Shop Corner: Was man von Design-Shops lernen kann

Von: | 22. Februar 2016
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Das Interesse an Design-Produkten ist groß – und dieser Bedarf wird auch via Internet gestillt. Da werden Shops wie design3000 oder Ikarus doch sicherlich einiges richtig machen, oder?

In dieser letzten Ausgabe der Serie „Von großen Shops lernen“ werden drei Onlineshops vorgestellt, die Design-Produkte anbieten. Dabei geht es vor allem um die Frage, was man von diesen Shops in Bezug auf SEO lernen kann, denn deren Kundschaft ist zum Teil sicherlich sehr anspruchsvoll. Mit welchen Maßnahmen schaffen es diese Shops, positive Signale zu schicken?

www.design-3000.de

Der Fokus von design3000 liegt auf dem Angebot von Geschenken. Laut SISTRIX steuert alleine der Ordner /Geschenke/ (ca. 80 Rubrikenseiten) 60 % der organischen Sichtbarkeit, was im Vergleich zu anderen Rubriken- oder Produktdetailseiten überragend ist. Es ist also nicht immer zwingend so, dass ein Onlineshop nur für seine „richtigen“ Produktkategorien gefunden werden kann – und genau das hat design3000 sehr gut umgesetzt.

So gibt es mit der URL http://www.design-3000.de/Geschenke/Geschenke+nach+Art/Besondere+Geschenke/ eine beachtenswerte Seite, die laut SISTRIX ca. 70 unterschiedliche Rankings auf der ersten Google-Ergebnisseite erzielt. Da SEO-Tools nur eine begrenzte Anzahl an Suchbegriffen beobachten, sind es in der Praxis vermutlich sogar deutlich mehr. So ist die Seite auch für Suchbegriffe wie „besondere weihnachtsgeschenke“ oder „besondere valentinsgeschenke“ zu finden, obwohl das Wort „valentinsgeschenke“ auf der Seite selbst nicht verwendet wird. Dies zeigt deutlich, dass Google immer besser in der Lage ist, den wahren Inhalt einer Seite zu verstehen und aus dem Nutzerverhalten zu lernen. Offensichtlich erzeugt design3000 hervorragende Nutzersignale, die es rechtfertigen, die Seite auch für Suchbegriffe ranken zu lassen, wenn die Wörter aus der Suchanfrage auf der Seite nur teilweise vorkommen.

Interessant ist aber auch z. B. das Top-Ranking für „besondere geschenke für besondere menschen“ (siehe Abbildung 1). Wie man an dem fett markierten Bereich im Suchergebnis sieht, gibt es dieses Ranking wohl auch, weil diese Phrase in der Rubrikenbeschreibung vorkommt. Hier ist also zu erkennen, dass es hilfreich sein kann, einen Rubrikentext zu haben, um der Seite mehr Kontext zu geben. Außerdem ist es sinnvoll, bestimmte Phrasen, die häufig in Verbindung mit der Rubrik gesucht werden, in den Rubrikentext einzuarbeiten, um die Chancen auf Rankings zu erhöhen.

Abbildung 1: Rubrikentexte helfen dabei, bestimmte Rankings zu erreichen.

Abbildung 1: Rubrikentexte helfen dabei, bestimmte Rankings zu erreichen.

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Für einige ausgewählte Marken, wie Reisenthel und Koziol, hat design3000 passende, gut optimierte Spezialshops aufgebaut. Für Koziol (http://www.design-3000.de/Koziol+Shop/) gibt es z. B. mehr als 100 spezialisierte Rubrikenseiten. So werden mit Rubriken wie „Nagelbürsten“ und „Zahnputzbecher“ Markensuchbegriffe wie „koziol nagelbürsten“ und „koziol zahnputzbecher“ verknüpft.

In der Praxis funktioniert das sehr gut – bei solchen Markensuchbegriffen werden manchmal passende Produktdetailseiten in den Suchergebnissen angezeigt. Oftmals erscheinen dort aber auch jene Rubrikenseiten, die jeweils über einen eigenen optimierten Text verfügen. Auf den Rubrikenseiten erscheinen passende Produkte, wobei hier – vermutlich aus Conversion-Gründen – darauf geachtet wurde, nicht ausschließlich die entsprechenden Produkte anzuzeigen. So schlägt die Rubrikenseite für Zahnputzbecher bspw. auch Zahnbürstenhalter vor.

Seltsam ist bei design3000 allerdings, dass es die Markenshops derzeit doppelt gibt. Im Falle von Koziol findet man den Markenshop und alle Unterseiten sowohl unter der URLs http://www.design-3000.de/Koziol+Shop/ als auch unter http://www.koziol.design-3000.de/. Es zeigt sich, dass mal die Haupt-Domain und mal die Subdomain in den Suchergebnissen erscheint. In der Praxis wäre es gut, entweder Canonical Tags einzusetzen oder 301-Umleitungen zu nutzen, um diese unnötige Dopplung zu vermeiden.

Ikarus.de

Ein weiterer guter Design-Shop ist Ikarus.de. Auf dessen Startseite ist eine klassische Empfehlung in Bezug auf die interne Verlinkung umgesetzt worden. Wie man in Abbildung 2 sehen kann, wird direkt von der Startseite auf elf wichtige Markenseiten (also z. B. http://www.ikarus.de/marken/koziol.html) verlinkt. So wird viel „Link Juice“ auf die wichtigen Markenseiten übertragen. Bei der Analyse der internen Verlinkung wird eine Suchmaschine also feststellen, dass die Startseite, die über die meiste Linkenergie verfügt, einen Teil dieser Energie auf wichtige Markenseiten weitergibt. Dadurch, dass nicht auf alle Marken verlinkt wird, werden Akzente in der internen Verlinkung gesetzt: Wichtige Markenseiten erhalten viel Linkenergie, unwichtige Markenseiten eher wenig.

Abbildung 2: Die Optimierung der internen Verlinkung am Beispiel der Startseite.

Abbildung 2: Die Optimierung der internen Verlinkung am Beispiel der Startseite.

Bemerkenswert ist auch das Blog (http://blog.ikarus.de/). Hier finden sich sehr gut gemachte Beiträge, z. B.

  • http://blog.ikarus.de/original-vs-falschung/adjustable-table_8609.html
  • http://blog.ikarus.de/original-vs-falschung/hang-it-all-garderobe_8689.html
  • http://blog.ikarus.de/original-vs-falschung/eames-armchair_8196.html

In diesen Beiträgen werden jeweils Designklassiker vorgestellt – im Original und als Fälschung. Man erfährt in den Beiträgen direkt, an welchen Merkmalen billige Fälschungen zu erkennen sind. Dies hilft in verschiedene Richtungen:

  • Ikarus positioniert sich als Kenner der Szene und unterstreicht damit seine Legitimität.
  • Die Beiträge zeigen aber auch, wie lieblos und wenig wertig die Fälschungen umgesetzt wurden. Wer sich für einen Designklassiker interessiert, wird sich also darin bestätigt sehen, bevorzugt in das Original zu investieren.
  • Einige der Beiträge haben auch zu relevanten Verlinkungen geführt (z. B. http://www.arstextura.de/2015/01/endlich-habe-ich-meinen-eames-style.html), sodass diese Inhalte auch für den gesamten SEO-Erfolg hilfreich sind.

Connox.de

Ein weiterer ansprechender Design-Shop ist Connox.de. Dort sind z. B. sehr interessante Beiträge zu Designrichtungen wie „skandinavisches design“ (https://www.connox.de/designwissen/skandinavisches-design.html) und „bauhaus design“ (https://www.connox.de/designwissen/bauhaus.html) zu finden. Laut Navigation befinden sich diese Beiträge im „Wohndesign-Blog“. Wie klassische Blog-Beiträge sehen diese allerdings nicht aus, da sie deutlich besser in die Website integriert sind, als das mit einem klassischen Blogsystem möglich wäre.

Wie man in Abbildung 3 sehen kann, sind diese Seiten sehr vielschichtig und bieten nicht einfach nur trivialen Text, wie man ihn leider in vielen Blogs vorfindet. Die Website bietet einen guten Einstiegspunkt für Personen, die sich für das Thema Design interessieren. Man wird quasi in die Website „hineingesogen“, denn es gibt für Interessierte viele Möglichkeiten, weiter am Thema zu bleiben. Neben dem Text werden auch direkt Produkte angezeigt, ebenso wie dazugehörige Marken oder Designer.

Wer also z. B. auf der Seite über „Japanisches Design“ (https://www.connox.de/designwissen/japanisches-design.html) einsteigt und sich dann weiter zu einem konkreten Designer klickt (https://www.connox.de/designer/naoto-fukasawa.html), erhält auch dort wieder eine passende Seite mit einem Infotext, passenden Produkten und dazugehörigen Marken. Die Website führt und informiert Besucher also immer gut und sorgt damit auch für hervorragende Nutzersignale.

Abbildung 3: Eine „Blog-Seite“ von Connox.de.

Abbildung 3: Eine „Blog-Seite“ von Connox.de.

Fazit

Von den drei Design-Shops kann man offensichtlich eine ganze Menge lernen. Dabei geht es nicht nur um klassische Themen wie Markenrubriken oder die Optimierung der internen Verlinkung, sondern auch um den Umgang mit Content. Wer diesen professionell erstellt und gut in die restliche Website integriert, wird wohl auch von guten Inhalten profitieren können.

Dieser Beitrag ist in Ausgabe #57 des Magazins für SEO, SEA und E-Commerce „suchradar“ erschienen. Die gesamte Ausgabe #57 des suchradars mit dem Fokusthema „Jahreswechsel: Was war? Was wird?“ kann unter www.suchradar.de kostenlos als PDF-Version heruntergeladen werden!
Autorenfoto arbeitet als Head of SEM im Bereich Suchmaschinenwerbung bei der auf SEO und SEM spezialisierten Online-Marketing-Agentur Bloofusion. Dort verantwortet er alle SEM-Aktivitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Er schreibt regelmäßig über neue Erkenntnisse, Tipps und aktuelle Entwicklungen im suchradar (www.suchradar.de), im Internetkapitäne-Blog (www.internetkapitaene.de) und im Profi-Blog “PPC Epiphany” (www.ppc-epiphany.com). Außerdem spricht Martin Röttgerding auf vielen Konferenzen zum Thema AdWords (z. B. SMX, OMCap, SEAcamp, ...).
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