So funktioniert SEO für Amazon

Von: | 11. Januar 2016
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Chart zur Produktrecherche

Bereits Anfang 2015 lag Amazon als Ausgangspunkt für die Produktrecherche im deutschsprachigen Internet deutlich vor Google.

Bereits vor einiger Zeit hat Amazon Google in der Bedeutung für die Produktrecherche überholt. So starteten laut einer Studie des ECC Köln und hybris software nach bereits Anfang letzten Jahres ein Drittel der deutschsprachigen Internetnutzer ihre Produktrecherchen bei Amazon – mithin bereits doppelt so viele wie bei Google! Für den US-amerikanischen Markt gehen aktuelle Untersuchungen sogar von einem noch höheren Anteil Amazons als „Erstsuche-Punkt“ aus: So kommt eine Studie von BloomReach aus dem vergangenen Oktober sogar auf 44%  Konsumenten, die ihre Produktsuche auf Amazon starten.

Amazon bezüglich Produktsuchen mit doppelter Reichweite gegenüber Google

Wenn Amazon also so viel mächtiger ist, wenn es darum geht, potentielle Kunden bei ihrer Kaufrecherche zu erreichen, folgen hieraus zwei wichtige Punkte bezüglich des Shop-SEO:

  1. Onlineshops sollten ihre SEO-Maßnahmen nicht auf Google (bzw. generell Suchmaschinen) begrenzen. Vielmehr sollte auch Amazon in den Fokus aller Suchmaschinen-Optimierungen genommen werden.
  2. Die Daten zu Keywords und Suchverhalten, über die Google bezüglich Produktsuchen von Internetkunden verfügt, sind lückenhaft und spiegeln damit nicht das vollständige Onlinekunden-Suchverhalten wider.

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Keywords für kleine Händler wichtiger Einflussfaktor

Geht es um eigene Produkte, bei dem die Produktdaten selbst erstellt werden können, so ist die optimale Positionierung relevanter Keywords gerade für kleine Händler ein wichtiger Hebel zur Verbesserung der Sichtbarkeit.

Allerdings ist eine solche „Amazon Search Optimization (ASO)“ schon vom Prozess her nicht einfach, denn meist werden Marketplace-Angebote automatisch über Produktfeeds gesteuert. Hier kann die Optimierung zu einer schönen Puzzelei werden. Doch das erste Problem stellt die grundsätzliche Auswahl der relevanten Keywords dar. Denn wer die Erkenntnisse und Strategien der Google-SEO 1:1 auf Amazon überträgt, springt zu kurz.

Amazon-Suche != Google Suche

Schließlich stehen hinter Suchanfragen bei Google eine Fülle von Intentionen – nur in einem Bruchteil der Suchläufe geht es hier tatsächlich um eine konkrete Produktrecherche oder Kaufabsicht. Dagegen dreht es sich bei Amazon-Suchen natürlich prinzipiell immer um Produkte. Von daher unterscheiden sich die Suchbegriffe bei Amazon oft von den bei Google genutzten Begriffen, selbst wenn es inhaltlich starke Überschneidungen gibt. Das Beispiel einer Suche nach „Staubsauger“ zeigt dies auf:

Screenshots Amazon vs. Google

Suche nach „Staubsauger“: Amazon und Google geben ähnliche, aber nicht identische Suchwortvorschläge aus. (Hinweis: Der Amazon-Screenshot wurde grafisch etwas komprimiert, um die Suchvorschläge zusammenzurücken)

Neues Keywordtool speziell für Amazon

Die schlechte Nachricht für Händler ist daher: Für das Amazon-SEO muss eine eigene Keyword-Recherche durchgeführt werden. Aber um der schlechten Nachricht gleich eine gute gegenüberzustellen: Dazu gibt es jetzt ein neues Tool, das Sistrix „Amazon Keyword Tool“. Und dieses Tool kann mit bis zu 25 Keyword-Recherchen pro Tag gratis genutzt werden.

Screenshot Sistrix-Tool

Das Sistrix Amazon-Keyword-Tool ist einfach gehalten, liefert aber eine Fülle von Angaben. (Quelle: SISTRIX)

Täglich gratis bis zu 25 Keyword-Recherchen

Ebenfalls erfreulich ist, dass die Keywordrecherce erfreulich einfach gehalten wurde: Man gibt sein gewünschtes Keyword in den Suchschlitz und haut auf ‚Enter‘. Dafür erhält man zusammen mit den aufgefundenen Suchbegriffen gleich noch eine Reihe weiterer hilfreicher Angaben, deren Bedeutung Sistix selbst wie folgt erläutert:

Oberhalb der eigentlichen Tabelle zeigen wir eine Auswertung von Keyword-Bestandteilen, die innerhalb der ersten 10.000 Treffer besonders häufig vorkommen. Mit ihnen erhält man ein gutes Gefühl über relevante Marken und Begriffe in diesem Bereich.

Danach folgt die eigentliche Keyword-Tabelle. In der ersten Spalte steht das Keyword selber. Enthält das Keyword einen Markennamen, der auf Amazon häufiger verkauft wird, markieren wir es mit (Brand) in grau hinter dem Keyword. Danach folgt ein Indikator für die Anzahl der Treffer, die Amazon zu diesem Suchbegriff findet. In der nächsten Spalte zeigen wir den durchschnittlichen Preis der 16 Treffer auf der ersten Ergebnissseite für dieses Keyword. Mit diesem Wert erhältst Du eine guten Idee dafür, ob es sich um hochpreisige Artikel handelt oder, ob doch eher günstige Zubehörteile verkauft werden. In der letzten Spalte zeigen wir noch einen Indikator für die durchschnittliche Anzahl der Reviews der ersten 16 Treffer. Dieser Wert weist darauf hin, ob sich viele Käufer mit dem Produkt beschäftigen.

Nicht nur für Amazon-SEO

Damit sollte dem Amazon-SEO eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Doch das Tool ist in unseren Augen auch für Händler interessant, die nicht auf Amazon verkaufen. Denn die Suchanfagen, die Nutzer bei Amazon eingeben, sind auch über die Plattform hinaus interessant:

So ist denkbar, dass sich damit eventuell auch interessante Nischen für Google finden lassen. Und auch für die strategische Positionierung bei Produktsuchmaschinen können die Keyword-Ergebnisse sicherlich Anregungen liefern.

Herzlich aus Hürth
Nicola Straub

* Der Produktpreis bleibt hier unerwähnt, da es ja bei der Optimierung gerade darum geht, außerhalb des reinen Unterbietens zu arbeiten.

Autorenfoto widmet sich 1998 beruflich dem E-Commerce. Seit 2004 arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für Webkonzepte und Onlinemarketing sowie Autorin für Artikel und Ratgeber (auch Ghostwriting) und Pressetexte. Besonders gern betreut sie Websites ganzheitlich von der Planung über die Realisierung bis zur fortlaufenden Content-Pflege und gibt Ihre Erfahrung in regelmäßigen Workshops zu Marketingthemen weiter.
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6 Comments

  1. Ganz nettes Thema!
    Sie schreiben, dass Keywords für kleine Händler (fast) einziger Einflussfaktor sind…dies ist ja eigentlich nur die halbe Wahrheit.
    In der Tat ist das ja nur so, wenn man exklusiver Anbieter eines Produkts ist. Für dieses Produkt lässt sich dann auch Keyword-bestimmt optimieren.
    Für alle anderen Produkte (zu denen es bereits eine Produktseite bei Amazon mit mehreren Anbietern in der Buybox gibt) ist es notwendig, die Faktoren die die Position in der Buybox beeinflussen zu optimieren.

    Nicola Straub Antwort vom Januar 12th, 2016 11:14:

    Ja, das stimmt natürlich. Wobei die Anstrengungen für ein spezielles SEO bei Amazon generell vor allem bei Produkten lohnt, mit denen man (wenigstens eine Weile) allein steht. Insofern hatte ich dies jetzt nicht so erwähnt, habe es jetzt aber im Zuge einer notwendigen Überarbeitung konkretisiert. Danke für den Hinweis.
    Herzlich, Nicola Straub

    Kommentar by Seb — 12. Januar 2016 @ 08:53

  2. Die Frage ist nur, wie lange es sich lohnt für die BuyBox zu optimieren bzw. ob man sich auf diesen Preiskampf mit vielen anderen Händlern um das gleiche Produkt einlassen sollte. Zum einen ist die Marge hier sehr gering und zum zweiten kann der Hersteller selber, jederzeit das Produkt verkaufen (er eigentlich naiv, wenn er es nicht selber macht).
    Daher sollte man sich als Händler besser darauf konzentrieren, eigene Produkte bei Amazon launchen und diese zu bestimmten Begriffen zu optimieren da man zum einen viel bessere Margen hat und in der Regel deutlich weniger Mitbewerber. Noch… – das wird sich natürlich auch ändern, weil immer mehr auf den Zug mit aufspringen und somit steigt auch hier die Konkurrenz um die ersten Plätze bei Amazon.

    Nicola Straub Antwort vom Januar 12th, 2016 13:59:

    Diese Strategie, sich mit eigenen Produkten oder eigenkreierten Bundles abzusetzen, ist einer der Ratschläge, die auch wir immer wieder formulieren. Die aktuelle Situation ist ja, dass bei Standardprodukten oft heute schon die Angebotsliste von chinesischen Versendern dominiert wird – und wo nicht von chinesischen, dann von UK-Händlern. Hier ist ein Preiskampf für deutsche Händler oft reiner Selbstmord, so dass notwendigerweise eh eine andere Strategie gefunden werden muss.
    Herzlich, Nicola Straub

    Kommentar by Florian — 12. Januar 2016 @ 13:50

  3. Ich finde das Thema grundsätzlich interessant. Vor dem Hintergrund, dass der Händler damit für Amazon kostenloses SEO betreibt, sind die Ratschläge wohl im Ergebnis eher kontraproduktiv.
    Wir gehen einen anderen Weg: Der Amazon-Kunde erhält für unsere Produkte auf Amazon nur die Standard-Informationen des Herstellers und auch die nur in abgespeckter, komprimierter Form.
    Im eigenen Shop werden die Produktinformationen SEO-optimiert aufbereitet und dem Kunden zur Verfügung gestellt.
    Zwar verschenken wir damit sicherlich auch einiges an Umsatz, allerdings betreiben wir damit kein SEO für Amazon und eröffnen Amazon auch keine Möglichkeit, auf unsere Kosten die bereits optimierten Produkte dann noch günstiger beim Hersteller zu erwerben und uns letztlich auszubooten.
    Im Ergebnis werden damit auch unsere Produkte oft über Google besser gefunden, was wiederum uns direkt neue Kunden und mehr Umsatz bringt, ohne Amazon an unseren Bemühungen beteiligen zu müssen.

    Ich will ehrlich sein: Ich erkenne kaum einen wirklichen Nutzen für den Händler, seine Produkte speziell für Amazon zu optimieren. Der damit erzielbare Effekt dürfte allenfalls kurzfristiger Natur sein. Die Verkäufe steigen, dann kontaktiert Amazon den Hersteller und verkauft das Produkt selbst zu einem Verkaufspreis bei dem der Händler nicht mehr mithalten kann. Bilder, Produktbeschreibung und SEO-optimierte Keywords erhält Amazon quasi gratis, da der Händler bereits für Amazon die schwierigste Arbeit einschließlich Markteinführung, Marktanalyse, Werbung und Optimierung übernommen hat.

    Kommentar by Ralph P. Görlach — 21. Januar 2016 @ 21:31

  4. […] wird die relativ aktuelle Statistik bemüht, dass mittlerweile 44 Prozent aller Produktsuchen bei Amazon beginnen. Diese Statistik sagt jedoch noch nichts über den eigentlich Kaufabschluss aus. Da der Preis neben […]

    Pingback by Amazon führt produktspezifische Verkaufsprovisionen ein – Was bedeutet das für Marketplace-Händler? | t3n — 7. April 2016 @ 17:00

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