundes, Andreas Arlt: „Zwar sind Abmahnungen ein wichtiges marktregulierendes Mittel, um Rechtsverletzungen zu beseitigen, das massenhafte Abmahnen geringer Verstöße ist für viele Händler jedoch existenzbedrohend und behindert den fairen Wettbewerb.“

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Wettbewerbsrecht als Hauptgrund

Vor allem das Wettbewerbsrecht machte 55 Prozent der befragten Shopbetreibern zu schaffen. Darüber hinaus werden Verletzungen des Urheber- und Markenrechts am häufigsten abgemahnt. Um einem Gerichtsverfahren zu entkommen, unterzeichneten knapp zwei Drittel der betroffenen Online-Händler eine Unterlassungserklärung und rund 40 Prozent zahlten die geforderte Summe – ein deutlicher Anstieg zum Vorjahr (29 Prozent). Weitere Konsequenzen können der außergerichtliche Vergleich oder sogar die Gerichtsverhandlung, wie in sieben Prozent der Fälle, sein. Jede zweite Abmahnung kostete die Betroffenen mehr als 500 Euro und für etwa 20 Prozent schlug die Abmahnung mit 1000 bis 3000 Euro zu Buche. Vor allem für kleinere Händler sind Abmahnungen mitunter nicht bezahlbar und existenzbedrohend. Die Mehrheit der Befragten zog daher einen Anwalt zu Rate oder ließ sich vom Händlerbund unterstützen.

FairCommerce Initiative gegen Abmahnmissbrauch

Im letzten Jahr wurde die Initiative „FairCommerce – gegen Abmahnmissbrauch“ durch den Händlerbund ins Leben gerufen. Um fairen Wettbewerb zu fördern, weisen Mitglieder sich zunächst formlos auf Rechtsverletzungen hin, um diese zu beseitigen. Ziel ist es, unkompliziert und kostengünstig gegen Abmahnmissbrauch vorzugehen. Bereits 30.000 Online-Shops schlossen sich unter www.fair-commerce.de der Initiative an. Die Studie belegt, Abmahnungen sind nach wie vor ein wichtiges aber auch lästiges Thema im E-Commerce. Finden Sie ausführliche Ergebnisse und Details in unserer Infografik.

Autorenfoto macht gerade ihren Bachelor in BWL und kann bereits auf mehrjährige Erfahrung im E-Commerce zurückblicken. Bei einem B2B-Marktplatz betreute sie unter anderem Deal-Angebote vom Produkt-Sourcing bis zur Online-Vermarktung. Ihre Schwerpunkte bei shopanbieter.de liegen bei E-Commerce-Analysen, Controlling und Datenauswertung für Studien und Marktuntersuchungen.
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1 Kommentar

  1. Leider die traurige aber lange bekannte Wahrheit: Ohne Anwalt geht es nicht. Grade im E-Commerce scheint man manchmal den willkürlichen Attacken von Abmahnspezialisten ausgesetzt zu sein. Leider wohl immer noch ein rentables Geschäftsmodell.

    Kommentar by Paul — 27. Februar 2016 @ 11:46

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