Einspruch: Die 3,50 Euro-Versandkostenlüge

Von: | 22. Dezember 2017
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Nur 3,50 Euro müssen Online-Händler im Durchschnitt an Versandkosten verlangen, damit sie bei der Logistik nicht draufzahlen, haben die Marktforscher von PriceWaterhouseCooper (PwC) gestern verkündet. Und die müssen es wissen, denn sie haben ja eine ganz aktuelle Logistik-Studie abgeschlossen. 3,50 Euro, das ist eine tolle, griffige Zahl, die sich wunderbar in Headlines und Newsletter-Betreffzeilen verwenden lässt. Sie ist außerdem falsch. Und ein Paradebeispiel für eine Milchmädchenrechnung.

 

Schauen wir uns diese ominösen 3,50 Euro doch mal genauer an. In dem Report „Solving the online logistics dilemma: A practical guide toward profitability” der PwC-Tochter Strategy& geht es eigentlich nicht um konkrete Logistikkosten, sondern darum, wie Händler ihre Profitabilität mit schlankeren, effizienteren Logistik-Prozessen erhöhen können.

Die Anregungen in dem Report sind durchaus spannend und können Händlern gute Impulse geben, um mal mit einem kritischen Auge durch ihre Lagerhalle zu gehen. Aber da diese guten, aber komplexen Inhalte nicht besonders griffig sind, hat offenbar jemand aus dem Strategy&-PR-Team gesagt: „Wir brauchen noch eine Zahl für die Schlagzeilen!“ Und da ist dann dieser Abschnitt entstanden:

“Recent Strategy& benchmarking analysis across European retailers suggests an optimistic breakeven model of €3.50 (US$4.18) as a minimum cost-to-serve per shopper delivery for simple parcel fulfillment. Anything below this level indicates an average loss-making business model that will be unsustainable in the long term.”

Wie die “Benchmark-Analyse” hinter dieser Zahl ausgesehen hat, welche Kriterien in die Berechnung einflossen und welche europäischen Online-Händler dafür untersucht wurden, verschweigt der Report leider. Aber 3,50 Euro, das ist doch mal eine griffige Zahl!

Von Einzelkosten, Gemeinschaftskosten und individuellen Kosten

Nur wohl leider die falsche. Ich habe Dietmar Sicking, Geschäftsführer des Fulfillment-Anbieters Lumundi Versand gebeten, mir aufzulisten, welche Posten in die Berechnung einer solchen „Mindest-Profitabilitäts-Grenze-pro-Einzelversand“, wie sie Strategy& da versucht, eigentlich einfließen müssten. Da hat er zunächst von den Einzelkosten gesprochen, also alle Kosten, die pro Paket anfallen, beispielsweise:

  • Porto
  • Verpackung
  • Lohnkosten für die Pick-und Pack-Zeit

Diese Einzelkosten lassen sich relativ leicht berechnen, zum Beispiel so:

  • Porto: 1kg versichert über DHL: zwischen 2,50€ und 4,00€ je nach Kondition beim Seller oder 1,45€ bis 2,60€ für Brief (ohne Einschreiben oder Prio)
  • Verpackung: je nach Ausprägung zwischen 0,05€ und 5,-€
  • Pick und Packzeit: je nach Refa-Auswertung und Prozessorganisation

So, damit werden wir bei den meisten Händlern und Produkten schon bei über 5 € liegen, oder?

Aber nach den Einzelkosten gibt es ja noch die Gemeinkosten zu bedenken, mahnt Sicking, also jene Kosten, die für die gesamte Logistik-Prozesskette gelten und daher, bei sauberer Rechnung, auf jedes einzelne Paket umgelegt werden müssten. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Infrastruktur (Miete etc)
  • Verpackungstechnik (Maschinen, Abroller…)
  • Hilfsmittel (z.B. Klebeband)

Außerdem müssten in eine Berechnung auch noch individuelle Faktoren einfließen, die von Seller zu Seller unterschiedlich sind. Wer sein Lager in Mecklenburg-Vorpommern betreibt, zahlt weniger für Miete und Löhne als ein Händler mit einem Lager in der Münchner Innenstadt. Wer in modernste Logistik-Technik investiert hat, zahlt mehr Gemeinschaftskosten, spart dafür aber bei den individuellen Kosten, weil jedes Paket in kürzeren Pick- und Packzeiten verarbeitet wird. Unterschiedliche Dienstleister wirken sich unterschiedlich auf die Einzel- und Gemeinschaftskosten aus.

Butter bei die Fische: 3,50 Euro im Konkret-Check

Da das aber alles schon wieder zu komplex für die Headlines ist, probieren wir es doch mal mit einem ganz konkreten Beispiel und gehen wir von einem Händler aus, der den Multichannel-Versand von Fulfillment by Amazon nutzt, also seine Bestellungen aus verschiedenen Vertriebskanälen über FBA abwickeln lässt. Dann sähe eine Berechnung der gesamten Versandkosten so aus:

I. GEBÜHR FÜR PICK & PRO EINHEIT: 1,60 € (1 Einheit x 1,60 €)
II. GEWICHTSGEBÜHR PRO SENDUNG: 3,10 € (Kategorie 501 g – 2kg)
III. LAGERGEBÜHR PRO MONAT (Oktober): 0,10 € (0,00576 Kubikmeter x 18 €)

Gesamtkosten pro Paket also nach Adam Riese: 4,80 Euro.
(Übrigens: (Diese Modellrechung arbeitet noch mit den alten, geringeren FBA-Lagerkosten – die aktuellen Kosten liegen etwas höher).

Probieren wir noch ein anderes Beispiel aus und nehmen an, ein Online-Händler hat seinen Versand an einen Fulfillment-Dienstleister wie beispielsweise www.servantful.de ausgelagert. Jetzt sieht unsere Beispielrechnung so aus:

I. GEBÜHR FÜR PICKING PRO EINHEIT: 1,30 € (Auftrag 1,-€, 1 Pos. x 0,15€, 1 Pick x 0,15€)
II. GEWICHTSGEBÜHR PRO SENDUNG: 2,97 € (Kategorie bis 1kg)
III. LAGERGEBÜHR PRO MONAT (Oktober): 0,07 € (0,00576 Kubikmeter x 12,50 €)

Unterm Strich zahlt unser Händler also 4,34 Euro pro Paket an servantful. Aber Achtung: Liegen dem Paket mehrere Artikel bei, erhöhen sich die Pick-Kosten. Wiegt das Paket mehr als 1 kg, erhöhen sich die Versandkosten, und so weiter und so fort.

Fazit: Auch Studien retten vorm Selberrechnen nicht

Fakt ist also: Die von PwC durchs Dorf getriebenen 3,50 Euro sind als rentables Durchschnittsporto nicht haltbar. Das kann nicht einmal ein Kleinunternehmer schaffen, der seine Pakete selbst packt und sich selbst keinen Unternehmerlohn zahlt – denn auch dann wird es sehr eng, weil man mit Kleinversandmengen keine guten Konditionen bei den Verpackungsherstellern und den Logistik-Dienstleistern bekommt.

“Eine pauschale Aussage zu treffen, „3,50 € muss jeder Seller aufschlagen um nicht in die Verlustzone zu gelangen“ ist nicht nur falsch, sondern auch fahrlässig und gefährlich“, warnt deshalb Dietmar Sicking. „Das undifferenzierte weiterverteilen dieser „Information“ zeigt, dass genau dieser Kalkulationsbereich völlig unterbewertet ist. Seller müssen sich diesen Bereich genau durchrechnen um hier Klarheit zu erlangen.“

Einen 3,50 Euro-Aufkleber aufs Paket kleben und sich danach über Logistik keine Sorgen mehr machen, das funktioniert eben leider nicht – egal, was eine Studie behauptet.

Bildquelle: Monticello @ bigstockphoto

Autorenfoto bewegt sich seit 1997 beruflich im Internethandel, gilt als E-Commerce Experte und verfügt über große gelebte Praxiserfahrung. Er ist Autor mehrerer Fachbücher und einer Vielzahl von Fachartikeln zu allen Aspekten des Onlinegeschäfts. Heute berät und begleitet er vor allem mittelständische Unternehmen im E-Commerce.
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14 Comments »

  1. Servus Peter, grundsätzlich stimme ich Dir zu, aber auch Du und Dietmar habt in meinen Augen einen kleinen Denkfehler in Bezug auf Studie. So weit ich das beurteilen kann geht es um die Kosten für Onlineshopbetreiber und da darfst Du in meinen Augen die Lohnkosten nicht mit reinrechnen und andere Dinge auch nicht (Lagerkosten, etc.). Als Fulfillment-Anbieter muss Ditmar so rechnen, ja – als Onlineversand hast du ja noch deine Produktmarge etc. Sprich die Rechnung wird noch komplizierter und erst recht wenn Retouren kommen. Anders herum ausgedrückt: ein Ladengeschäft hat Personal und Produktmarge und verdient am Verkauf des Produktes die Kosten die gedeckt werden müssen, der Onlineshop normalerweise aber auch. Ein Fulfillment-Anbieter muss da wieder anders kalkulieren. Dennoch sind die 3,50 EUR nie im Leben zu erreichen, eine recht einfache Formel ist gerade für kleinere Versender die beiden Posten zu betrachten:

    + vom Kunden eingenommenes Porto
    – an den Lieferdienst bezahltes Porto

    Wenn der Shop das Minus dann mal betrachtet und sich überlegt was es für den Gewinn/Handlungsspielraum/Investition bedeuten würde wenn man das endlich dem Kunden berechnen könnte, würden viele aus allen Wolken fallen (oder sind es schon).

    Kommentar by Daniel — 22. Dezember 2017 @ 09:35

  2. Ob die Gemeinkosten umzulegen sind, ist sicherlich zu diskutieren. Aber die Lohnkosten für Pick & Pack-Kosten, gehören auf jeden Fall rein. Und die sind bei einigen Händlern recht hoch.

    Aber ich bin völlig bei Dir, dass viele Händler vom Stuhl fallen würden, wenn sie sich das mal für ihr Geschäft ausrechnen.

    Kommentar by Peter Höschl — 22. Dezember 2017 @ 09:44

  3. „Aber die Lohnkosten für Pick & Pack-Kosten, gehören auf jeden Fall rein“ – in meinen Augen nein. Weil wenn ich den Kunden im Laden berate, dann sind diese Kosten im Verkaufspreis des Produktes enthalten und kommen nicht als Gebühr oben drauf. Lager=Laden, Beratung=Verpacken (beides natürlich nicht einer anderen Kalkulation) – Lagerkosten und Personal für den Versand gehören nicht in die Portokalkulation. Verpackungsmaterial, Entsorgung grüner Punkt, etc. sowas alles schon. Zumindest aus meiner Sicht.

    Kommentar by Daniel — 22. Dezember 2017 @ 09:59

  4. Servus Peter, ich denke die Gemeinkosten sind schon ein Faktor den es zu berücksichtigen gilt, insbesondere auch bei der Kalkulation Selbstversand vs. Dienstleister und selbstverständlich ist die Retourenquote, deren Kosten für Aufbereitung etc. auch mit einzubeziehen.

    ABER mal ganz wesentlich: keiner „Studie“ der Consulting-Companys einfach blind glauben, oft sind die mit heißer Nadel gestrickt und mehr geschätzt als „erforscht“. Wenn keine Quellen benannt sind oder gar Experteninterviews, ist ein Mehrwert ohnehin anzuzweifeln. Und so eine Headline beschert einfach Aufmerksamkeit und ist billige PR.

    Wobei ich auch schätze, dass der durchschnittlich bezahlte Paketpreis, rein für den Versand in Deutschland, wohl unter der Größenordnung von 3,50€ liegen könnte.

    Leider musste ich feststellen, dass ich als Privatperson die günstigen Paketpreise der Onlineshops subventioniere: für ein Paket mit 11kg werden bereits 16,50€ bei den Gelben fällig. Da hats mich aus den Latschen gehauen……

    Kommentar by Alex — 22. Dezember 2017 @ 10:23

  5. Wie so oft,gibt es für unsere Branche leider noch keine Standarddefinition. Daher kein richtig oder falsch, bei der Betrachtung bzw. Berechnung.

    Ich zähle alle direkten Kosten die mit einer Bestellung bzw. Versand zu tun haben (Versandkosten, Verpackung, Füllmaterial, Klebeband, Pick & Pack) – also nur Kosten die durch eine Bestellung unmittelbar entstehen. Aber wie gesagt, ist nur meine bzw. eine häufig angewandte Methode.

    Kommentar by Peter Höschl — 22. Dezember 2017 @ 13:48

  6. Hallo Peter,
    vielen Dank für den tollen Artikel, den wir gerne auch unseren Mitgliedern weiter empfehlen werden.

    Die unterschiedliche Sicht zwischen Stückkosten/Vollkosten- und einer Gemeinkostenrechnung hören wir auch immer wieder.

    Ganz ehrlich, die Gemeinkostenrechnung ist oft einfach nur das Anführen einer Mischkalkulation als Ausrede, um sich eine kompliziertere Stückkostenrechnung zu sparen.

    Wenn Händler Artikel aus speziellen Gründen abseits der „üblichen Handelskalkulation“ zu günstigeren Preisen verkauft, dann sollte dies eine willentliche Entscheidung sein und der gekürzte Ertrag gehört als interne „Werbekosten“ verbucht.

    Ansonsten freut sich der Händler zwar über den Umsatz, hat aber nicht im Blick, dass das restliche Sortiment nun die fehlenden Deckungsbeiträge durch eine höhere Marge auf jedem Produkt kompensieren muss.

    Gerade wenn der Händler eine eigene Logistik betreibt ist in der Regel nur eine begrenzte Skalierung beim Umsatz möglich, weil ansonsten Fläche, Personal und vor allem Kapital für die Vorfinanzierung des Umsatzes fehlen.

    Ich bin mir sicher, Du wirst noch ganz lange solche schönen Artikel schreiben können, bis alle Deine Leser ordentlich kalkulieren.

    Frohes Fest
    Stefan Grimm

    Kommentar by Stefan Grimm — 22. Dezember 2017 @ 10:43

  7. Noch eine kurze Anmerkung zu Daniels Kommentar:

    „Lager=Laden, Beratung=Verpacken (beides natürlich nicht einer anderen Kalkulation) – Lagerkosten und Personal für den Versand gehören nicht in die Portokalkulation.“

    Das sehe ich an dieser Stelle total anders.
    Wenn versucht wird Analogien zwischen den Kosten eines stationären Handels und dem E-Commerce abzuleiten, dann käme ich auf andere Ergebnisse:

    Laden=
    Produktdaten Verwaltungssoftware, ERP System, PIM, Kosten um Artikelbilder zu erstellen, Artikeltexte erstellen, Online Werbekosten, Weiterbildung.

    Beratung=
    MPO (Marketplace Optimization), Pflege der Stammdaten, Planung und Durchführung von Optimierungs- und Werbeaktionen, Weiterbildung im Marktplatz Management, Shop Optimierung usw…

    Lager=Lager:
    Stationär Lieferungen annehmen, Qualitätskontrolle, Verräumung und Auszeichnung… #

    Beste Grüße
    Stefan Grimm

    Kommentar by Stefan Grimm — 22. Dezember 2017 @ 10:57

  8. @Stefan, wie geschrieben geht es um die Portokostenkalkulation, welche losgelöst von anderen Kosten zu betrachten ist. Auch ein Laden muss sich weiter bilden, Ware annehmen, präsentieren und und und Normal muss man, wenn man richtig kalkuliert, alles separat betrachten.

    Kommentar by Daniel — 22. Dezember 2017 @ 12:37

  9. […] https://www.shopanbieter.de/news/archives/12059-einspruch-die-350-euro-luege-versandkostenluege.html […]

    Pingback by Versandkosten für Händler – Peter Höschl berichtet über die Basis-Eckpunkte bei der Kalkulation — 22. Dezember 2017 @ 13:01

  10. Hallo Herr Höschl!
    Ich bin „nur“ ein „kleiner“ Gewerbetreibender, der als Nebenerwerb ein 17500€-Umsatz-Unternehmen betreibt (also Kleingewerbler nach UstG § 19, Abs. 2, Ust.befreit) und verkaufe Bücher über Ebay, Amazon und Booklooker. Bei eBay und Booklooker weise ich pro Buch 4,00€ (wenn Buch bis 50€ Verkauspreis) bzw. 5,00€ aus (wenn Buch über 50€). Bei Amazon bekomme ich ja nun nur 3,00€ und soll damit einen korrekten Versand bestreiten, was natürlich nicht möglich ist, da man bei der Post bei Einzelversand und wenn nicht online frankiert mindestens 6,99€ zahlt, damit es überhaupt versichert ist. (Deshalb liefere ich auch nicht an Paketstationen der DHL!)
    Somit versende ich also per Hermes und das Versandetiket wird online erstellt, so dass ich für ein Päckchen (Summe aus längster und kürzester Seite bis 37 cm) mit einem Versicherungswert von 50€ 3,89€ bezahle. Da die meisten Bücher nei mir aber mehr als 50€ kosten (drei von vieren), muss ich bei Hermes das S-Paket buchen, was eben mal 4,89€ kostet. Da komme ich nur darunter, wenn ich mit denen einen Vertrag eingehe und mindestes 1200 Sendungen im Jahr garantiere (was satte 100 Stück im Monat bedeutet oder 4 am Tag, wenn man den Samstag mitzählt).
    Betrachten wir doch mal ein Buch, dass ich für 79,90€ auf Amazon verkaufe:
    (runden wir mal der Einfachheit halber auf 80€ auf)
    Amazon „knöpft“ dem Kunden 3,00€ Versandkosten für ein Buch ab (erst seit dem 01.09.17 kann man diesen Betrag selbst festlegen und ist nicht mehr auf diese Vorgabe angewiesen), allerdings kommen diese 3,00€ nicht bei mir an, da Amazon seit dem 01.09.17 Verkaufsprovision auf diesen Portobetrag berechnet und auf diesen Betrag noch die deutsche Umsatzsteuer (ist ja eine Dienstleistung!! Allerdings NICHT von Amazon!!). Somit kommen nur 2,46€ bei mir an! (15% auf 3,00€ = 45 Cent. Hierauf 19% Ust. = 9 Cent. Kaufmännisch gerundet!)
    Also muss ich die fehlenden 1,43€ bei einem Päckchen oder 2,43€ bei einem Paket in den Verkaufspreis mit einpreisen!
    Da es mich aber noch ein wenig Packband kostet, runde ich mal um 11 Cent auf, so dass die 4,00€ oder 5,00€ herauskommen, die ich auch auf ebay und Booklooker verlange und zu 100% nur für das Porto und das Klebeband nutze.
    Die Luftpolsterfolie und die Kartonagen sind bei mir komplett recycletes Material, das ich mir in anderen Geschäften abhole!
    (Die sind sogar richtig froh darüber, dass ich das mache. Kostet mich zwar ein paar „Minuten“ Spaziergang, aber die Luft tut auch mal gut! 🙂 )
    Zurück zu den „Versandkosten“!
    Da ja auf diese 1,54€ bzw. 2,54€ beim Einpreisen wiederum die 15% Verkaufsprovision und die Ust. kommen, sind das weitere 27 Cent bzw. 45 Cent.
    Aber wenn ich diese Beträge einpreise, dann werden auch hierauf erneut die Verkaufsprovision und Ust. fällig, also weitere 5 Cent bzw. 8 Cent.
    Somit sind in den 79,90€ 1,86€ (=1,54+0,27+0,05) bzw. 3,07€ (=2,54+0,45+0,08) eingepreist, also 4,86€ bzw. 6,07€, nur damit ich das Porto und Kebeband fü eine Sendung bezahlen kann! Verdienen tue ich daran, wie man sieht, NICHTS!!
    Würde Amazon eben die exakten Versandkosten einen ausweisen lassen UND NICHT darauf auch noch Provision verlangen, könnte ich meine Bücher mindstens EINEN EURO günstiger machen!!
    Klingt nicht nach sehr viel, aber mich würde schon interessieren, wie viele Sendungen zum Wert von über 50€ täglich sich bei Amazon verkaufen und NICHT von Amazon versendet werden?

    Kommentar by Max B. aus Hannover — 22. Dezember 2017 @ 15:25

  11. @Max B:

    Bei DHl betragen die Paketkosten bis 1kg schon im Self-Service-Geschöftskundenvertrags-Kalkulator bei 200 Paketen im Jahr bis 1kg nur 3,95 – bei 2000 Paketen 3,39.

    Abholung inklusive.

    Vielleicht einfach mal schauen.

    Kommentar by michael wiechert — 16. Januar 2018 @ 08:50

  12. @Peter:

    Ganz generell fehlen mir bei eurer Betrachtung zwingende transaktionale Kosten.

    Dies war für uns insbesondere bei Plenty relevant, da jeder Auftrag mit 10 (?) Cent zubuche schlug – plus Kosten pro Buchungssatz bei Dekodi. Auch bei JTL ist dies ein Faktor, wenn auch nicht so drastisch. Auch zahlreiche andere Systeme nehmen entweder pro Auftrag oder nach Umsatz.

    Das macht wenn du, wie wir oder auch beim vermutlichen Hauptkunden von Dietmar, viele Aufträge im Wert von 10-20 Euro hast, schon einiges aus.

    Kommentar by michael wiechert — 16. Januar 2018 @ 08:57

  13. @ Michael, Transaktionskosten für plenyt/JTL etc. und Dekodi sind nicht zwingend notwendig. Man kann theoretisch auch alles manuell machen.

    Finde die Betrachtung dieser Kosten in einer DB-Betrachtung aber auch wichtig. Da wie Du schreibst, abhängig vom Warenwert, stark Erlösschmälernd wirken kann. Diese müssen jedoch nicht von den, an den Kunden berechneten, Versandkosten abgedeckt werden.

    Kommentar by Peter Höschl — 16. Januar 2018 @ 09:11

  14. @Peter

    Das ist natürlich korrekt, aber es ging ja um die ganze Logistik-Prozesskette und da gehören solche Kosten, da zwingend mit der Auftragsabwicklung verbunden, mE schon mit rein.

    (Ob diese jetzt in die Versandkosten müssen oder in den Produktpreis kann man sicherlich diskutieren – aber das gilt für Miete etc sicherlich genauso)

    Kommentar by michael wiechert — 16. Januar 2018 @ 09:57

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